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Aktuell steht das Grundwasser in der Baugrube, in der Taucherarbeiten stattfinden

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Sicherheit steht an erster Stelle Vorbereitung der Sanierung läuft – Bevor der Beton raus kann, muss Kies rein

22.04.2021

Rund 2.000 Kubikmeter Beton wurden direkt nach dem Einsturz des Stadtarchivs in die Baugrube am Waidmarkt gepumpt, um das dort entstehende Gleiswechselbauwerk gegen Auftrieb zu sichern. Nach mehr als einem Jahrzehnt Berge- und Beweiserkundungsarbeiten konnte nun mit den umfangreichen Vorarbeiten für Sanierung und Weiterbau begonnen werden. Der Beton bleibt drin. Es wird sogar noch mehr Beton und Kies in das Bauwerk eingebracht. Erst wenn dies bis zur oberen Bauwerksdecke hin verfüllt ist, kann es richtig losgehen.
  

Die Baustelle wurde für die bevorstehende Sanierung komplett neu eingerüstet
Die Baustelle wurde für die bevorstehende Sanierung komplett neu eingerüstet

Gegendruck erzeugen. Klingt unlogisch, ist aber leicht erklärt: Das Bauwerk befindet sich ab etwa 6,50 Metern unter der Geländeoberkante im Grundwasser, das von außen auf die Baugrubenwände drückt. Damit diese dem Druck standhalten, muss es von innen einen Gegendruck geben. Der kann erzeugt werden, indem die Baugrube ebenfalls mit Wasser gefüllt wird oder aber – wenn im Trockenen gearbeitet werden soll – mit Beton und Kies. Im Zuge der Sanierung werden die Baugrubenwände dann sukzessive mit Stahlsteifen gegeneinander abgestützt.

Arbeit unter Wasser. Zunächst wird die durch Bohrungen beschädigte Bauwerksdecke abgestimmt, dann die Zwischendecke. Bei jedem weiteren Schritt nach unten werden die freigelegten Schlitzwandfugen verschlossen. Ab einer bestimmten Tiefe ist der Druck auf die Wände so groß, dass die Baugrube voll Wasser gepumpt und weiter mit Tauchern gearbeitet werden muss. Der Auflastbeton wird mit hydraulischen Sprengungen aufgebrochen und ebenso wie der Schutt mithilfe eines Krans und mit Saugpumpen entfernt werden.

Weiterbau und Fertigstellung. Ist alles freigeräumt, wird unter Wasser eine 2,20 Meter mächtige Betonsohle gegossen. Die Baugrube ist jetzt dicht und kann wieder leergepumpt werden. Nun geht es nach oben: Wände, eine neue Zwischendecke und Decke werden gebaut, Steifen entfernt. Im Zwischengeschoss entsteht ein Unterwerk für die Stromversorgung des Bahnbetriebs, im obersten Stockwerk ein Raum für weitere Nutzungen. Sicherheit steht bei der Bauausführung an vorderster Stelle. Gerechnet wird derzeit mit einer Fertigstellung Ende 2028/Anfang 2029.
   

Mehr Infos im Netz

Einen Film zu den aktuellen Bauarbeiten sowie eine Animation zu Sanierung und Weiterbau finden sich unter:

www.nord-sued-stadtbahn.de/baustelleninfos/baustelleninfos_waidmarkt.html