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Der malerische Stüttgenhof geht auf das Jahr 1271 zurück Bild: HOWI/CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

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Historisches und moderne Forschung mitten im Grün Junkersdorf bietet mit dem Waldlabor und dem Stüttgenhof Überraschendes

26.11.2021

Am Rand von Junkersdorf wird es so grün, wie man das in einer Millionenstadt kaum vermuten würde. Denn im Südosten des beliebten Wohnveedels liegt sozusagen der „Eintritt“ in den Grüngürtel und somit auch zum Decksteiner Weiher mit seinem Haus am See. In richtig knackig-kalten Wintern können dort bei einem Spaziergang die Schlittschuhläufer beobachtet werden. Doch das wahre Highlight ist ein Geheimtipp, den tatsächlich noch nicht einmal viele Junkersdorfer kennen dürften. Seit 2010 befindet sich im unteren Zipfel des Veedels das Waldlabor – ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Rhein-Energie und Toyota.

Vier Wälder in einem

Auf rund 15 Hektar Fläche entstanden dort vier verschiedene Wälder, die zu Forschungszwecken angelegt wurden. Im „Energiewald“ wurde eine klassische Holzplantage geschaffen, in der auf besonders schnell wachsende Bäume gesetzt wird. Alle zwei bis fünf Jahre werden diese geerntet und zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt. Im „Klimawald“ wird erforscht, welche Baumarten sich künftig für die Ansiedlung in Stadtwäldern am besten eignen beziehungsweise wie sie mit den Klimaveränderungen klar kommen.

Im „Wandelwald“ spielt die Ästhetik eine große Rolle. Dort sollen Spaziergänger zu jeder Jahreszeit Neues entdecken können. Bleibt noch der „Wildniswald“, in dem ursprünglich nur 40 Prozent der Fläche bepflanzt wurde. Seitdem ist der Abschnitt sich selbst überlassen und steht dabei unter ständiger Beobachtung, welche Pflanzen und Bäume sich dort von selber ansiedeln. Wer das Waldlabor selber entdecken möchte, findet hier mehr Infos: www.koeln-waldlabor.de.


"Zu jeder Jahreszeit Neues im Waldlabor entdecken"


Den Decksteiner Weiher kennen viele – doch rundum gibt es echte Geheimtipps zu entdecken Bild: CMM/stock.adobe.com
Den Decksteiner Weiher kennen viele – doch rundum gibt es echte Geheimtipps zu entdecken Bild: CMM/stock.adobe.com

Denkmal mit Wassergraben

Neben all den modernen Wohnhäusern bietet Junkersdorf auch einen Blick in die Vergangenheit. Mit dem Stüttgenhof steht einer der ältesten Bauernhöfe Kölns auf dem Gebiet des Veedels. Er wurde erstmals 1271 urkundlich erwähnt und wird bis heute bewirtschaftet. Es mutet fast surreal an, eine so gut erhaltene historische Gebäudegruppe „mitten“ in Köln zwischen der Verwaltung von RWE und der A4 zu entdecken. Malerisch von einem Wassergraben umrahmt, der aus dem Frechener Bach gespeist wird, vermittelt die Anlage den Eindruck von einem Köln aus längst vergangener Zeit. Die Ansiedlung von RWE in der Nachbarschaft brachte dem Hof immerhin eine eigene KVB-Haltestelle ein: Die Linie 7 zwischen Porz und Frechen hält 200 Meter vom Hof entfernt an der Haltestelle „Stüttgenhof“ – übrigens ebenfalls ein perfekter Haltepunkt für das nahe gelegene Waldlabor.