
Angebote erweitert
Immer häufiger warnen Experten vor den neuen „Megaplayern des Finanzsektors“. Damit sind die sogenannten „Big Techs“ wie die international agierenden Online-Plattformen von Google, Facebook, Amazon und Co. gemeint, die ihr Angebot derzeit um Finanzdienstleistungen erweitern. Denn die „Big Techs“ profitieren von den Daten, die sie von ihren Millionen Kundinnen und Kunden weltweit täglich generieren. Diese erlauben ihnen, das Risikoprofil besser als jede traditionelle Bank zu analysieren und entsprechend der „Big Data“ ihre Angebote maßgerecht zu gestalten. Dabei treffen sie den Nerv der Zeit. Denn für ihren Kundenstamm ist die Idee eines einzigen Accounts für Finanzen, Shopping und Social Media verlockend. „So erweitern die großen Technologiekonzerne sukzessive ihr Angebot, also ihr ‚Ökosystem‘ – mit dem Ziel, weitere Nutzer auf die Plattform zu ziehen und sie immer länger dort zu halten“, sagte Burkhard Balz, Mitglied des Executive Board der Deutschen Bundesbank vor einiger Zeit in einem Vortrag. „Zusammen genommen begünstigen jedenfalls Netzwerk-, Skalen- und Verbundeffekte, dass sich Monopole bilden können.“
Europäische Alternative
Eine Gefahr sieht er vor allem in der Schaffung geschlossener Zahlungssysteme, die für die Durchführung der Zahlungen gar nicht mehr auf die etablierten Instrumente angewiesen sind. „Mittelfristig sehe ich eine europäische Alternative auch strategisch von höchster Bedeutung“, so Burkhard Balz. „Wir sollten nicht in die Situation kommen, in der die europäischen Verbraucher nur noch zwischen den Zahlungsdiensten amerikanischer und chinesischer Big Techs auswählen können.“