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Blick auf Porz-Mitte von Köln-Weiß aus Bild: Alexander Kuffner

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Der schäle Süden ist ganz schön unterschätzt Porz: Zwischen Rheinstrand und Shopping, Naturerlebnis und Ausflugszielen

27.11.2021

Seit vielen Jahren wird daran gebaut und so langsam werden endlich erste Erfolge sichtbar – die „Neue Mitte“ Porz soll dem cantz schön bekannten Kölner Veedel op d‘r Schäl Sick neue Lebensqualität einhauchen. Allerdings steht diesem Vorhaben derzeit noch das Dechant-Scheben-Haus im Weg. Der unschöne Betonklotz könnte erst in acht bis zehn Jahren verschwunden sein, falls die Baugesellschaft sich mit der im Haus sitzenden Deutschen Bank nicht einigen kann. Doch so kurz vor Weihnachten sollte man den Teufel nicht an die Wand malen. Fakt ist: Porz hübscht sich gerade mächtig auf. Durch seine direkte Rheinlage war das Veedel schon immer schön gelegen und belebt war es ohnehin. Allerdings wurde es von bösen Zungen – vor allem aus dem linksrheinischen Raum – fortwährend als hässlich verschrieen. Vielleicht liegt das aber auch nur an der alten Fehde zwischen den erst 1975 eingemeindeten Porzern und den alteingesessenen Kölnern an sich.

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Markt und City Center

Gut – Porz Mitte geht nicht als Klein-Paris durch, so viel Ehrlichkeit muss sein. Und doch hat es durch seine eigene Fußgängerzone einen unschlagbaren Vorteil. Wem die Innenstadt zu voll und zu unüberschaubar ist, der kann dort, nur rund neun Kilometer Luftlinie vom Dom entfernt, in aller Ruhe durch die Geschäfte bummeln. Dazu kommt der Wochenmarkt auf dem Marktplatz und – nicht zu vergessen – eine eigene kleine Mall mit dem City Center.

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Nicht nur Porzer lieben Porz

Um noch eine weitere Lanze für den unterschätzen Stadtteil zu brechen: Beim großen Veedels-Check des „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Jahr 2018 gaben rund 70 Prozent der in Porz lebenden Menschen an, dass ein Umzug in ein anderes Veedel für sie nicht in Frage käme. „Warum auch?“ würden diejenigen fragen, die sich vor Ort auskennen. Denn wer von Porz nicht nur die Mitte kennt, sondern auch all die vielen kleinen Veedel ringsum, dürfte schnell von der Vielfalt des schälen Kölner Südens angetan sein.

Überall Wasser

Beginnen wir mit dem allgegenwärtigen Vater Rhein. Von der Promenade in Porz-City bis zum urgemütlichen Porz-Zündorf lädt das (meist) blaue Band an vielen Stellen zur Erholung ein. Die Freizeitinsel Groov in Zündorf ist – neben der dortigen Gastronomie und den pittoresken Häusern – ein beliebtes Ausflugsziel für alle Kölner. Es soll immer noch Domstädter geben, die zum allerersten mal staunend durch Zündorf flanieren und ein ungläubiges „Dat es ooch noch oss Kölle?“ hervorbringen. Wer vom großen Marktplatz mit seinen kulinarischen Angeboten, dem Schwimmbad oder dem Minigolfplatz und den Wasserspielen auf der Groov genug hat, kommt nach wenigen Schritten über die Brücke auf der Halbinsel an. Über 100 Jahre alte Weiden und Pappeln geben dort eine mächtige Kulisse für einen erholsamen Spaziergang zwischen dem Rheinufer und seinem alten Arm ab. Im Sommer locken dazu eine Menge teils versteckter Sandstrände zum Picknick. Wer dann immer noch gut zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, der entert das „Krokodil“. Diese Fähre verbindet Porz-Zündorf mit dem linksrheinischen Veedel Weiß. Vom dortigen Anleger aus bietet sich ein schöner Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Weißer Bogen an. Auch bis ins beliebte Rodenkirchen ist es dann nicht mehr weit.


"70 Prozent der Porzer würden ihr Veedel nicht verlassen"


Selbst drumherum schön

Apropos Natur: Innerhalb der Porzer Grenzen befindet sich mit der Wahner Heide immerhin das artenreichste Naturschutzgebiet des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen mit vielen verschiedenen Wanderwegen – und das rund um den Flughafen gelegen. Mit dem Gut Leidenhausen, seinen Wildtiergehegen und dem großen Spielplatz hat Porz darüber hinaus ein weiteres Ausflugsziel für Familien zu bieten, in dem auch gerne naserümpfende Linksrheinische ihr Wochenende verbringen.