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Gute Karten für saubere Luft: Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Stadt Köln drohende Fahrverbote abzuwenden – Die KVB spielt dabei eine wichtige Rolle

Grünes Licht für nachhaltige Schritte zum Schutz der Umwelt 

Für den heutigen 12. September wird das Revisionsurteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster im Streitfall der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land NRW erwartet. Die Kölner Luft steht dort im Mittelpunkt, denn in der befinden sich zu viele Stickoxide (NOx). Insbesondere am Clevischen Ring und an der Aachener Straße werden regelmäßig die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Mit einem Luftreinhalteplan soll seit einigen Jahren die Luft sauberer werden.

Ein neuer Plan. Im ersten Urteil vor dem Verwaltungsgericht Köln entschieden die Richter, dass der Luftreinhalteplan nicht ausreiche und zusätzlich Diesel-Fahrverbote notwendig seien. Das Land NRW nutzte die Möglichkeit der Revision und hat zwischenzeitlich in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln einen neuen Luftreinhalteplan erlassen. Seitdem hat sich einiges in Köln getan. Ob die Richter am Oberverwaltungsgericht zur Überzeugung kommen, dass der neue Luftreinhalteplan genügt oder doch Fahrverbote kommen, wird sich zeigen. Doch Köln hat gute Karten für saubere Luft. Nachfolgend ein paar Beispiele der KVB, die Vorbild sein können.

Räder für die ganze Stadt

Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Stadt Köln drohende Fahrverbote abzuwenden – Die KVB spielt dabei eine wichtige Rolle Image 1
Im Mai 2015 fügte die KVB mit dem KVB-Rad ihrem Mobilitätsangebot eine dritte Säule zu. Seitdem wurden insgesamt über 3,7 Millionen Fahrten mit den Leihrädern verzeichnet. Bereits 130.000 Menschen gehören zum Kreis der registrierten Nutzer. Dabei sind die Fahrtenzahl und der Nutzerkreis stets gestiegen, selbst nach dem Auftreten weiterer Leihradanbieter. Radfahren erfreut sich in Köln insgesamt immer größerer Beliebtheit. Jede Fahrt mit einem Fahrrad ist frei von NOx-Emissionen. Mit den KVB-Rädern sind die Nutzer durchschnittlich 1,6 Kilometer je Fahrt unterwegs. Und die Entwicklung wird sich fortsetzen: Ab 2020 wird das KVB-Rad in ganz Köln angeboten. Derzeit ist das Bediengebiet noch auf die Innenstadt begrenzt. Die Anzahl der KVB-Räder wird im Jahr 2020 überdies von derzeit 1.650 auf dann 3.000 steigen.

Ausbau von ÖPNV und Umweltverbund

Ensemble Musikfabrik
Ensemble Musikfabrik
Emissionen zu vermeiden und dennoch mobil zu bleiben, gelingt mit einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr und mit einem starken Umweltverbund. Seit Beginn des Schuljahres fahren zum Beispiel die Busse der Linie 139 auf einem längeren Linienweg. Die Linie wurde um etwa ein Drittel Streckenlänge bis zur Gesamtschule am Wasseramselweg verlängert. Acht neue Haltestellen sind hinzugekommen. Nun bindet die Linie 139 nicht nur diese große Schule an, sondern mit ihr sind zugleich das Technologiezentrum Müngersdorf und zwei S-Bahn-Achsen verknüpft. Der Ausbau des ÖPNV-Angebotes hat das Gesamtnetz wieder ein Stück attraktiver gemacht. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember kommen weitere neue und verbesserte Linien hinzu. Und bereits zum vorangegangenen Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wurde das ÖPNV-Angebot erweitert. Zusätzlich wird das Netz der Mobilstationen in Köln dichter – wie zum Beispiel in der Südstadt mit den Standorten am Severinswall und in der Josephstraße. Nah an der Wohnung und dem Arbeitsplatz finden sich zudem in vielen Quartieren Leihräder oder Carsharing-Wagen an einem Ort. Viele gute Gründe mithin, um auf das eigene Auto immer häufiger oder sogar ganz zu verzichten und damit NOx-Emissionen zu vermeiden.

Diesel werden nachgerüstet

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Die KVB rüstet 77 eigene Dieselbusse sowie 32 Busse des Tochterunternehmens Schilling Omnibusverkehr GmbH mit dem Abgasnachbehandlungssystem „NOx-Buster“ nach. Das Projekt befindet sich in seinem letzten Drittel. Die neuen Katalysatoren sorgen dafür, dass der Ausstoß von NOx um mindestens 85 Prozent gesenkt wird.

