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Im Homeoffice merken viele, dass sie mehr Platz benötigen Bild: stock.adobe.com/fizkes

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Die Auswirkungen der Coronapandemie Die Lage auf dem Immobilienmarkt spielte eine große Rolle beim „Runden Tisch – Wohnprojekte Region Köln“

2.04.2021

Auch ein Jahr nach Beginn der Coronapandemie ist in Köln und der Umgebung nichts wie zuvor – das öffentliche Leben weiterhin eingeschränkt. Viele Menschen arbeiten im Homeoffice, Schüler werden je nach Infektionslage im Homeschooling unterrichtet. Die Frage, welche Auswirkungen die Krise auf den Wohnimmobilienmarkt haben, spielte daher erneut eine zentrale Rolle beim „Runden Tisch – Wohnprojekte Region Köln“ des Medienhauses DuMont Rheinland, der aufgrund der aktuellen Lage nicht im Neven DuMont-Haus an der Amsterdamer Straße, sondern im Rahmen einer Videokonferenz stattfand. Bei der zweistündigen Diskussion sind sich die Teilnehmer einig, dass der Druck auf den Wohnimmobilienmarkt steigt und auch die Krise dazu beiträgt, dass sich die Situation verschärft. Bereits vor der Pandemie habe es ein massives Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gegeben, so die Experten.

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Mehr Platzbedarf durch Homeoffice

„Wir steuern beim Immobilienangebot, so wie es sich aktuell in Köln und der Umgebung abzeichnet, auf einen nahezu leergefegten Markt hin. Es gibt Stadtteile oder Gemeinden, an denen es zeitweise kein Angebot mehr gibt“, sagt Roland Kampmeyer, Geschäftsführer Kampmeyer Immobilien. Nicht nur in Köln, sondern auch im Umland, wie etwa im Rhein-Erft-Kreis. Ein Grund dafür sei laut der Experten die Knappheit an nachrückenden Immobilien – sowohl im Bestandsbereich als auch im Baubereich. Zudem spiele eine verstärkter Flächenbedarf eine zentrale Rolle, der teils durch die nun vermehrt entstandene Kombination aus Wohnen und Arbeiten ausgelöst werde. „Wir profitieren im Umland aktuell auch von der Situation, dass Homeoffice ein Thema ist und dadurch mehr Platz benötigt wird“, sagt Stephan Reinders, Geschäftsführer S-Finanz Euskirchen. Immer mehr Familien ziehe es raus aus der Stadt, da im Umland die Chance größer sei, ein bezahlbares Angebot zu finden.


"Der Druck wird sich in der Zukunft weiter erhöhen"


Preisniveau weiter angestiegen

Denn aufgrund des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage sei das Preisniveau noch einmal angestiegen – vor allem in der Region rund um Köln. Menschen, die bereits zuvor den Wunsch hatten, ein Eigenheim im Umland zu erwerben, hätten dieses Vorhaben nun, in Zeiten von Lockdown, Reise- und Kontaktbeschränkungen, umgesetzt. Davon ist jedenfalls Matthias Wirtz, Leiter Research KSK-Immobilien, überzeugt. Im vergangenen Jahr habe es im Bergischen Land zwischenzeitlich einen Preisanstieg von mehr als 20 Prozent gegeben. „Das ist eine weitaus dynamischere Entwicklung, als in den Vorjahren zu erleben war“, so Wirtz. In Köln habe es einen solch überdurchschnittlichen Preisauftrieb hingegen nicht gegeben. Dort war das Preisniveau schon immer hoch – habe sich allerdings kontinuierlich weiterentwickelt.

Es sind weiterhin sehr zahlreiche Menschen auf der Suche nach einem Eigenheim Bild: stock.adobe.com/Andrey Popov
Es sind weiterhin sehr zahlreiche Menschen auf der Suche nach einem Eigenheim Bild: stock.adobe.com/Andrey Popov

Der Mangel nimmt noch mehr zu

Die Experten erwarten nicht, dass sich die Verschärfung auf den Wohnimmobilienmarkt mittelfristig ändern wird. Vielmehr werde sich der Druck in den kommenden Jahren noch einmal erhöhen. Und das unabhängig von der Coronapandemie. Die Krise ändere schließlich nichts an der quantitativen Situation – und dem damit verbundenen Wohnungsmangel. Damit der Markt funktioniert, müssten Angebot und Nachfragte austariert sein. Doch das sei bislang nicht der Fall.