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Dr. Frank Benzel, Dr. Albrecht Möllmann und Carsten Krause (v. l.) von HyCologne stellen einen Toyota Mirai vor. Bild: HyCologne e. V.

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Forschung an den Energieträgern der Zukunft Der Hürther Verein „HyCologne“ entwickelt Ideen rund um den Wasserstoff-Antrieb

24.03.2022

„Vernetzen. Entwickeln. Machen.“ Unter dieses klare Motto stellt der Verein „HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland“ seine Arbeit. Seit 2007 setzt sich das Netzwerk erfolgreich für innovative und nachhaltige Wasserstoff-Projekte rund um den Klimaschutz ein. Der Verein, der als Vision „unendlich saubere Energie mit Wasserstoff im Rheinland“ formuliert, sieht in dem Energieträger ganz klare Vorteile: Er könne anders als Öl und Gas unendlich hergestellt werden, sei also eine nicht erschöpfliche Ressource. Er stehe für die Vermeidung von CO2, Stickoxid und Feinstaub sowie die Reduzierung von Lärm. Zudem mache der regional hergestellte Wasserstoff von Energie-Importen aus dem Ausland weniger abhängig.

Heerdt

Ökologisch unverzichtbar

Mit knapp 50 Mitgliedern – große und mittelständische Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Hochschulen sowie Kommunen und öffentliche Einrichtungen – werden richtungsweisende Lösungen im Bereich der Wasserstofftechnologie geschaffen. Aus dem Rhein-Erft-Kreis engagieren sich die Städte Hürth, Brühl, Kerpen und Bedburg, die Stadtwerke Hürth und Brühl sowie einige Firmen als Netzwerkpartner, um gemeinsam neue Ideen für Wasserstoff zu finden und ihn als unverzichtbaren Energieträger zu etablieren.


"Wasserstoff ist eine unbegrenzt herstellbare Ressource"


Günstig und emissionsarm

Die vielfältigen Kompetenzen werden gebündelt, um die Marktreife und Wirtschaftlichkeit der Wasserstofftechnologie besonders im Rheinland zu verbessern und große Projekte zu realisieren. Dabei spielt die Nutzung von Nebenprodukt-Wasserstoff aus der chemischen Industrie im Großraum Köln eine entscheidende Rolle: Die regional ausgeprägte Verfügbarkeit, die niedrigen Herstellungskosten sowie die Möglichkeit, CO2 zu vermeiden, treiben die Schaffung innovativer Wasserstoffanwendungen voran. „Wir wollen Prozesse anstoßen, die zum Selbstläufer werden und Brücken zwischen den Netzwerkpartnern bauen“, schildert Dr. Albrecht Möllmann, Vorstandsvorsitzender von HyCologne.

Hürths Bürgermeister Dirk Breuer, Stadtwerke-Vorstand Stefan Welsch und RVK-Verkehrsleiter Carsten Bußjäger (v. l.) präsentieren einen Brennstoffzellen-Hybridbus. Bild: RVK
Hürths Bürgermeister Dirk Breuer, Stadtwerke-Vorstand Stefan Welsch und RVK-Verkehrsleiter Carsten Bußjäger (v. l.) präsentieren einen Brennstoffzellen-Hybridbus. Bild: RVK

Busflotte ist Vorreiter in Europa

Besonders gelungen ist dieses Vorhaben bei einem Projekt, das europaweite Strahlkraft hat: Mit 52 Fahrzeugen betreibt die Regionalverkehr Köln (RVK) aktuell die größte Busflotte mit Brennstoffzellenantrieb in Europa und gilt als Vorreiter bei der Umstellung auf Wasserstoffantrieb im öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) – ein Erfolg, der in der Startphase durch HyCologne zustande kam. Auf Initiative des Vereins wurde 2010 gemeinsam mit Partnern eine Wasserstofftankstelle neben dem Chemiepark Knapsack in Betrieb genommen. Ein Jahr später wurden dort zwei Prototyp-Brennstoffzellenbusse betankt, mit einem produktionsbedingt anfallenden Nebenprodukt: Wasserstoff aus der Chloralkali-Analyse eines im Chemiepark ansässigen Unternehmens. Die Busse wurden im Regionalverkehr in den Städten Hürth und Brühl gefahren und getestet. Auf Basis der Ergebnisse wurden weitere Tankstellen im Großraum Köln gebaut und die Busflotte sukzessive erweitert. Noch ist die Flotte mit höheren Betriebskosten und aktuell rund 600 .000 Euro Anschaffungskosten pro Bus ein Zuschussgeschäft, so Möllmann: „Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis genug Erfahrungen gesammelt wurden und die Preise durch Serienfertigung sinken werden.“

Neues Onlineportal startet bald

Um diesen Prozess zu beschleunigen, wurde kürzlich auch das Projekt „H2Pro3“ ins Leben gerufen: Im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Braunkohlerevier entwickelte eine Expertengruppe eine digitale Plattform, um die Wasserstoff-Ökonomie auszubauen. In einem Konsortium der Partner HyCologne, der Technischen Hochschule Köln und der coac GmbH aus Köln wurde die Plattform entworfen, die der Vernetzung von Marktteilnehmern sowie einer Aufklärung von politischen Entscheidern und der Öffentlichkeit dienen soll. „Unsere zahlreichen Mitglieder in der Region haben das Ziel, den Ausbau des Wasserstoffökosystems zu beschleunigen, und wir schaffen dafür eine digitale Plattform,“ formuliert Carsten Krause von HyCologne. Dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Portal soll baldmöglichst als Pilotversion zur Verfügung stehen.
 


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