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Friseure haben es während des Lockdowns schwer Bild: Jacob Lund - adobe-stock.com

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Manche Branche boomt – Lob für Mitarbeiter Viele Betriebe kommen dank einer guten Auftragslage sicher durch die Krise, aber es gibt auch Sektoren, die große Probleme haben

27.01.2021

Das Handwerk boomt. So ist es oft zu lesen und so wird es erzählt. Ist dem denn so? Auch während der Pandemie? Die Antwort lautet „ja“ und „nein“. Eine einheitliche Aussage kann nicht getroffen werden. Es ist ein sehr differenziertes Bild, das sich im Oberbergischen Kreis abzeichnet. Generell ist festzuhalten: Dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe geht es meist gut, die Auftragsbücher sind gefüllt und auf den Baustellen kann fast normal gearbeitet werden.

Der Aggerverband

Schwierige Lage

„Dennoch gibt es auch hier ein deutliches ‚Aber‘“, sagt Marcus Otto, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. „Letztlich muss jeder Betrieb einzeln betrachtet werden, jedes Unternehmen hat seine individuelle Auftragslage und Herausforderungen.“ Schwieriger ist hingegen die Lage der Handwerker im Lebensmittelbereich und Veranstaltungssektor.

A.S. Création Tapeten AG

Ihnen sind unzählige Aufträge verloren gegangen. Dem Cateringgeschäft kann beispielsweise kaum nachgegangen werden. Zudem finden derzeit große Veranstaltungen nicht statt oder sind untersagt. Hilferufe erreichen die Kreishandwerkerschaft darüber hinaus aktuell regelmäßig aus dem Friseurhandwerk.


"Für die Betriebe fordern wir eine unbürokratische und zuverlässige Hilfe"


Kosten decken

Das eigene Zuhause zu verschönern, hat aktuell bei vielen Priorität Bild: Anselm - adobe-stock.com
Das eigene Zuhause zu verschönern, hat aktuell bei vielen Priorität Bild: Anselm - adobe-stock.com

Viele Betriebsinhaber wissen jetzt im zweiten Lockdown nicht mehr, wie sie ihre Kosten decken und ihren Betrieb am Laufen halten sollen. „Daher fordern wir vehement eine unbürokratische, einheitliche und zuverlässige Hilfe für die Betriebe“, wiederholt Otto, seine Forderungen nach Corona-Hilfen, die vor Ort auch ankommen. Aus diesem Grund hat der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft bereits Anfang Januar die regionalen Schwierigkeiten und Fragestellungen des Friseurhandwerks in einem Schreiben an Bundesfinanzminister Olaf Scholz adressiert. Dennoch gibt es Handwerksbereiche, die sogar ein Umsatzplus verzeichnen. Meistens stehen die Aufträge im Kontext mit der Verschönerung von Eigenheimen. Durch weggefallene Urlaube und mehr Zeit zuhause werden vielen Menschen Veränderungspotenziale in den eigenen vier Wänden deutlich: Man macht es sich zu Hause schön. Eine Entwicklung, die im Frühling begonnen hat und weiterhin anhält.

Die eigenen vier Wände

Trendforscher beschreiben das Phänomen „Rückbesinnung auf das eigene Zuhause“ in dem Trend „Cocooning“. Die Bezeichnung bezieht sich auf das englische Verb to cocoon - sich in einen Kokon einspinnen. Dies passiert derzeit durch die Corona-Schutzmaßnahmen zwangsläufig. Das Cocooning scheint immer dann einen Schub zu bekommen, wenn Ereignisse außerhalb der eigenen Einflussmöglichkeit auftreten.