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So klappt`s in der Ausbildung: Angehende Azubis sollten beim Start in die Lehre einiges beachten

Angehende Azubis sollten beim Start in die Lehre einiges beachten

Beim Unterzeichnen auf die Details achten Bild: djile - stock.adobe.com

Für viele Jugendliche beginnt in diesen Tagen die Lehre. Beim Wechsel von der Schulbank in die Ausbildung ist vieles neu, an die folgenden Dinge sollten sie besonders denken:

Augen auf. Der große Tag ist endlich da, und der Azubi bekommt den Vertrag zugestellt. Ganz wichtig ist, sich diesen vor dem Unterschreiben genau durchzulesen. Dafür kann der Jugendliche sich das Dokument vorher zuschicken lassen und es in Ruhe zu Hause anschauen. Sollten Fragen auftauchen, ist es keine Schande beim Arbeitgeber nachzuhaken. Nach eingehender Prüfung kann er mit ruhigem Gewissen unterschrieben werden. Mit der Unterschrift des Ausbilders ist der Vertrag rechtsgültig. Es sei denn, der Lehrling ist noch keine 18 Jahre alt, dann müssen die Erziehungsberechtigten mit unterzeichnen. Im Vertrag enthalten sein sollten auf jeden Fall Angaben zur Ausbildungsdauer, zur Bezahlung und zur Arbeitszeit.

"Den Vertrag nicht ohne gründliche Prüfung unterschreiben"

Sinnvolle Probezeit. Manchmal passiert es, dass die jungen Erwachsenen nach ein paar Wochen merken, dass sie sich doch für den falschen Betrieb oder nicht die richtige Lehre entschieden haben. Dafür ist die Probezeit da. Sie ist der Zeitraum, indem die Ausbildung von einem Tag auf den anderen ohne Begründung schriftlich gekündigt werden kann. Dies gilt gleichfalls für den Arbeitgeber. Wie lang die Probezeit geht, steht ebenso im Vertrag. Meistens dauert sie zwischen zwei und vier Monaten. Danach kann der Lehrling zu jedem Zeitpunkt mit einer vierwöchigen Frist das Arbeitsverhältnis beenden. Der Arbeitgeber darf ihn nur noch fristlos sowie aus wichtigen Gründen entlassen und kann keine ordentliche Kündigung mehr aussprechen.

Die Frage nach dem Geld. Die Gehälter von Azubis fallen sehr unterschiedlich aus, sind in der Regel aber in Tarifverträgen festgelegt. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb) verdienten Lehrlinge im letzten Jahr im Westen Deutschlands durchschnittlich 881 Euro und im Osten 827 Euro. Deutliche Unterschiede gibt es in den verschiedenen Branchen. Maurer, Beton- und Straßenbauer sowie Fliesenleger haben im Schnitt besonders viel verdient. Nicht so gut sah es im Friseurgewerbe und bei Schornsteinfegern aus. Für alle Betriebe gilt: Die Löhne steigen während der Ausbildungsjahre.

"Maurer, Beton- und Straßenbauer liegen beim Einkommen weit vorne"

Verhalten im Krankheitsfall. Krank werden kann jeder einmal. Wer über Nacht krank wird, muss sich morgens unverzüglich bei seinem Ausbilder melden. Manche Betriebe fordern ab dem ersten Tag bereits ein Attest. In der Regel ist es aber üblich, dass der Betrieb eine Krankschreibung vom Arzt fordert, wenn der Azubi länger als drei Tage ausfällt. Wer in der Berufsschulzeit fehlt, muss sich dort ebenfalls krank melden. Dauert eine Erkrankung länger, zahlt der Betrieb sechs Wochen den Lohn weiter. Danach gibt es Krankengeld von der Krankenkasse.

Ausgleich einfordern. Müssen Azubis Überstunden leisten? Eigentlich nicht. In Ausnahmen ist dies aber möglich. Die Überstunden müssen dann mindestens mit Freizeit oder durch entsprechende Vergütung ausgeglichen werden.

Richtig absichern. Wie sieht die Versicherung für Lehrlinge aus? Anders als bei Schülern und Studenten unter 25 Jahren benötigen Lehrlinge eine eigene Krankenversicherung. Zwei Wochen nach Ausbildungsstart müssen sie sich spätestens für eine Kasse entschieden haben. In der ersten Ausbildung ist noch keine private Haftpflichtversicherung vonnöten, da der Azubi in den meisten Fällen noch über die Familienpolice der Eltern abgesichert ist. Je nach Versicherung kann es vorkommen, dass ein Höchstalter für die Mitversicherten festgelegt ist. Wer unsicher ist, sollte einfach bei seiner Versicherung nachfragen. Verheiratete oder Menschen, die eine zweite Lehre machen, sind nicht mehr über die Haftpflichtversicherung der Eltern geschützt. Zudem ist es empfehlenswert schon während der Lehre eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese greift, wenn der Betroffene aufgrund von Krankheit oder Unfalls nicht mehr voll arbeiten kann.

Guter Rat. Sollte es im Betrieb mal nicht so gut klappen, sucht der Azubi am besten das Gespräch mit dem Chef oder seinem Ausbilder. Hilft auch das nicht, ist zum einen der Betriebsrat eine Anlaufstelle. Speziell für Auszubildende gibt es zum anderen bei den Kammern und Innungen Berater, die für Rat und Tat zur Seite stehen sowie auch anonym Fragen beantworten. (mit Material von djd)

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