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Dr. Marie-Christine Frank gründete die Initiative #MACHERINNEN_CGN – ein Kölner Business-Netzwerk für Frauen Bild: Rheinproduktiv

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Gründerinnen fördern Nach wie vor sind Frauen in der Start-up-Welt in der Minderheit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Eine Initiative in der Domstadt will die Kölnerinnen unterstützen

26.03.2021

Nur knapp 16 Prozent der Gründer in Deutschland 2020 sind weiblich. Das ist das Ergebnis des Female Founder Monitor des Bundesverbands der deutschen Start-ups und Google. Und ihr Anteil steigt nur langsam. Dabei sind inzwischen in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen Frauen ebenso stark vertreten wie Männer. Und selbst in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) schließt sich die Lücke zunehmend. Warum also sind unter den Gründern nach wie vor so wenige Frauen?

Kapitalgeber präferieren Männer

Zunächst wird kaum ein Start-up von einer Person allein gegründet. Fast immer bildet sich ein Team, um ein Unternehmen aufzubauen. Die Studie zeigt jedoch, dass gerade rein weibliche Gründerteams in der Start-up-Szene benachteiligt werden: Mehr als ein Viertel der rein männlich geführten Jungunternehmen in Deutschland haben bislang mehr als eine Million Euro an Risikokapital von Investoren erhalten. Unter denen mit rein weiblichem Gründerteam kommen nur etwas mehr als fünf Prozent über diese Schwelle. Unter Investoren werde mit zweierlei Maß gemessen, sagte auch Alexander Hirschfeld, Forschungschef des Start-up-Bundesverbands der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Frauen werden im Prozess des Pitchens, des Vorstellens ihres Startups, anders wahrgenommen: Während Männer, die sich ein bisschen weiter aus dem Fenster lehnen, häufig als mutig oder risikobereit beschrieben werden, wird Frauen in solchen Situationen eher Unerfahrenheit oder Naivität zugeschrieben.“


"Frauen wird Unerfahrenheit oder Naivität zugeschrieben"


Zugang verschaffen

Und wie gelangen Gründer an ihre Kapitalgeber? Es fängt damit an, diese zu identifizieren und kennenzulernen. Zwei Drittel der Männer-Teams in der Studie sagen, dass es ihnen leicht oder zumindest nicht besonders schwerfalle, in Netzwerke von Investoren oder etablierten Unternehmen vorzustoßen. Unter Frauen-Teams sagen das nur weniger als die Hälfte. Das Problem hat auch Dr. Marie-Christine Frank, Gründerin der Initiative #MACHERINNEN_CGN – ein Kölner Business-Netzwerk für Frauen, erkannt: „Frauen fehlt häufiger als Männern der Zugang zur etablierten Wirtschaft und zum Kapital beziehungsweise dem Investmentbereich. Daher ist es wichtig, Frauen in genau diese Netzwerke zu bringen.“ Ihre Initiative soll Abhilfe bieten. „Wir sind ein schnell wachsendes branchen- und positionsübergreifendes Kölner Netzwerk, das die Mitglieder auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch bringt.“ Es gehe primär nicht um Positionen, sondern um die Teilnehmerin, ihre Stärken, Bedürfnisse und Ziele. Die Expertin sagt: „Über den Aufbau dieser sogenannten ‚weak ties‘ – schwache Verbindungen – entstehen in der Regel tolle Projekte, es werden Jobs vergeben und gemeinsam Dinge angestoßen.“ Dazu habe sie eine eigene Methodik entwickelt, die den Frauen helfe, unter diesen etwas herausfordernden Bedingungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn nicht jeder Person fällt es leicht. Die Initiative will alle Frauen ansprechen: von der Gründerin, über die Projektmanagerin, Politikerin oder Wissenschaftlerin bis zur weiblichen CEO. So sollen neue Perspektiven geschaffen werden, Informations- und Wissensvorsprünge entstehen sowie Türen sich öffnen.
  

Unterstützung für Gründerinnen

Ob bei KölnBusiness, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Verein Neues Unternehmertum Rheinland oder dem Netzwerk #Macherinnen_Cgn – es gibt zahlreiche Anlaufstellen für Gründerinnen, bei denen sie Unterstützung finden.