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Sie erzählen, wie es wirklich ist: Ausbildungsbotschafter haben einen anderen Zugang zu den Schülern

Von Klasse zu Klasse wandern die Lehrlinge und stehen Rede und Antwort    Bild: Monkey Business/stock.adobe.com

Lisa S. spricht zu einer Klasse, ihr gegenüber sitzen Schüler der Stufe 9 und 10 – sie lauschen gespannt. Die 19-Jährige arbeitet in ihrem zweiten Lehrjahr bei einem Industriekonzern und besucht als Ausbildungsbotschafterin die Klasse. Als solche beschreibt sie die Lehre aus ihrer Sicht, erzählt über die guten und eher schlechten Seiten. Sie übt auch mal ehrlich Kritik. „Die Schüler trauen sich den Botschaftern gegenüber viel mehr und andere Fragen zu stellen,“ erklärt Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung bei der IHK Köln.
 
REWE

"Viele Jugendliche sind unsicher oder haben falsche Vorstellungen"

Realistische Einschätzung

Die „Ausbildungsbotschafter“ zeigen jungen Menschen, wie attraktiv eine duale Ausbildung sein kann. Sie haben sich seit 2015 in der Region, bei den Unternehmen und Schulen erfolgreich etabliert. Nach der Idee des „Peer to peer teaching“ werden dafür Lehrlinge an Schulen entsendet und informieren dort Schüler über ihren Lehrberuf, ihren Schul- und Arbeitsalltag, Karrieremöglichkeiten und ihren Betrieb. Hintergrund der „Ausbildungsbotschafter“ ist die Erfahrung, dass vielen Jugendlichen der Einblick in die Bandbreite verschiedener Berufsfelder und Ausbildungswege fehlt. Vielfach existieren zudem Kontaktängste und Unsicherheiten bezüglich der Ansprache von Unternehmen oder falsche Vorstellungen über die Berufsausbildung. Diese Themen lassen sich oft unkomplizierter mit Gleichaltrigen besprechen als mit Lehrern oder Ausbildungsleitern. Und an diesem Punkt kommen die Ausbildungsbotschafter der IHK Köln ins Spiel.

Unternehmen profitieren

Für Betriebe lohnt sich das Engagement, denn die jungen Azubis präsentieren nicht nur ihren Lehrberuf, sondern vertreten auch ihren Betrieb. Zudem werden sie geschult, um vor Schulklassen auftreten zu können und erhalten somit ein zusätzliches Trainingsprogramm. Die Azubis stellen das Unternehmen glaubwürdiger dar, als ein dafür ausgebildeter Marketingexperte. Sie beschreiben authentisch und realistisch ihr Arbeitsumfeld und erzählen das, was die angehenden Azubis wirklich interessiert. Zudem bekommen sie die Chance, ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen zu stärken und unter Beweis zu stellen. Die Azubis werden für ihr Engagement mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Ausbildungsbotschafter kann jeder, der mindestens im zweiten Lehrjahr ist, werden. Er muss dies nur mit seinem Arbeitgeber absprechen. Der Lehrling sollte offen sein, seine Betrieb sowie Ablauf der Ausbildung gut kennen und Lust haben, vor Leuten zu sprechen und mit ihnen zu interagieren.
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