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Woher kommt der Glühwein?: Das heiße Getränk hat seinen Ursprung in der Antike – das erste Mal erwärmt wurde er jedoch deutlich später

Gehört zu Weihnachten, wie gebrannte Mandeln. Bild: Kzenon/stock.adobe.com

Wenn der Frost unter Mützen und in Handschuhe kriecht und die Marktplätze im Lichterglanz festlich erstrahlen, kommt das Verlangen nach einem wärmenden Getränk: Weihnachtszeit ist Glühweinzeit. Kaum ein anderer Trunk wird so eng mit der wohl stimmungsvollsten Zeit des Jahres in Verbindung gebracht. Doch woher stammt der Glühwein und wer hat ihn erfunden? Die Spur führt viele Jahre zurück.

Historischer Ursprung. Die Römer beanspruchen den Ursprung des Glüh- oder besser Gewürzweines für sich. Sie versetzten den Rebensaft bereits vor 2.000 Jahren mit Gewürzen, um seine Haltbarkeit zu verlängern und ihn bekömmlicher zu machen, erhitzten ihn jedoch nicht. Der Römer Apicius verfasste damals ein Kochbuch, in dem der veredelte Wein zum ersten Mal eine Erwähnung fand.

Durch die Jahrhunderte. Weitergeführt wurde diese veredelte Weinform im Mittelalter. Sie setzten dem Getränk noch Honig hinzu, um den säuerlichen Geschmack zu verbessern. Günstiger Nebeneffekt des Honigs war, dass das Getränk dadurch noch länger haltbar wurde. Durch die in den Gewürzen enthaltenen ätherischen Öle hatte es zudem eine positive Wirkung auf Körper und Geist. Die Nelken beispielsweise wirken verdauungsfördernd und antibakteriell. Der Zimt kurbelt die Verdauung an, kuriert Völlegefühl und stärkt das Immunsystem. Eine aphrodisierende Wirkung wird dem Gewürz ebenso nachgesagt. Kardamom regt den Appetit an. Allerdings wurde im Mittelalter der Glühwein nach wie vor kalt getrunken. Er sorgte dennoch für gute Stimmung und Glücksgefühle.

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Bis heute erhalten.
Das älteste bisher bekannte Rezept eines Glühweins, der dann wirklich warm genossen wurde, stammt aus Sachsen und ist aus dem Jahre 1834. August Raugraf von Wackerbarth ist der Verfasser. Der Legende nach stand er – ein Urgroßneffe des Erbauers von Schloss Wackerbarth – im winterlichen Belvedere. Es war kalt und der eisige Schnee funkelte auf der barocken Anlage. Deshalb suchte der Genussliebhaber nach einem Trank, der die Kälte vergessen macht und es warm ums Herz werden lässt. Er fügte Safran, Anis und Granatapfel zu weißem Wein und hatte eine geistreiche Idee: Er erwärmte die Flüssigkeit – so war der Glühwein dann erfunden. 2013 wurde übrigens Wackerbarths Original-Rezept wieder entdeckt und an den heutigen Gaumen angepasst.

Zurück in die Vergangenheit. Im Jahr 1845 wurde Glühwein dann wie folgt beschrieben: „Man setzt eine halbe Flasche guten Rotwein mit zwei oder drei Gewürznelken und etwas Zimt verdeckt aufs Feuer, dann süßt man ihn nach Geschmack und läßt ihn zwei bis drei Minuten kochen. Man serviert ihn in Gläsern, nachdem man ihn vorher durch ein Sieb gegossen hat.“ (Aus: Henriette Davidis: Praktisches Kochbuch für die bürgerliche und feine Küche; Reprint der Berliner Ausgabe, Augsburg 1997; Erstveröffentlichung 1845)

Beliebter denn je. Über hundert Jahre sollte es dann noch dauern, bis 1956 erstmals ein in Flaschen fertig abgefülltes Produkt zu kaufen war. Die Grundidee hat sich dabei bis heute nicht geändert, nur mehr Varianten kamen hinzu.

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