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Der Kronleuchter hängt vor einem Fenster in der Villa Zanders Bild: Karin M. Erdtmann

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Wo Obst ins Rollen kommt und Interessierte kunstvolle Leuchten finden Vom verhassten Bindestrich bis zum Kirmes-Kreisel: die verborgenen Besonderheiten der Stadt

2.07.2021

Recht ungewöhnlich ist ein Apfelbaum, der im Garten des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe steht. An ihm wachsen gleich mehrere Sorten, die symbolisch für sieben Weltreligionen stehen: der Gelbe Bellefleur für den von Zarathustra begründeten Zoroastrismus, der Rote Eiser für den Buddhismus, Bäumchens Apfel für das Judentum, der Herbstkalvill für den Hinduismus, der Apfel von Croncels für die Bahai, der Danziger Kant für den Islam sowie Kaiser Alexander fürs Christentum.

Ohne Protagonisten

Im späten Frühjahr, wenn der Schattenspender in voller Blüte ist, treffen sich Vertreter aller Glaubensrichtungen unter seiner üppigen Krone. Da gibt es Musik, Lesungen, Kaffee und Kuchen und nicht zuletzt viele Gespräche. Diesmal musste das Apfelblütenfest indes ohne seinen „Hauptdarsteller“ auskommen. Pandemiebedingt wurde es nicht nur in den Sommer, sondern auch in den weiträumigeren Garten der Gnadenkirche verlegt.


"Das Fest musste dieses Jahr auf den „Hauptdarsteller“ verzichten"


Schiefer Marktplatz

Legendär und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist der „Kirmes-Kreisel“, das Verkehrsbauwerk in der Innenstadt, auf dem es früher erst so richtig rund ging, wenn der Verkehr stand. 14 Schranken und 23 Warnlampen sperrten das Rondell ab, wenn ein Zug vom oder zum Zandersgelände fuhr. Die Zeiten sind leider vorbei. Schlagzeilen macht mitterweile Bensberg mit einem der schiefsten Marktplätze im Lande. Auf dem „Pisa-Platz“, wie er von einigen Besuchern augenzwinkernd genannt wird, müssen die Händler aufpassen, dass ihnen nicht die Äpfel, Tomaten und Kohlköpfe aus den Kisten rollen. Und wer sich für ungewöhnliches Licht begeistert, der sollte der städtischen Galerie Villa Zanders einen Besuch abstatten, die Kunst unter prächtigen Kronleuchtern präsentiert. Alleine die Lüster sind es schon wert, der ehemaligen Fabrikantenvilla, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde und von einem kleinen Park umgeben ist, einen Besuch abzustatten.