Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Anzeigen


ANZEIGE

Saison Eröffnung »Alles ist im Wandel begriffen«, so lässt sich der Titel der Metamorphosen übersetzen, der als Überschrift über dem diesjährigen Saisoneröffnungskonzert des Gürzenich-Orchesters steht.

4.09.2020

Richard Strauss schrieb diese »Studie für 23 Solostreicher« unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges – ein Werk der Trauer und des Abschieds, aber auch Auftakt zu etwas Neuem.

Neues, neue Wege erfordert die Corona-Pandemie in allen Lebensbereichen, auch in unserem Konzertalltag. Groß besetzte Werke lassen die aktuellen Abstandsreglungen nicht zu, weshalb wir (nicht nur für dieses Konzert) nach reizvollen, kleiner besetzten Alternativen wie den »Metamorphosen« Ausschau gehalten haben. Auch die Neukomposition Traid?, die Ayanna Witter-Johnson für das Gürzenich-Orchester geschrieben hatte, sprengte die neuen Bühnenpläne. Stattdessen wird die außergewöhnliche Londoner Künstlerin gemeinsam mit dem Orchester ihr brandneues Stück »Unconditionally « für Stimme, Oboe, Streicher und Schlagzeug aufführen, in dem sie selbst den Gesangs- und Cellopart übernimmt. Außerdem hat sie eigens für dieses Konzert die »Fanfare for the Brave« komponiert. Diese »Fanfare für die Tapferen« bildet den Auftakt zu einem Projekt, mit dem das Gürzenich-Orchester nach einer Zeit der Stille ein hörbares Zeichen der Freude und Hoffnung setzt.

Auch der französische Pianist Bertrand Chamayou ist zum ersten Mal zu Gast beim Gürzenich-Orchester, mit dem anspruchsvollen Solopart von Igor Strawinskys »Konzert für Klavier und Blasinstrumente«. Konzentriert sich Strauss in seinen »Metamorphosen « ganz auf die Streicher, stellt sich Strawinsky der Frage, ob man eigentlich mit einem Blasorchester ein klassisches Klavierkonzert schreiben kann. Man kann, wenn man Strawinsky heißt, und sich so beherzt und phantasievoll wie er aus den Baukästen von Barock, Klassik und Moderne zu bedienen weiß. Bertrand Chamayou ist ein geschätzter Gast auf den großen Konzertpodien, von den Salzburger Festspielen bis zur Londoner Wigmore Hall. Mit zahlreichen Preisen für seine CD-Einspielungen ausgestattet, bescheinigt ihm Le Figaro »eine musikalische Intelligenz und Gewandheit, über die nur wahrhaftig großartige Pianisten verfügen.« Die ursprünglich vorgesehene Pianistin Yuja Wang, derzeit in den USA, kann angesichts der Corona-Pandemie nicht nach Europa reisen und musste bedauerlicherweise absagen.

Um allen Interessenten einen Platz bieten zu können, spielt das Gürzenich-Orchester dieses Konzert zweimal, um 11 Uhr und um 14 Uhr am Sonntag den 6. September 2020. Bitte beachten Sie auch die Informationen zum Konzertbesuch auf der folgenden Seite.


FESTKONZERT ZUR SAISONERÖFFNUNG

AYANNA WITTER-JOHNSON
Fanfare for the Brave für Blechbläserensemble und Schlagzeug*
2020

IGOR STRAWINSKY
Konzert für Klavier und Blasinstrumente
1923–24

AYANNA WITTER-JOHNSON
Unconditionally für Stimme, Oboe, Streichinstrumente und Schlagzeug
2020

RICHARD STRAUSS
Metamorphosen
Studie für 23 Solostreicher
1945

Bertrand Chamayou Klavier
Ayanna Witter-Johnson Cello, Gesang und Komposition
Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth Dirigent

Achtung: Zwei Termine
SO 06.09.20
11 Uhr und 14 Uhr
fest.go-tickets.de

*Eine Auftragskomposition des Gürzenich-Orchester Köln, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
  

Ayanna Witter-Johnson

Sie komponiert für renommierte Auftraggeber wie das London Symphony Orchestra und das Kronos Quartett, sie elektrisiert ihr Publikum weltweit mit Soloauftritten mit ihrem Cello und ihrer faszinierenden Stimme und veröffentlicht CDs auf ihrem eigenen Plattenlabel. Ayanna Witter-Johnson, geboren 1986 in London, verfolgt ihren eigenen Weg – oder vielmehr viele Wege. Mit vier Jahren begann sie Klavier zu spielen, mit dreizehn kam das Cello dazu. Sie absolvierte mit Auszeichnung ein klassisches Kompositions-Studium am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London und erwarb einen Master of Music in Komposition an der Manhattan School of Music in New York. Dort gewann sie auch als erste Nicht-Amerikanerin den Amateur Night Live Award am legendären Apollo Theater Harlem, eine Auszeichnung, die vor ihr Künstlern wie Ella Fitzgerald und Jimi Hendrix den Weg geebnet hatte. Ihre genialen Interpretationen von Pop-Klassikern wie »Roxanne« nur mit Cello und Stimme sind ebenso ihr Markenzeichen wie ihre selbst komponierten Songs, deren begnadeten Arrangements eine Vielzahl an Einflüssen aus Jazz, Hip-Hop, Reggae und anderen Feldern einbeziehen.