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Die Bundesbürger fütterten ihr Sparschwein bisher gerne Bild: Monster Ztudio/stock.adobe.com

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Sparsamkeit der Deutschen Hat sich durch die Krise etwas am Verhalten der Nation verändert?

15.07.2020

Die Deutschen gelten gemeinhin als Sparfüchse, die besonders für schwierige Zeiten gern Rücklagen schaffen. Doch hat sich durch die Corona-Krise etwas an ihrem Sparverhalten verändert? Verschiedene Studien sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Größere Verunsicherung

Nach einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbandes legen während der aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten 62 Prozent der Deutschen regelmäßig einen Teil ihres frei verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante. Vor drei Jahren waren es nur 53 Prozent. 21 Prozent der Befragten geben an, seit Ausbruch der Corona-Pandemie mehr zu sparen als vor der Krise. Auch wenn die Deutschen in den letzten Monaten etwa für Urlaube oder Restaurantbesuche kaum Geld ausgeben konnten, deute die höhere Sparneigung auch auf die Verunsicherung hin, die die Corona-Krise ausgelöst hat.

Erhöhte private Quote

Zu dem Ergebnis, dass die Deutschen aktuell mehr zur Seite legen, kommt auch eine Studie der DZ Bank. Die Finanz-Experten gehen zwar davon aus, dass es den Menschen wegen coronabedingter Einkommensausfälle schwerer falle, Geld zur Seite zu legen. Doch gerade die Unsicherheit und Zukunftssorgen dürften das Sparverhalten ankurbeln, sagen die Volkswirte der Bank. Vor allem durch den erwarteten Einbruch des privaten Konsums, etwa bei Urlaubsreisen, Restaurantbesuchen und Kleidung schätzen Experten, dass der Anteil der Ersparnis am verfügbaren Einkommen von 10,9 Prozent im Vorjahr in diesem Jahr auf 12,5 Prozent steigen werden. Das wäre die höchste private Sparquote seit dem Jahr 1992.

Zukunftssorgen bedeutsam

Zu anderen Ergebnissen kommen zwei repräsentative Befragungen der Norisbank: Demnach sagten noch im Oktober drei Viertel der Befragten, dass sie 2020 mehr oder zumindest genauso viel sparen wollen wie im Vorjahr. Inzwischen habe jeder sechste seine Sparpläne offenbar aufgegeben. In der aktuellen Befragung der Privatbank sagen bereits knapp 40 Prozent, dass sie künftig weniger oder gar nicht mehr sparen werden. 45 Prozent der Deutschen, so das Umfrageergebnis, möchten mit Blick auf ihre Finanzen erst einmal abwarten, wie sich die aktuelle Situation auswirken wird. Und sagten im Oktober 2019 rund die Hälfte der Befragten noch, dass sie 2020 sogar mehr sparen wollen als 2019, sind es in der Corona-Krise nur noch 39,6 Prozent. Allerdings gewinne vor allem bei den 30- bis 39-Jährigen die gezielte Zukunftsvorsorge wieder an Bedeutung: Nur 25 Prozent von ihnen gaben vor der Corona-Pandemie an, mehr in ihren Vermögensaufbau investieren zu wollen. Nur wenige Monate später seien es aktuell 38,3 Prozent.


Weitere Informationen

» www.bankenverband.de/newsroom/meinungsumfragen/sparverhalten-deutschen-corona-krise/

» www.norisbank.de/ueberuns/presseinformation-norisbank-corona-pandemie-veraendert-sparverhaltender-deutschen-massiv.html

» bielmeiersblog.dzbank.de/2020/04/20/corona-krisebremst-geldvermoegensaufbau-privater-haushalte-in-deutschland/