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Von Herstellung bis Anwendung: Wasserstoffprojekte in der Kölner Region
Impulse fürs klimaneutrale Wirtschaften
Von Herstellung bis Anwendung: Wasserstoffprojekte in der Kölner Region
Von Herstellung bis Anwendung: Wasserstoffprojekte in der Kölner Region
© KölnBusiness

Als Standort der chemischen Industrie hat die Region lange Erfahrung mit Wasserstoff. In Herstellungsprozessen wie der Produktion von Chlor fällt er etwa als Nebenprodukt an – und wird seit mehr als zehn Jahren für den Betrieb von Bussen mit Brennstoffzellenantrieb genutzt. Ein wichtiger Grund dafür, dass die Region als Pionier für klimaneutralen ÖPNV gilt.Projekt Refhyne in WesselingBei der Elektrolyse wird Wasser durch Strom in seine Bestandteile zerlegt. Auch bei diesem Verfahren setzt die Region wichtige Impulse: Im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland in Wesseling steht eine Elektrolyse zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Die Spitzenleistung beträgt zehn Megawatt, im Jahr können rund 1.300 Tonnen Wasserstoff produziert werden. Bei dem Projekt mit dem Namen Refhyne kommt die sogenannte PEM-Elektrolyse zum Einsatz: Das Wasser wird mithilfe einer Protonen-Austausch-Membran umgewandelt. Refhyne ist laut Shell europaweit die größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyse. Shell plant, eine weitere Elektrolyse-Anlage zu errichten –mit einer Leistung von 100 Megawatt.

Das Chemieunternehmen INEOS prüft den Bau einer 100-Megawatt-Wasserelektrolyse zur Herstellung von grünem Wasserstoff am Standort Dormagen. Die NRW-Regierung kündigte an, die Machbarkeitsstudie mit rund 770.000 Euro aus Landesmitteln zu fördern.

Globales Kompetenzzentrum

Köln ist zugleich Standort für Unternehmen, die sich in der Branche auf technische Beratung oder den Anlagenbau spezialisiert haben. Hinzu kommt ein breites Feld an Anwendungen in unterschiedlichen Bereichen. Der TÜV Rheinland etwa hat im Sommer 2021 ein globales Wasserstoff-Kompetenzzentrum eröffnet. „Die Energiewende bringt eine zentrale Herausforderung mit sich: das Problem der Speicherung. Die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen, Sonne und Wind, sind technisch hervorragend in der Energieerzeugung nutzbar. Allerdings schwankt die Erzeugung abhängig von Wetter und Tageszeit. Wasserstoff kann eine Lösung für das Speicherproblem sein und die Chance, bislang getrennte Bereiche wie Strom, Wärme und Mobilität zu verbinden“, sagt Thomas Fuhrmann, Leiter des Hydrogen Competence Centers von TÜV Rheinland.

Mittelständische Technologieführer wie die Schwank GmbH, die mit ihren Heizsystemen für Gewerbehallen weltweit vertreten sind, entwickeln Brenner, die für den Betrieb mit Wasserstoff geeignet sind. Das Kölner Traditionsunternehmen DEUTZ AG hat im November seinen zehnmillionsten Motor fertiggestellt: Der TCG 7.8 H2 ist ein Wasserstoffmotor mit sechs Zylindern und – wie sein Urahn – ein Viertakter. Im Heizkraftwerk Niehl der RheinEnergie wird zurzeit der stationäre Einsatz des Motors als Stromlieferant in Kombination mit einem Generator getestet. In einemzweiten Schritt soll die Abwärme aus dem Aggregat zur Wärmeerzeugung genutzt wird.

Wasserstoff-LKWzu vermieten

Auch die Versicherungswirtschaft hat sich das Zukunftsthema auf die Fahne geschrieben: Mit dem Leasing-Start-up hylane, einem Tochterunternehmen der DEVK, ist im April Deutschlands erste Nutzfahrzeugvermietung mit Wasserstoff-LKW an den Start gegangen.

"Region gilt als Pionier für klimaneutralen ÖPNV"

"Wasserstoff kann eine Lösung für das Speicherproblem sein"