Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Anzeigen

Beschwerden werden sehr unterschiedlich wahrgenommen Bild: Graphicroyalty/stock.adobe.com

ANZEIGE

Was Schmerzen mit uns machen Frühere Krankheitserfahrungen können sich tief ins Gedächtnis eingraben

6.04.2021

Die gleiche Verletzung, der gleiche Schmerz? So einfach ist das nicht. Denn der menschliche Körper ist keine Maschine, die auf einen bestimmten Reiz mit einer exakt vorhersehbaren Reaktion antwortet. Schließlich kennt jeder Menschen, die hart im Nehmen und anscheinend nur wenig schmerzempfindlich sind, während andere schon beim kleinsten Anlass aufschreien. Neben körperlichen Unterschieden haben daran Gefühle einen großen Anteil. Denn Studien haben gezeigt, dass Emotionen eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung spielen. So wird das Schmerzempfinden unter anderem durch die Erwartungshaltung beeinflusst – und negative Gefühle wie Angst und Kontrollverlust können das Leiden deutlich verstärken.

Spuren im Nervensystem

Die Ursachen für diese Ängste liegen oft in der Vergangenheit. Denn Schmerzen hinterlassen Spuren im Nervensystem und können es nachhaltig beeinflussen, sodass es zum Beispiel deutlich empfindlicher reagiert. Es wird vom Schmerzgedächtnis gesprochen. Die Folge ist oft ein starkes Vermeidungsverhalten in bestimmten Situationen. Ein Beispiel für solche Zusammenhänge ist die Spritzen- beziehungsweise Nadelphobie. Studien zufolge gehören für Kinder Nadeleingriffe zu den gefürchtetsten und schmerzhaftesten Erlebnissen bei Krankenhausaufenthalten. Da bei den Kleinen die schmerzhemmenden Systeme noch nicht ausgereift sind, kann dies zu einer dauerhaften Überempfindlichkeit führen – und damit zur panischen Angst vor weiteren Injektionen. Um dem vorzubeugen, wird unter anderem der Einsatz von schmerzlindernden Maßnahmen empfohlen. Bei Impfungen, Injektionen und Blutabnahmen hat sich die Betäubung der Haut mit beispielsweise Schmerzpflastern bereits bewährt.

Ängste überwinden

Haben sich die Schmerzerfahrungen erst einmal festgesetzt, können sie auch im späteren Leben nachhaltige Auswirkungen haben. So leiden immerhin fast vier von zehn Erwachsenen unter Impf- und Nadelangst. Die Folge ist nicht selten, dass Impfungen und wichtige Arztbesuche deswegen gemieden werden, was schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit haben kann. Ein passendes Therapiemanagement mit Aufklärung, Beruhigung und örtlicher Betäubung zur Verringerung der Schmerzangst kann dann aber für Linderung sorgen. (mit Material von djd)