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Bergische Kommunen mit Sinn für Kultur und Sport: Viel Vereinsleben in Lohmar, Neunkirchen-Seelscheid, Much und Ruppichteroth

Erntebrauch zwischen Lohmar und Wahlscheid Foto: P. Lorber

Die größte der Bergischen Kommunen ist Lohmar mit rund 31.000 Einwohnern. Der sprachgeschichtlichen Bedeutung „sumpfiges Waldgebiet“ werden die 29 Stadtteile, 75 Weiler, 25 Höfe und sieben Mühlen nicht mehr gerecht. Mit urbanem Flair, vielen Arbeitgebern im Zentralort und ländlichem Idyll in den umliegenden Orten punktet Lohmar – seit 1991 Stadt – mehrfach. Es wurde 1969 aus den Gemeinden Breidt, Halberg, Inger, Lohmar und Scheiderhöhe sowie dem amtsfreien Wahlscheid gebildet. Musik und Gesang in 24 und Sport in 28 Vereinen werden in der Aggerstadt ebenso großgeschrieben. Bei ihren Konzerten können die Musiker aus den Vollen schöpfen, etwa mit zwei Blasorchestern. Sogar Mundart wird im Verein „Sach hür ens“ gepflegt.

Lebensader für die Region

Östlicher Nachbar ist Neunkirchen-Seelscheid, das sich mit Siegburg und Hennef die Wahnbachtalsperre teilt. Der in den 1950ern angelegte Stausee liefert Trinkwasser für den Rhein-Sieg-Kreis und Bonn. Die Kernorte Seelscheid und Neunkirchen sind etwa gleich groß, mit leichtem Vorsprung Seelscheids. Insgesamt zählt die Kommune rund 20.000 Menschen. Much nennt sich gerne Berggemeinde. Deutlich wird das mit dem Beginn der Motorradsaison, da Biker Berge und Kurven bekanntlich lieben. Die knapp 15.000-Einwohner-Gemeinde hat ihre Ursprünge in einer Burg des 12. Jahrhunderts. Die einstige Wasseranlage Burg Overbach ist heute ein Golfclub.

Prämierte Dorfschönheit

Den kann Ruppichteroth nicht aufweisen, dafür aber schönstes Fachwerk und einen Weihnachtsmarkt, der Menschen aus ganz NRW anzieht: die Döörper Weihnacht. Die Postkartenansichten schlugen sich in Prämierungen nieder. So wurde Schönenberg 1994 „Schönstes Dorf im Kreis“. Winterscheid schaffte das 1973 und 1981. Ruppichteroth belegt seit dem Erfolg im Bundeswettbewerb 2016 den zweiten Platz der schönsten Dörfer.

Foto: Sonja Boddenberg
Foto: Sonja Boddenberg
"Ich lebe gerne in Siegburg, weil die Stadt das Potenzial zur Heimat hat. Das heißt für mich, sich wohl zu fühlen, Bekannte auf der Straße zu treffen, die freie Zeit gut zu gestalten sowie die Identifikation nach innen, aber auch Öffnung nach außen. Ebenso gehören der tägliche Blick auf den Michaelsberg, die Sessionseröffnung am 11.11. und 40 Minuten zum Stadion des FC für mich dazu."

Sonja Boddenberg (Siegburg)
Heimleiterin des Kinderheims Pauline von Mallinckrodt

Steigenberger Grandhotel Petersberg

Hoher Freizeitwert im urigen Idyll

Auf knapp 50 Flusskilometern werben Windeck, Eitorf und Hennef um Touristen

Foto: P. Lorber
Foto: P. Lorber
Die Zentralorte der drei Siegkommunen Windeck, Eitorf und Hennef lassen sich an einem Tag mit dem Fahrrad erkunden. Flussabwärts geht das auf den Fahrradwegen, die meist an der Sieg entlangführen, am besten. Um die insgesamt rund 270 Dörfer und Weiler der „großen Drei“ kennenzulernen, braucht es mehr Zeit. Viele befinden sich auf den 20 Routen der Erlebniswege der Naturregion Sieg. Sie sind zwischen fünf und 23 Kilometer lang und begeistern geübte Wanderer ebenso wie ambitionierte Spaziergänger. Reich an Idyllen ist die Obere Sieg, an der der Überfluss an Fachwerk vielen Dörfern einen ähnlich musealen Charakter verleiht wie etwa dem Heimatmuseum in Altwindeck. Mit der Halle Kabelmetall hat sich in Schladern das vor sechs Jahre eröffnete Bürger- und Kulturzentrum etabliert.

Große Erfindung

Wie Windeck hat Nachbarin Eitorf rund 19.000 Einwohner und kann ebenfalls mit Bilderbuchmotiven dienen. In großen Betrieben wie ZF Sachs oder Weco hat die Gemeinde wichtige Arbeitgeber. 1144 wird Eitorf erstmals urkundlich erwähnt, als „Villa Eidtorph“. Noch älter ist die erste urkundliche Nennung von „Geistinge“, sie stammt aus dem Jahr 800. 1934 wurde Geistingen dem seit 1981 mit Stadtrechten versehenen Hennef eingegliedert, das 1075 erstmals in den Chroniken als „Hanafo“ auftaucht. Große Bekanntheit erlangte die gut 49.000 Einwohner zählende Stadt, als Carl Reuther 1869 die „Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“ gründete. Zusammen mit Eduard Reisert erfand er 1883 die erste automatische, eichfähige Waage der Welt. 20 Bildungseinrichtungen hat die Stadt, darunter das Kunstkolleg Rhein-Sieg-Akademie und das Carl-Reuther Berufskolleg. Von 1912 bis 1984 war Hennef Kurstadt. Den Kurpark gibt es heute noch. Schwimmer und Sonnenanbeter schätzen den Allner See.

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