Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Remondis und GVG leisten wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung Image 1
Anzeigen

Die modernisierte Biogastankstelle des Energieversorgers GVG wurde im Februar 2020 eröffnet. Bild: GVG Rhein-Erft

ANZEIGE

Müllabfuhr ist dank Biogas klimaneutral unterwegs Remondis und GVG Rhein-Erft leisten wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung

24.03.2022

Die Diesel-Abgaswolken aus den Auspuffen von Bussen, Lkw und Müllfahrzeugen sollen möglichst bald der Vergangenheit angehören. Dafür werden schon seit einiger Zeit alternative Energiequellen und ihre entsprechenden Antriebe in der Region getestet. So setzt die Niederlassung von Remondis in Erftstadt bereits seit dem Jahr 2018 auf kommunale Sammelfahrzeuge mit Biogasantrieb. Zunächst wurden sechs Sammelfahrzeuge eingesetzt und auf Alltagstauglichkeit, Reichweiten und Betankungszeiten geprüft und optimiert. Im Februar 2020 wurde dann in einem nächsten Schritt eine modernisierte Biogastankstelle des Energieversorgers GVG in Hürth eingeweiht. „Wir sind bereit, sämtliche Kurzstrecken-Logistik der Region, von der Abfallsammlung bis zum Schwertransport, auf CO2-neutrales Biomethanumzustellen“, hatte Werner Abromeit, Geschäftsführer der GVG Rhein-Erft, im Rahmen der damaligen offiziellen Eröffnung verkündet.

Autohaus Bleuel GmbH

Steigende Nachfrage

Seither stehen in Hürth zwei Kompressoren zur Verfügung, die eine gesicherte Betankung gewährleisten. Der parallele Betrieb der beiden Kompressoren ermöglicht eine Betankung mehrerer Lkw direkt hintereinander. Gleichzeitig wird dadurch die Versorgungssicherheit erhöht, da die Kompressoren unabhängig voneinander betrieben werden und beispielsweise im Falle einer Wartung so eine Redundanz gewährleistet ist. Neben einem größeren Kompressor wurde auch eine zweite Zapfsäule errichtet, die neben einer Pkw-Füllkupplung auch eine spezielle Lkw-Füllkupplungbereithält. „Die steigende Nachfrage zeigt uns, dass sich diese Investition lohnen wird. Im gesamten Großraum Köln und innerhalb des Rhein-Erft-Kreises werden wir erheblich zur Reduzierung von Feinstaub- und Partikelbelastungen beitragen und zu einem Zentrum für Biokraftstoff heranwachsen“, führte Werner Abromeit damals weiter aus. Seither werden die Müllfahrzeuge auf der Tankstelle in Hürth betankt und in Pulheim sowie in der Umgebung von Erftstadt eingesetzt.


"Der Treibstoff gewinnt perspektivisch an Bedeutung"


Deutlich geringerer Ausstoß

Der Treibstoff Biomethan überzeugt mit bis zu 90 Prozent geringerem CO2-Ausstoß, bis zu fünf Dezibel geringeren Schallemissionen und circa 60 Prozent reduzierten Stickoxiden gegenüber einem Dieselfahrzeug. Die Feinstaub- und Partikelemissionen befinden sich gerade einmal an der Nachweisgrenze. Die Reichweite der Fahrzeuge beträgt ungefähr 200 Kilometer. Damit sind sie vor allem für den Einsatz in Ballungsräumen sinnvoll. So genießt Biogas in den Planungen vieler Unternehmen einen hohen Stellenwert. Da Erdgasantriebe seit Jahrzehnten im Einsatz und stets weiterentwickelt worden sind, gelingt mit dem Einsatz von nachhaltig erzeugtem Methan der Sprung in die Nachhaltigkeit, ohne dass eine neue Antriebstechnik entwickelt werden müsste.

Die Biogas-Fahrzeugflotte soll bis Jahresende weiter ausgebaut werden. Bild: GVG Rhein-Erft
Die Biogas-Fahrzeugflotte soll bis Jahresende weiter ausgebaut werden. Bild: GVG Rhein-Erft

Besonders wichtig dabei ist, dass das Biogas in einer entsprechenden Anlage aus Materialien aus den Biotonnen der Haushalte und Gewerbebetriebe in der Region gewonnen wird. Die Sammelfahrzeuge für Biomüll transportieren somit ihren eigenen Treibstoff. Dieser kommt zum Beispiel in die im vergangenen Jahr eröffnete neue Vergärungsanlage in Erftstadt, die auf Wunsch des Rhein-Erft-Kreises geschaffen wurde, um die kommunalen Bioabfälle energetisch zu nutzen. Somit stellt das gesamte Vorhaben aufgrund der Herkunft des Biomethans einen geschlossenen Kreislauf dar. Dies bedeutet, dass bereits jetzt schon klimaneutral agiert werden kann, wie die Vertreter der Unternehmen betonen. So gilt die Nutzung von gasbetriebenen Antrieben als starkes Signal für die Vereinbarkeit von Mobilität und Klimaschutz.
 


HINTERGRUND

Nach heutigem Stand werden bundesweit jährlich zehn TWh Biomethan aus Biomasse erzeugt. Vier Millionen Tonnen Bioabfälle landen fälschlicherweise in der Restmülltonne. Würde dieses Potenzial genutzt, ließen sich bis zu 100 TWh Biomethan jährlich erzeugen und anteilig als Biokraftstoff nutzen.