Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Anzeigen

Seit Sommer 2019 sind die Scooter mit Elektromotor in Deutschland zugelassen Bild: Robert Kneschke/stock.adobe.com

ANZEIGE

Neue Mobilität für alle E-Scooter werden immer komfortabler und locken als Alternative zum E-Bike. Allerdings herrscht bei den geltenden Nutzungsregeln noch großer Nachholbedarf

26.04.2021

Draufstellen, einschalten und losfahren: E-Scooter sind aus dem Straßenbild kaum noch wegzudenken, vor allem die Verleihroller sind weit verbreitet. Seit im Sommer 2019 die mit Elektromotoren ausgestatteten Scooter in Deutschland erlaubt wurden, haben sie viele Fans gefunden – für den Kilometer zwischen Bahnhof und Arbeitsstelle oder um durch die Stadt zu cruisen.

Autohaus Bergland GmbH

Mischung aus E-Scooter und E-Bike

Wer einen solch wendigen Flitzer häufig benutzen möchte, sollte darauf achten, dass er leicht zusammenfaltbar ist und im Kofferraum wenig Platz einnimmt. Ein innovativer Faltmechanismus erlaubt es, den Roller innerhalb von wenigen Sekunden zu falten und sicher zu verstauen – oder auch in Bus und Bahn mitzunehmen. Der E-Scooter wird als Steh- und als Sitzfahrzeug mit weichem Sattel angeboten. Letzteres ist vor allem für Vielfahrer sowie längere Strecken bequem und eine interessante Alternative zum Fahrrad oder E-Bike. Die Akkus haben meist eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Beim E-Scooter mit Sitz kann zwischen einer 20 km/h-Variante (keine Helmpflicht) und einer 25 km/h-Variante (Helmpflicht) gewählt werden.

Mangelnde Kenntnisse

Wie aber steht es um die Kenntnis der geltenden Regeln bei der Benutzung von E-Scootern? Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) offenbarte Lücken: So wusste beispielsweise nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent), dass für E-Scooter-Fahrer die gleichen Promillegrenzen wie für Führer anderer Kraftfahrzeuge gelten. Auch das Verbot des Fahrens auf Gehwegen war über einem Viertel der E-Scooter-Fahrer (28 Prozent) nicht bekannt. Zudem glaubten 18 Prozent fälschlicherweise, dass das Fahren auf Gehwegen generell erlaubt sei, zehn Prozent waren sich nicht sicher.


"Nur wer die Regeln kennt und umsetzt, kann Unfälle vermeiden"


Kampagne klärt auf

Um die Regelkenntnisse der E-Scooter-Nutzer zu verbessern und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, setzt die neue Kampagne „Roll ohne Risiko“ des DVR verstärkt auf Aufklärung: „Nur wer die Regeln kennt und sich an diese hält, kann Unfälle für sich und andere vermeiden“, betont DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf. Um dieses Ziel zu erreichen, kooperiert der DVR unter anderem mit den E-Scooter-Anbietern Bird, Lime, Tier und Voi. Die wichtigsten Regeln sind auf Stickern und Lenkerschildern auf Deutsch und Englisch an den Fahrzeugen angebracht. In Bars und Kneipen werden zudem sogenannte Edgar Cards und Bierdeckel ausgelegt, um gezielt über das Thema „E-Scooter und Alkohol“ aufzuklären. (mit Material von djd)
  

Kurz informiert

E-Scooter werden immer komfortabler und locken als Alternative zum E-Bike. Allerdings herrscht bei den geltenden Nutzungsregeln noch großer Nachholbedarf Image 2

GUT ZU WISSEN

Die wichtigsten Regeln für Fahrer von E-Scootern

1. Den Radweg nehmen – ist keiner vorhanden, muss die Fahrbahn genutzt werden. Das Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerzonen ist untersagt, außer ein Zusatzschild erlaubt es ausdrücklich.
2. Niemals zu zweit auf einem E-Scooter fahren. Die Fahrzeuge sind nur für eine Person zugelassen.
3. Für E-Scooter-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer: Ab 0,5 Promille drohen ein Bußgeld von mindestens 500 Euro, ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte im Fahreignungsregister. Am besten: gar keinen Alkohol trinken.
4. Den E-Scooter immer so abstellen, dass niemand behindert wird und Wege nicht versperrt werden.
5. Möglichst einen Helm tragen, auch wenn es keine Helmpflicht gibt.
6. Besonders in den nassen Jahreszeiten auf die Bodenbeschaff enheit achtgeben und längere Bremswege bei nassem oder rutschigem Untergrund (etwa durch Laub) einplanen.

GROSSE AUSWAHL AN E-ROLLERN

Umweltfreundlicher Fahrspaß

Mit Strom betriebene Roller verschiedener Klassen sind für viele Menschen eine Alternative zum Pkw, denn sie verbrauchen weniger Energie, sind platzsparender und können schnell an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose mit frischer Energie versorgt werden. Unter Umständen werden sie sogar finanziell gefördert, zum Beispiel aus den Töpfen verschiedener Städte. Hier lohnt sich eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung. Zusätzlich sollten Fahrer im Sinne des Umweltschutzes darauf achten, dass der Wunschroller nicht nur schadstoffarm auf der Straße unterwegs ist, sondern auch klimafreundlich produziert wurde. Auf die Klimabilanz wirkt es sich positiv aus, wenn die Fahrzeuge komplett in Europa gefertigt sind und keine Teile aus anderen Kontinenten eingeflogen werden müssen. (mit Material von djd)