Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Anzeigen

Bei den Arbeiten an der Takelage dürfen Azubis keine Höhenangst haben Bild: timursalikhov/Stock.Adobe.com

ANZEIGE

Unterschätzte Nischen Cembalobauer und Segelmacher sind spannende Lehrberufe

17.09.2020

Das Handwerk umfasst 130 Ausbildungsberufe, das macht die Wahl nicht gerade leicht. Normalerweise können Schulabsolventen sich am „Tag des Handwerks“ über einige davon vor Ort informieren. Das geht dieses Jahr nicht. Hier zwei unterschiedliche Berufe, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.

KölnBusiness

Musik in den Ohren

Wer sich gerne mit Musik beschäftigt, aber außerdem handwerklich arbeiten möchte, ist bei einer Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer gut aufgehoben. Während der Lehre bekommen die Azubis gezeigt, wie Klaviere, Flügel, Cembalos und Spinette gebaut, repariert oder restauriert werden. Für das Herstellen von Resonanzböden und Gehäusen ist Geschick in der Holzverarbeitung hilfreich.

Zudem sind Ausdauer und Geduld gefragt, denn bis der komplexe Innenbau der Instrumente gefertigt ist – Wirbel und Hämmer werden eingesetzt, Saiten aufgezogen – kann es schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine der größten Herausforderungen stellt am Ende das perfekte Stimmen des Instruments dar. Dafür sind nicht nur theoretische Kenntnisse in den Bereichen Akustik und Harmonielehre, sondern ebenso praktische Erfahrungen im Klavierspiel notwendig. Zudem wird ein sehr gutes musikalisches Gehör benötigt. Der Beruf bietet die Möglichkeit, sich auf die Bereiche Reparatur oder Restaurierung zu spezialisieren – je nach individuellen Neigungen und Fähigkeiten.

Alles rund ums Tuch

Handwerkliches Geschick ist bei beiden Ausbildungen gefragt Bild: Krasser/ Stock.Adobe.com
Handwerkliches Geschick ist bei beiden Ausbildungen gefragt Bild: Krasser/ Stock.Adobe.com

Ohne sie wären viele auf hoher See verloren: die Segelmacher. Sie messen, berechnen und designen Segeltücher. Bei der anschließenden Herstellung kommt es auf äußerste Reißfestigkeit von Material und Naht an. Zudem wird das richtige Verhalten auf dem Wasser und an Bord, Sicherheit und Gewässerschutz vermittelt. Die angehenden Lehrlinge fertigen und reparieren zudem Planen für Lastwagen, Bootsbezüge, Markisen und Überdachungen. Zelte stellen sie ebenso her, wobei sie mit eigenen Ideen die bunte Vielfalt auf Campingplätzen bereichern können. Darüber hinaus werden sie während ihrer Ausbildung darin geschult, wie Planen und Segel richtig und sicher angebracht werden. Arbeiten an Rigg und Takelage sind dabei keine Seltenheit.  
  

INFORMATIONEN VON A–Z

Hilfe bei der Bewerbung bietet die Webseite des Handwerks Bild: Daniel Ernst/Stock.Adobe.com
Hilfe bei der Bewerbung bietet die Webseite des Handwerks Bild: Daniel Ernst/Stock.Adobe.com

Wer unsicher ist, welche Ausbildung die passende ist, der findet auf der Internetseite des Handwerks eine Übersicht zu allen 130 Berufsprofilen inklusive ausführlicher Informationen zu den entsprechenden Lehren. Der „Berufe-Checker“ schlägt dem Suchenden nach fünf Fragen vor, welche Ausbildung passen könnte. Der „Lehrstellenradar“ zeigt auf, in welcher Region welche Plätze zu finden und wo Praktika verfügbar sind. Wer Tipps für die Bewerbungsmappe sucht, der wird dort ebenso fündig.

https://handwerk.de