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Die Spielerinnen und ihre Trainer sind ein eingeschworenes Team Bild: Volkmann

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Drei Jahrzehnte Frauenpower Die Fußballerinnen von Union Blau-Weiß Biesfeld feiern ihr 30-jähriges Bestehen

30.09.2020

Als Petra Rahm im Jahr 1989 auf die Idee kam, eine Fußball-Damenmannschaft zu gründen, konnte sie nicht wissen, dass daraus einmal eine Erfolgsgeschichte werden würde. Interessierte Spielerinnen suchte sie kurzerhand per Anzeige. Tatsächlich meldeten sich viele spielfreudige Frauen, darunter ehemalige Kickerinnen von Rot-Weiß Olpe. Nach kurzer Zeit konnten bereits die ersten Trainingsspiele beginnen. Am 2. August 1990 offiziell gegründet, blicken die Fußballerinnen von Union Blau-Weiß Biesfeld in diesem Jahr auf ihr 30-jähriges Bestehen und eine ganze Reihe sportlicher Erfolge zurück.

Frauen bleiben treu

„Das Halbfinale im Mittelrhein-Pokal gegen den damaligen Regionalligisten Fortuna Köln in der Saison 2012/13 gehört zweifellos zu den Höhepunkten“, erinnert sich Vanessa Döpper. „Das Spiel ging für uns als Mittelrheinligisten zwar am Ende mit 0:4 verloren, aber der Einsatz aller Spielerinnen auf dem Platz und die Stimmung am Spielfeldrand war hervorragend – ein echter Gänsehaut-Moment.“ Die 32-jährige Abwehrspielerin wollte wie ihre Brüder schon als Kind Fußballerin werden. Vor 15 Jahren fand sie auf dem Fußballplatz an der Jahnstraße ihre sportliche Heimat, der sie bis heute treu geblieben ist. „Im Gegensatz zu Männern wechseln Frauen im Fußball nicht so oft den Verein und pflegen auch abseits des Platzes den Kontakt zu Mitspielerinnen. Das sorgt für Zusammenhalt in der Mannschaft und zahlt sich aus, wie man bei uns sehen kann.“

Saisonvorbereitung war schwierig
  

Das Mannschafts-Maskottchen Hanna wurde nach Abteilungsleiterin Hanna Heidemann benannt, die im Jahr 2012 starb Bild: Volkmann
Das Mannschafts-Maskottchen Hanna wurde nach Abteilungsleiterin Hanna Heidemann benannt, die im Jahr 2012 starb Bild: Volkmann

Beste Voraussetzungen eigentlich, um das 30-jährige Jubiläum gebührend zu feiern. „Leider hat die Corona-Pandemie unsere Saison-Vorbereitung gehörig durcheinander gebracht. Seit Anfang Juni durften wir wieder trainieren, aber sportlich gesehen läuft es nach den ersten Spielen noch nicht wirklich rund“, erläutert Cennet Wendel. Die 27-jährige Mittelfeldspielerin wechselte im Jahr 2016 vom SV Union Rösrath nach Biesfeld, kann ihr Team derzeit aber nur vom Spielfeldrand aus unterstützen. „Schwangerschaftsbedingt musste ich meine Fußballschuhe vorübergehend an den Nagel hängen. Neben unserem Trainer Hans-Peter Ludes und Co-Trainerin Alexandra Esch habe ich aber die sportliche Leitung übernommen, um der Mannschaft weiterhin zur Seite zu stehen.“

Jubiläum im kleinen Kreis

Für das Trio eine Herausforderung, denn nach drei verlorenen Spielen steht das Team um Spielführerin Jill Schneider derzeit am Ende der Mittelrheinliga-Tabelle und ist immer noch auf der Suche nach der Form der vergangenen Saison. Entsprechend bescheiden fallen die Saisonziele derzeit für Cennet Wendel aus. „Ganz weit oben steht für uns der Klassenerhalt und natürlich der dritte Gewinn des Kreispokals in Folge. Und ja, vielleicht feiern wir auch unser Jubiläum, Corona-bedingt vermutlich aber nur im kleinen Kreis.“
   

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