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Zwei neue Kran-Giganten für das Terminal Köln Nord: Ein logistisches Großprojekt der HGK: Um Güterzüge effizienter, schneller und kostengünstiger abzufertigen, werden in Niehl etwa 27 Millionen Euro investiert

Was für ein Großprojekt: Die Liebherr-Kräne der Firma Schares wuchteten die 55 Meter langen Brückenteile auf das Gelände Bild: Boris Golz für Liebherr

So lief das Rüberheben der Kranbrücke 

Der Kollege mit dem Bauhelm musste schmunzeln. „Klar geht das fix! Man kann sich das wie bei Lego duplo vorstellen: Es sind nur wenige Teile und die passen alle zusammen. Der eigentliche Unterschied ist, dass unsere Komponenten ein bisschen größer sind!“ Okay, das ist eine mehr als leichte Übertreibung, aber im Kern hatte der Facharbeiter recht: Angesichts der langen Planungsphase von etwa 20 Monaten gestaltete sich der eigentliche Aufbau der neuen 500-Tonnen-Kranbrücke am Terminal Köln Nord (TKN) im Vergleich dazu fast in Lichtgeschwindigkeit.

Schon nach kurzer Zeit war das schwere Gestell errichtet. Bild: Lorenz
Schon nach kurzer Zeit war das schwere Gestell errichtet. Bild: Lorenz
Schwere Eisenketten wurden an dem Stahlträger befestigt Bild: Lorenz
Schwere Eisenketten wurden an dem Stahlträger befestigt 
Bild: Lorenz
Gleisverlängerung. In grade mal zwei Tagen stand die 21,5 Meter hohe Anlage, so dass die beteiligten Schwerlast-Autokräne wieder abrücken konnten. Es geht voran an der Franz-Greiß-Straße in Niehl! Die Häfen und Güterverkehr Köln AG erweitert derzeit im Industriepark Köln Nord das dortige Terminal für den Kombinierten Ladeverkehr (KLV). Hier werden Container von der Straße auf die Schiene umgeladen – ein effektives Mittel gegen den Verkehrskollaps auf unseren Straßen. Um die Abfertigung effizienter, schneller und kostengünstiger zu gestalten, investiert die HGK massiv in den Ausbau: Die fünf Gleise werden von 350 auf 700 Meter verlängert. Dadurch können Züge komplett in das Terminal geschoben werden, bislang ist für den ganzen Umschlag dort noch ein aufwändiges Rangieren nötig. Und zusätzlich zu der bereits bestehenden Kranbrücke werden hier zwei weitere der Kran-Giganten aufgebaut – der erste wurde jetzt geliefert.

"Die Abfertigung wird schneller, effizienter und günstiger"

Industriepark. Die Ausbaustufe des Terminals, die mit einer Investition von etwa 27 Millionen Euro beziffert ist, gehört zum Gesamtkonzept der HGK im Industriepark Nord. Hier soll beispielsweise auch ein Logistikzentrum mit mehreren Hallen zur Lagerung, Kommissionierung, Ent- und Verpackung oder ähnlichem entstehen. Die gesamte Geländeentwicklung ist bis 2024 veranschlagt. In den kommenden Wochen dreht sich aber auf dem Areal, das an die Industriestraße grenzt, zunächst alles um die beiden Kranbrücken, die auf einem Schienenstrang, der eine Spurbreite von 43 Metern aufweist, unterwegs sind. Geplant ist, dass im Oktober die dritte Anlage geliefert wird.

Der Autokran hob eine Gondel mit Facharbeitern in die Luft, die den Giganten montierten. Bild: Lorenz
Der Autokran hob eine Gondel mit Facharbeitern in die Luft, die den Giganten montierten. Bild: Lorenz
Spezialfahrzeuge. Hergestellt wurden die Teile für die Riesen von dem Anlagenbauer PBI, dessen Zentrale in Hürth sitzt. „Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, da guckt die Industrie schon drauf, wie wir das hinkriegen“, so PBI-Geschäftsführer Reinhard Schacht. Ein komplexes und schwieriges Unterfangen war dabei, die 55 Meter langen Brückenteile vom Herstellungsort in Essen nach Köln zu transportieren. Für das Arrangieren des Transports zeichnete sich die Firma „duisport packing logistics“ verantwortlich. Die beauftragte Spedition Timmerhaus nutzte für die Lieferung Spezialfahrzeuge mit so genannten Tele-Aufliegern. Angesichts der Ausmaße mussten die Piloten aber zahlreiche Umwege fahren, um zu enge Kurven oder andere Hindernisse zu umgehen.

"Alle Rädchen griffen ineinander"

Pfiffige Lösung. Da der Einfahrtsbereich des Terminal Köln Nord nicht für Ausmaße dieser Transporte geeignet ist, musste eine andere, pfiffige Lösung her: Also parkten die Schwertransporte auf der Industriestraße. Zwei 500-Tonnen-Autokräne der Firma Schares schwenkten ihre Ausleger vom Terminal aus über die Bäume Richtung Straße. 

Bilder: C. Lorenz
Bilder: C. Lorenz
Die Kranbrücke musste mit Spezial-Fahrzeugen von der Industriestraße über die Bäume auf das TKN-Gelände gehoben werden.

Die über Funk verbundenen Piloten hoben die Stahlkonstruktion dann auf das Gelände. Sicher und sanft landeten die zwei Brückenträger auf dem Boden, ohne dass auch nur ein Ast abknickte. Mit Hilfe der Autokräne (Hersteller ist die Firma Liebherr) wurden die einzelnen Teile dann in Rekordzeit zusammengesetzt. „Innerhalb von 48 Stunden stand die Containerbrücke mit seiner Stahlkonstruktion auf der Kranschiene. Wir sind stolz und froh, dass Anlieferung und Aufbau so reibungslos geklappt hat. Bei den zahlreich beteiligten Firmen haben alle Rädchen ineinander gegriffen. Das ist bei Vorhaben dieser Größenordnung wahrlich keine Selbstverständlichkeit“, freute sich HGK-Projektleiter Eugen Neigum.
Bilder: C. Lorenz
Bilder: C. Lorenz
Schlüsselprojekt. Mit dem Ausbau des Terminals Köln Nord setzt die HGK AG ein Schlüsselprojekt für die Logistik Kölns um. Das Gelände liegt im industriellen Ballungsgebiet des Kölner Nordens verkehrsgünstig an der Autobahn-Anschlussstelle Köln-Niehl, die zur A1, A3 und A57 führt. Für den Güterverkehr aus dem Norden bietet sich hier die ideale Umlade-Möglichkeit von der Straße auf den Verkehrsträger Schiene an. Auch die im Kölner Norden ansässigen Industrieunternehmen (z.B. die der Automobilbranche) können das Terminal standortnah nutzen, stehen somit in den Logistik-Aktivitäten der HGK besonders im Fokus. Nach Fertigstellung der Ausbaustufen können dank der Nutzung des Terminals Nord jährlich bis zu 250.000 Lkw-Transporte durch die Innenstadt bzw. über den Autobahnring entfallen. Die Entwicklung des Areals durch die HGK AG trägt damit wesentlich zur Vermeidung von Schadstoffemissionen und somit zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger bei. Christian Lorenz

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