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Nachhaltige Apps für Köln und die Welt Wie diverse Anwendungen fürs Handy dabei helfen können, sich umweltbewusster zu verhalten

6.01.2021

Apps und Websites mit Informationen für einen nachhaltigen Lebensstil erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Eine umfangreiche Übersicht findet sich beispielsweise auf der Plattform Utopia. Einige, etwa der ökologische Fußabdruck der Hilfsorganisation Brot für die Welt oder der CO2-Rechner, betrachten unser gesamtes Verhalten. Bei anderen, wie der Regio-App oder dem nachhaltigen Warenkorb, geht es allgemein ums Einkaufen. Eine dritte Gruppe spezialisiert sich auf einzelne Produktgruppen, wie der WWF-Fischratgeber.

Emissionen werden angezeigt.

Oft gibt es zur Webseite gleich die App, doch nicht immer lohnt sich der Download. Michael Bilharz, der beim Umweltbundesamt den CO2-Rechner und das UBA-Verbraucherportal betreut, ist skeptisch bei Apps, die nicht vom Nutzer her gedacht sind. Häufig nachgefragt werden laut Bilharz Angebote, die sich ums Essen drehen: Bei den Klimatariern schiebt der Nutzer sich zum Beispiel virtuelle Zutaten auf den Teller und bekommt dazu die CO2-Emissionen angezeigt. Der Klimateller rechnet die Emissionen verschiedener Gerichte aus und hält Tipps und klimafreundliche Rezepte bereit. Bei Too Good To Go gibt es günstiges Essen aus Überschüssen.

Nutzen genau abwägen

Allerdings werden viele Apps oder Webseiten nicht mehr aktualisiert. Das hänge nicht zuletzt von den jeweiligen Erlösmodellen ab, sagt Utopia-Chefredakteur Andreas Winterer. „Es gibt etliche mit viel Enthusiasmus gestartete Apps, wo dann leider nicht viel mehr passiert, sobald der Enthusiasmus der Startphase einmal weg ist.“ Aufschluss geben können die Angaben zu den Anwendungen aus den jeweiligen App-Stores oder die Zahl der Downloads und die Nutzerkritiken. Wollen Betreiber vor allem Geld verdienen, werden oft viele Nutzer-Informationen verlangt. „Wenn eine App Zugriff auf Ihre auf dem Smartphone gespeicherten Medien oder gar Ihr Telefonbuch möchte, sollten Sie überlegen, ob sich die Informationen oder Funktionen nicht auch auf einer Webseite finden lassen“, rät Christine Steffen, der bei der Verbraucherzentrale NRW für digitalen Datenschutz zuständig ist. Gerade bei Apps können viele persönliche Daten anfallen, die nicht immer für das Funktionieren erforderlich sind. So können auch Daten im Hintergrund gesammelt werden, ohne dass die App in Gebrauch ist. Um dies zu verhindern, sollte regelmäßig in den Einstellungen festgelegt werden, auf welche Daten die App zugreifen darf.

Anspruchsvolle Siegel merken

Was fehlt, ist laut Kerstin Etzenbach-Effers von der NRW-Verbraucherzentrale eine App, die Produktgruppen-übergreifend bewertet und möglichst von einer unabhängigen Organisation wie Stiftung Warentest betrieben wird. „Genauso fehlt eine App, die nicht nur die Schadstoffe im Endprodukt beurteilt, sondern auch die Umwelt- und Sozialstandards bei der Produktion oder die technische Sicherheit der Produkte.“ Insgesamt rät die Expertin, sich von jeder Produktgruppe die zwei wichtigsten Siegel zu merken. Neben dem Blauen Engel, der für viele Produktgruppen gelte, sei das im Bereich Kleidung/Textilien das Label GOTS (Global Organic Textile Standard). Bei Naturkosmetik lohnt es sich, auf eine Zertifizierung nach BDIH-Standard oder das Natrue-Siegel zu achten. Für Bauprodukte und Farben sind wiederum das Natureplus-Siegel, das Eco-Institut-Label und der Blaue Engel von Bedeutung. Bei Spielzeug und Elektroartikeln garantiert das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit) zumindest eine Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen. (mit Material von dpa)
  

App- und Web-Tipps von Utopia

» Ökologischer Fußabdruck Brot für die Welt
» CO2-Rechner
» Regio-App
» Nachhaltiger Warenkorb
» WWF-Fischratgeber
» Verbraucherportal des Bundesumweltamtes
» Webseite Naturtrip
» CO2-Rechner Klimatarier
» Klimateller
» Too Good To Go
» Webseite Siegelklarheit
» Webseite Label-Online