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Eine Blasenschwäche kann den Alltag stark beeinträchtigen Bild: Tiko/stock.adobe.com

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Offen mit dem Tabuthema umgehen Inkontinenz: Viel zu oft wird noch aus Scham geschwiegen

21.10.2021

Schon beim Lachen oder Husten kann es passieren: Ein paar Tropfen Urin gehen unfreiwillig in die Hose. Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen – und schweigen oftmals aus Scham. Wie können Betroffene ihren Leidensdruck verringern?

Hohe Dunkelziffer

Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich unter Inkontinenz leiden, können Experten nur schätzen. Denn die Dunkelziffer ist hoch, weil die meisten ihre schwache Blase lieber verschweigen, als sich anderen anzuvertrauen. „Wenn es mit der Blasenfunktion nicht mehr so klappt, kratzt das am Selbstvertrauen“, weiß Gerhard Fieberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Seniorenliga. Betroffene schämen sich, mit der Blasenkontrolle eine Fähigkeit zu verlieren, die sie bereits als Kleinkind erlernt haben.

Behandlung gut möglich

Selbst gegenüber dem eigenen Partner geben 90 Prozent der Erkrankten aus Angst vor Ablehnung nicht zu, dass sie Probleme haben, die Blase zu kontrollieren. Das ergab die Studie „Mythos Inkontinenz“. Menschen mit Blasenschwäche sollten den Mut haben, sich rechtzeitig einem Arzt anzuvertrauen. Mit der richtigen Ernährung und regelmäßiger Beckenbodengymnastik erhalten Betroffene häufig noch lange ihre Lebensqualität und bleiben weiterhin aktiv.

Keine Frage des Alters

Die Mehrheit der Betroffenen schweigt außerdem, weil sie Inkontinenz noch immer für eine Krankheit des Alters hält und nicht weiß, dass es in jeder Lebensphase Auslöser geben kann, die zur Blasenschwäche führen. Vielen fällt es schwer, dies zu akzeptieren und sich Hilfe zu holen. Erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist, wenden sich vier von zehn Befragten hilfesuchend an den Hausarzt, zeigt die Studie. Nicht selten kommt eine Inkontinenz dabei eher zufällig beim Routine-Check in der Praxis zur Sprache. „Wenn der Arzt in diesem Rahmen aktiv nachfragt, wie es mit der Blasenfunktion und dem Wasserlassen klappt, sind viele Betroffene geradezu erleichtert“, erläutert Gerhard Fieberg. (mit Material von djd)