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Die Bläck Fööss begeistern ihr Publikum auch nach über einem halben Jahrhundert. Am 21. August treten sie im Tanzbrunnen auf Bild: Leonie Handrick

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In Heppes Cotta Nova traf sich abends der „harte Kern“ Leverkusener Pit Hupperten über Cotta Nova, Höhner und Leverkusen

19.08.2021

Hallo Pit. Schon zu unserem letzten Gespräch haben wir uns in Opladen getroffen.

PIT HUPPERTEN: Das ist meine alte Heimat, hier habe ich bis 2017 über 16 Jahre gewohnt, gelebt und gefeiert. Und einer meiner besonderen Lieblingsorte war das Cotta Nova. Das war viele Jahre, eher Nächte, mein Wohnzimmer. Hier trafen wir uns oft nach unseren Auftritten auf ein paar Feierabendbierchen. Da war es oft sehr spät und Heppes, der leider im letzten Jahr verstorbene Wirt, den ich sehr mochte, hatte oft bis mindestens drei und nicht selten bis fünf Uhr auf. Der Laden hatte Heppes‘ Seele in sich. Das war einmalig und spannend. Er war Musikliebhaber und -kenner. Hier trafen sich die Leute, die nach Schließung der anderen Kneipen nach Mitternacht weitergezogen sind oder aus Köln zurückkamen. Der harte Kern eben.

Seit Ihrem Einstieg bei den Bläck Fööss sind über vier Jahre vergangen. Wie sieht ein normaler Tag mit der bekanntesten Kölner Combo aus?

HUPPERTEN: Das ist sehr unterschiedlich. Auftrittstage sind natürlich ganz anders, als Studiotage oder Proben, Besprechungen oder Kreativzeiten, in denen an neuen Songs gearbeitet wird. Eigentlich sind wir aber immer fleißig, schließlich sind wir alle noch gut drauf (lacht).
  

Pit Hupperten vor dem ehemaligen Cotta Nova. Für den Gitarristen und Sänger der Fööss war der Kultclub nicht weniger als sein „Wohnzimmer“ Bild: Leonie Handrick
Pit Hupperten vor dem ehemaligen Cotta Nova. Für den Gitarristen und Sänger der Fööss war der Kultclub nicht weniger als sein „Wohnzimmer“ Bild: Leonie Handrick

Noch zwei Gründungsmitglieder sind dabei. Im Mannschaftssport würde man sagen, das Team steht vor einem Umbruch.

HUPPERTEN: Nach drei Wechseln (2016 kam Mirko Bäumer für Kafi Biermann, 2017 Pit Hupperten für Peter Schütten, 2019 Hanz Thodam für Hartmut Priess/d. Red.) wird es noch ein paar Jährchen dauern, bis der nächste Ur-Fooss in die wohlverdiente Rente geht.

Sie sind Sänger, Texter und Performer und agieren in unterschiedlichen Formationen und Genres. Wie bekommen Sie diesen Spagat – zeitlich wie musikalisch – hin?

HUPPERTEN: Seit ich bei den Fööss bin, spielen meine vielen anderen Bands und Projekte natürlich die zweite Geige. Wenn wir Fööss Urlaubszeit haben, kann ich hier und da auch mal das eine oder andere Projekt wiederbeleben. Für mich eine wunderbare Abwechslung und die Rückkehr ins Leben davor.

In Zeiten wie diesen sind Künstler nicht weniger kreativ. Themen stauen sich an. Welche brennen Ihnen besonders auf der Seele?

HUPPERTEN: Die Fööss haben ja in ihrem riesigen Repertoire bereits sehr viele Themen verarbeitet. Das ist schon ein unglaublicher Liedschatz und es kommen ja auch neue Songs aus unserer oder meiner Feder dazu. Natürlich war beim Songwriting der letzten Zeit auch Corona eines der Themen. Auch der Wandel der Welt in all seinen Formen. Vor allem hat mich das Gefangensein in den eigenen Wänden und die Geisterstadt-Stimmung beschäftigt.

In den zurückliegenden, schwierigen Monaten war zumeist das Tonstudio Ihre Bühne. Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?

HUPPERTEN: Wir waren jüngst wieder im Studio und haben die Aufnahmen an neuen Sessionssongs, also für den Fasteleer, fast abgeschlossen. Damit sind wir sehr zufrieden. Und der Erfolg des Jubiläumsalbums „5Ö“ aus dem ersten Coronajahr 2020 hat uns echt umgehauen!

Wann und wo sehen die Leverkusener den Leverkusener Pit Hupperten wieder live on stage?

HUPPERTEN: Am 21. August spielen wir im Tanzbrunnen. Das ist ja quasi um die Ecke. Am 1. und 2. Dezember sind wir in der Opladener Scala mit den Fööss und zwei Tage vor Heiligabend im Scala mit meiner David Bowie Tribute „Jakob Hansonis Band/Space Oddity“.
   

VITA:

Pit Hupperten, Jahrgang 1974, kam in Leverkusen zur Welt. Mit fünf Jahren betrat er die Bühne. Als Schüler gründete er seine erste Band. Mit den „Allerwertesten“ war er häufig im Fernsehen zu Gast. Er begleitete Sarah Connor als Background-Sänger, war mit Herbert Grönemeyer auf Tour und wurde von Udo Jürgens als Studiomusiker engagiert. Seit April 2017 ist er offizielles Mitglied der Bläck Fööss.