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Der Rhein-Erft-Kreis will verschiedene Verkehrsträger von Bus und Bahn bis zum Leihfahrrad effektiv zusammenbringen Image 1
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Solche Ladestationen für Elektro-Autos stehen künftig an den geplanten Stationen zur Verfügung. Bild: Kathrin Höhne

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Mobilstationen sollen Verkehr für eine umweltschonende Mobilität vernetzen Der Rhein-Erft-Kreis will verschiedene Verkehrsträger von Bus und Bahn bis zum Leihfahrrad effektiv zusammenbringen

24.03.2022

Der Rhein-Erft-Kreis will künftig auf eine vernetzte Mobilität setzen. „Um die Menschen nachhaltig für eine umweltschonende Mobilität begeistern zu können, brauchen wir ein kluges, vernetztes System verschiedener Verkehrsträger“, betont Landrat Frank Rock (CDU). Ein Baustein dafür sind die sogenannten Mobilstationen. Das sind Orte, an denen mehrere Verkehrsmittel wie Bahnen, Busse, Autos, Fahrräder oder Sharing-Angebote zusammentreffen und diese effektiv, zum Beispiel durch abgestimmte Abfahrtszeiten, vernetzt werden sollen. Zudem soll die Infrastruktur an diesen Stationen so geplant werden, dass der Wechsel von einem Angebot auf das andere möglichst problemlos ist, beispielsweis durch das Vorhandensein von genügend Fahrradboxen und ausreichend Park and Ride (P+R)-Plätzen oder auch Ladesäulen für Elektroautos. Klassische Standorte wären Bahnhöfe oder Busbahnhöfe.

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82 Standorte auserkoren

Im Rhein-Erft-Kreis wurden dafür in den vergangenen Monaten 82 Standorte ausgemacht. Jetzt geht es darum, die Mobilstationen auf die jeweilige örtliche Situation anzupassen. Dazu plant und koordiniert der Kreis gemeinsam mit den Kommunen diese Stationen und unterstützt die Städte beim Finanzierungsantrag beim Nahverkehr Rheinland (NVR). Dieser fördert die Anlagen mit bis zu neunzig Prozent. Somit soll in den nächsten Jahren ein flächendeckendes Netz von Mobilstationen in der Region entstehen.


"Klassische Standorte für die Stationen sind Bahnhöfe und Busbahnhöfe"


Beispiel steht in Liblar

Wie eine solche aussehen kann, zeigt sich bereits am Bahnhof in Erftstadt-Liblar. Eine Säule weist auf verschiedene Angebote und Einrichtungen hin, so auf das automatisierte und ebenerdige Fahrradparkhaus, auf frei zugängliche Fahrradabstellanlagen sowie ein stationäres Carsharing-Angebot vom örtlichen Autohaus Schönauen und zusätzliche E-Lade-Säulen vom Energieanbieter „innogy“.

Im neuen Wohnquartier in Bergheim-Glessen soll im Herbst eine Mobilstation entstehen. Bild: Dornieden-Gruppe
Im neuen Wohnquartier in Bergheim-Glessen soll im Herbst eine Mobilstation entstehen. Bild: Dornieden-Gruppe

Fahrradmietsystem startet

Geplant werden gegenwärtig moderne Fahrradabstellanlagen am Bahnhof in Bedburg und am Rathaus in Kaster, an den Kerpener Bahnhöfen in Sindorf und Buir sowie an allen vier Stadtbahnhaltestellen in Wesseling. Die Fertigstellung ist in den Jahren 2022 bis 2024 vorgesehen. Alle Mobilstationen sollen gleichzeitig in das neue Fahrradmietsystem der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) integriert werden, das in acht Städten im Kreis Mitte des Jahres an den Start gehen soll. „Dieses Fahrradmietsystem soll den öffentlichen Verkehr vor allem auf der sogenannten ersten und letzten Meile abrunden und ist somit ein wichtiger Bestandteil der angestrebten Verkehrswende“, ergänzt Verkehrsdezernent des Rhein-Erft-Kreises Uwe Zaar (Grüne). Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die größeren Mobilstationen um Carsharing-Systeme, einen E-Rollerverleih, Ladesäulen für E-Autos, weitere Fahrräder sowie Packstationen ergänzt werden.


"Verkehrswende wird mit dem Projekt auf den Weg gebracht"


Carsharing mit E-Fahrzeugen

Konkrete Planungen gibt es ebenso in Bergheim-Glessen. Hier soll eine Mobilstation im Herbst gemeinsam mit einem neuen Wohnquartier in Richtung Ortsausgang in Pulheim entstehen. Der Investor, die Dornieden-Gruppe, will in der Anfangsphase für die Mobilstation drei Pedelecs und drei elektrische Lastenräder zur Verfügung stellen. Zudem werden die Stadtwerke Bergheim hier erstmals ein Carsharing-Modell mit E-Fahrzeugen testen, was später auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden soll. In Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr und dem Kraftraumshuttle, dem geplanten On-Demand-Bus-System, wo Menschen per Anruf oder App einen Kleinbus anfordern können, soll die Strategie zum jüngst beschlossenen Klimaschutzkonzept der Stadt passen.