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Das neue Kraftwerk Genesis soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen Bild: von Hoensbroech

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Mit Hockdruck Richtung Fertigstellung Neues Kraftwerk Genesis

24.11.2021

Das hochmoderne Gas-Kraftwerk Genesis wächst. „Der Bau ist ziemlich weit fortgeschritten trotz aller Schwierigkeiten und Verzögerungen durch Corona. Wir gehen davon aus, dass wir Anfang nächsten Jahres mit der Inbetriebnahme des ersten Kessels beginnen können“, erklärt der zuständige Programm-Manager Johannes Fuchs. Bis alle drei Kessel laufen und die alten komplett abgeschaltet sind, wird es dann noch einige Monate dauern. Denn der Wechsel von Öl auf Gasbefeuerung erfolgt im laufenden Werkbetrieb.

Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie sind die Arbeiten an Außenfassade, Aufbauten und Isolierung auf dem Hauptdach vollständig abgeschlossen. Die Zwischenwände im Kesselhaus sind ebenfalls komplett. „Ende September konnten wird an dem letzten Kessel erfolgreich den Drucktest durchführen und anschließend mit den Ausmauerungsarbeiten beginnen“, so Johannes Fuchs. Im Nachhinein könne er sagen, dass sich durch die Pandemie das Projekt deutlich verzögert habe. Lieferengpässe und die Einhaltung von Hygienemaßnahmen sowie regelmäßige Testungen hätten zu einem erheblichen Mehraufwand geführt.


"Die Anwohner dürfen sich freuen"


Doch der lohnt: Genesis spart künftig 20 Prozent Kohlendioxid, 30 Prozent Stickstoffoxide und 80 Prozent Schwefeloxide ein. Gleichzeitig erhöht sich die Effektivität der Anlage. „Die neuen Boiler sind ein wichtiger Baustein im Transformationsprozess hin zu einem Netto-Null-Emissionsunternehmen“, bekräftigt Johannes Fuchs. Die bestehenden Rauchgasentschwefelungsanlagen werden nach der Modernisierung nicht mehr benötigt und stillgelegt. Die Anwohner dürfen sich über ein leiseres Kraftwerk freuen. Denn die neuen Kessel sind in einem eignen Kesselhaus verbaut, welches die Geräuschemissionen reduziert. Zudem erhöht die moderne Technik die Anlagensicherheit und macht das Gesamtsystem stabiler.

Pro Kessel werden künftig 150 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugt. Hinzu kommt der Gasturbinen-Abhitzekessel, der zusätzlich 150 Tonnen stündlich liefert. Benötigt werden maximal 420 Tonnen, sodass immer ein Kessel in Reserve ist. Der Dampf, der künftig durch eine Gasbefeuerung erzeugt wird, wird für die unterschiedlichsten Prozesse am Standort Köln-Godorf des Energy and Chemicals Park Rheinland benötigt. Er beheizt etwa die kilometerlangen Rohre im Werk oder treibt stromerzeugende Turbinen an. Je nach Verwendung sind unterschiedliche Druckstufen und Temperaturen nötig. Der Dampf entsteht in Hochdruck-Dampfkesseln mit bis zu 100 bar und 530 Grad Celsius. Mehrere Dampfturbinen erzeugen zudem den gesamten Strombedarf, der für den Betrieb des Godorfer Werks notwendig ist.