Mehr Park & Ride

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Nicht alle Verkehrsteilnehmer können auf ihr Auto verzichten. Manche stellen das Fahrzeug aber vor der Innenstadt ab und steigen in Bus, Bahn oder auf das Fahrrad um. Auch damit wird die Luft geschont, weil in der Innenstadt der Ausstoß von Abgasen und somit von NOx vermieden wird. Für diese Verkehrsteilnehmer sind Parkplätze und -häuser des „Park & Ride“ (P&R) gedacht. Die KVB eröffnet noch in diesem Jahr das neue P&R-Parkhaus in Porz-Wahn. Dort stehen dann direkt neben dem Bahnhof der Deutschen Bahn mit drei S-Bahn-Linien und den Haltestellen von sechs Bus-Linien rund 300 Stellplätze zur Verfügung. Das Parkhaus kostet insgesamt 5,3 Millionen Euro. Der Bund beteiligt sich an der Finanzierung mit nicht weniger als 3,8 Millionen Euro nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz. In der Planung befindet sich der Ausbau der P&R-Anlage in Weiden-West; dort soll mittelfristig der Parkplatz um ein Parkhaus ergänzt werden.

Ökostrom für saubere Busse

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Die Umstellung des Busbetriebs auf E-Mobilität dient nachhaltig der Luftreinhaltung, solange Ökostrom eingesetzt wird. Die KVB setzt solchen Strom, etwa aus Wasserkraft, ein. Bis 2021 werden mit den Linien 141, 145 und 149 (linksrheinisch) sowie 150, 153 und 159 (rechtsrheinisch) die nächsten sechs Strecken umgestellt. Dafür läuft gerade eine Ausschreibung für 50 E-Busse.

Kurztakt

Weidenpesch I
Halle geschlossen

Die KVB baut in Weidenpesch neben ihrer Hauptwerkstatt eine Abstellanlage für 32 Stadtbahnen in Doppeltraktion. Die Ausweitung des KVB-Verkehrs macht die Vergrößerung der Flotte notwendig. Zur Anlage gehört eine große Abstellhalle, in der die Bahnen später geparkt, gewartet und mit Bremssand gefüllt werden. Um die Anwohner vor den Geräuschen dieser nächtlichen Arbeiten zu schonen, wird „der große Parkplatz“ eingehaust. Inzwischen ist fast die gesamte Dachfläche gedeckt, bald beginnt der Innenausbau der Halle. Die Dachdecker, die in den vergangenen Wochen immer wieder samstags gearbeitet haben, haben sich sehr ruhig verhalten. Die Wochenendruhe wurde so nicht gestört.

Weidenpesch II
Lager fertiggestellt
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Auf dem Baugelände in Weidenpesch befand sich zuvor ein altes Lagergebäude. Dieses musste für die neue Abstellanlage weichen. Versetzt wurde ein neues Hochregallager gebaut, das den zeitgemäßen Anforderungen entspricht. Auf 60 mal 16 Metern Grundfläche können etwa 1.000 Paletten eingelagert werden. Das Gebäude besitzt eine Höhe von neun Metern und hat etwa 1,3 Millionen Euro gekostet. Dieses Lager wurde Anfang August in Betrieb genommen, die Bauzeit betrug etwa ein Jahr. Eingelagert werden große und kleine Ersatzteile und Teilsysteme für Stadtbahnen, aber ebenso Materialien für den Gleisbau, Winterdienst und Ähnliches. Die moderne Lagerhaltung setzt dabei ganz auf die digitalen Möglichkeiten.

Weidenpesch III
Bau der Zulaufstrecke

Zum Bauprojekt in Weidenpesch gehört eine etwa 800 Meter lange Zulaufstrecke, über die die Stadtbahnen in die Abstellanlage gelangen. Die Strecke quert die Simonskaul und wird südlich der HGK-Brücke an den Schienenweg der Linien 12 und 15 auf der Neusser Straße angebunden. Der Bau dieser Zulaufstrecke beginnt im Oktober mit der Entfernung der dortigen Vegetation. Anschließend werden das Bodenmaterial entnommen und der Gleisunterbau hergestellt. 2020 folgen dann Schienen, Schwellen und Schotter. In diesem Zusammenhang wird die Stadt außerdem den öffentlichen Raum der Neusser Straße baulich für Fußgänger und Radfahrer neu gestalten.
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