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Eigene Ladestationen werden von der Bundesregierung gefördert Bild: Adobestock/Herr Löffler

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Private E-Infrastrukur wird gefördert In Deutschland soll es künftig deutlich mehr Ladestationen für Elektroautos geben

5.07.2021

Verschiedene Studien haben in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, dass die Anzahl der Ladestationen dem Bedarf der Zukunft noch nicht entspricht. Denn laut Ladenetzranking des Verbandes der Automobilindustrie gab es in Deutschland im Mai 2021 erst 41.750 Ladepunkte. In zehn Jahren dürften laut einer Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums bis zu 14,8 Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Die Studienautoren erwarten, dass dann an 61 Prozent der privaten Stellplätze am Wohnort ein Ladepunkt zur Verfügung steht.

Autohaus Jacob Fleischhauer GmbH & Co. KG

Wohnort mit Ladepunkt

An diesen sieben Millionen privaten Ladepunkten würden 41 Prozent des Stroms getankt werden. Ergänzende, öffentlich zugängliche Ladepunkte seien daher zwingend notwendig und deckten etwa 32 Prozent der verladenen Energiemenge ab. Die restlichen 27 Prozent würden an Ladepunkten auf Firmenparkplätzen verladen werden. In Städten sei ein öffentlicher Ladepunkt pro 14 Fahrzeuge notwendig, auf dem Land reiche einer für 23 Fahrzeuge.
  

Bild: Adobestock/Herr Löffler
Bild: Adobestock/Herr Löffler

Zuschuss der KfW

Interessant in diesem Zusammenhang: Hausbesitzer können seit November 2020 einen Zuschuss für den Einbau einer Elektroauto-Ladestation bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Für Kauf, Einbau und Anschluss können sie pro Ladepunkt 900 Euro Förderung erhalten, wie die KfW mitteilte. Allerdings müsse der für den Ladevorgang genutzte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Das könne über die eigene Photovoltaikanlage oder über einen entsprechenden Stromliefervertrag sichergestellt werden.

Rechtzeitig Förderantrag stellen

Ziel der Förderung ist es laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Privatpersonen zu motivieren, möglichst auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzusteigen und hierfür eine ausreichende Ladeinfrastruktur im privaten Bereich zu schaffen. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohneigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger. Der Förderantrag muss allerdings stets vor Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden.

Gestiegene Nachfrage

Die Bundesregierung hat 200 Millionen Euro für die Förderung privater Ladestationen vorgesehen. Die Nachfrage nach E-Autos ist wegen staatlicher Kaufprämien von bis zu 9.000 Euro stark gestiegen. Experten sehen deshalb nach wie vor einen Nachholbedarf beim Ladenetz. (mit Material von dpa)
   

Kurz & kompakt

Alternative Wasserstoff

In der Debatte um klimaschonende Antriebsformen für Fahrzeuge hat Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger die Elektromobilität als Übergangstechnologie bezeichnet. „Ganz ehrlich, ich habe Zweifel daran, dass die Technik von immer wieder aufzuladenden Fahrzeugen die Technik der Zukunft ist. Ich halte das für einen Übergang“, sagte Dulger der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Langfristig setze er deshalb auf eine andere Technologie. „Wasserstoff ist die Technik der Zukunft – wir können ihn ganz einfach und relativ günstig herstellen. Über die Sonnenergie wäre wieder der Nahe und Mittlere Osten im Spiel und damit wären auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge gewahrt, dadurch dass diese Region Energielieferant bleibt.“ Als weitere Antriebsoption kämen für den Arbeitgeberpräsidenten synthetische Kraftstoffe hinzu. Dulger betonte, für Deutschland als Industrienation sei es wichtig, technologieoffen zu bleiben und nicht alles auf die Karte Elektromobilität zu setzen. Rainer Dulger ist seit dem November des vergangenen Jahres Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Zugleich führt er den Heidelberger Dosier- und Spezialpumpenhersteller Prominent. (mit Material von dpa)