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Bei Kindern läuft die Verarbeitung von Trauer anders ab als bei Erwachsenen Bild: udra11/stock.adobe.com

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Für Kinder in schweren Zeiten stets da sein Der Kölner Verein TrauBe kümmert sich um die Trauerbegleitung von Mädchen und Jungen

3.11.2021

Der Verlust einer nahestehenden Person ist schlimm, Kinder trifft er in vielen Fällen aber besonders hart. Entsprechend wichtig ist es, dass diese in solch schweren Zeiten Menschen um sich herum haben, die trösten, erklären oder einfach nur da sind. Während der Pandemie war dies nicht in der Form möglich, wie es viele Betroffene gebraucht hätten.

Nähe ist wichtig

Treffen mit Freunden mussten ausfallen, von tröstenden Umarmungen wurde abgeraten. „Die alltäglichen Unterstützungsmöglichkeiten, die Familien im Trauerprozess erfahren, sind in dieser Zeit weggefallen“, sagt Manuel Schweichler, der pädagogische Leiter des Kölner Vereins TrauBe, der sich um die Trauerbegleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmert. „Diese unterschiedlichen Austauschmöglichkeiten fehlten natürlich sehr.“ Entsprechend wichtig sei es in der Zeit des Lockdowns gewesen, per Telefon oder Videogespräch für die Betroffenen da zu sein. Ein Service, den auch TrauBe angeboten hat.

Vielfältiges Angebot

Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet der Verein seit dem Jahr 2011 Treffen in den Räumlichkeiten an der Aachener Straße an. Je nach Gefühlslage können die Mädchen und Jungen dort beispielsweise im Bällebad toben, sich am Boxsack abreagieren, beim Basteln kreativ sein oder sich im Snoozleraum etwas vorlesen lassen. Die erwachsenen Begleitpersonen kommen wiederum im Angehörigenraum zusammen und haben dort ebenfalls die Möglichkeit, sich über ihre eigenen Trauerthemen auszutauschen.

Gruppenaufteilung nach Alter

Insgesamt gibt es bei TrauBe zwölf Gruppen, die alle 14 Tage für anderthalb Stunden zusammenkommen und jeweils aus bis zu zwölf Kindern sowie sechs Trauerbegleitern bestehen. Unterteilt wird dabei in sechs Gruppen für Kinder bis zwölf Jahren, zwei Gruppen für Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 und drei Gruppen für junge Erwachsene sowie einen offenen Treff.

Unkompliziertes Kennenlernen

Wichtig zu wissen: Auch ein Beratungsgespräch am Telefon kann schon helfen. Es geht nicht immer gleich um die Aufnahme in eine Trauergruppe. Wenn doch, funktionieren die Kontaktaufnahme sowie die Integration unkompliziert. Denn um zu verstehen, wie bei TrauBe gearbeitet wird, werden Kinder und ihre Erziehungsberechtigten zu einem Kennenlerngespräch eingeladen. Währenddessen entscheidet sich, ob sie das Angebot wahrnehmen wollen. „Familien und junge Menschen, die Bedarf haben, können sich gerne jederzeit bei uns melden. Denn alleine eine erste Beratung kann schon eine enorme Erleichterung sein“, sagt Heike Brüggemann, die bei TrauBe ebenfalls der pädagogischen Leitung angehört. „Selbst wenn eine dauerhafte Begleitung nicht in Erwägung gezogen wird, helfen wir gerne weiter.“
  

KONTAKT

Bei TrauBe engagieren sich rund 50 Ehrenamtler, die sich nach den Richtlinien des Bundesverbandes Trauerbegleitung e. V. (BVT) qualifiziert haben. Unter 0221/26136731 oder kontakt@traube-koeln.de ist das Team erreichbar.