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Am Aussehen der Produkte ist nicht zwangsläufig zu erkennen, ob sie noch frisch sind Bild: goodluz/stock.adobe.com

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Lebensmittelinfektionen sicher verhindern Es gibt Nahrung, bei der Verbraucher sehr achtsam sein sollten

29.04.2021

Der Nudelsalat sieht noch gut aus, übel riechen tut er nicht. Allerdings steht er schon seit Tagen im Kühlschrank. Soll ich es riskieren? Die Antwort lautet: kommt darauf an. Wobei unbedingt bedacht werden sollte, dass Eindrücke täuschen können. Ernährungswissenschaftlerin Ute Gomm: „In vielen Fällen sieht oder riecht man, ob Lebensmittel noch gut sind – aber eben nicht in allen Fällen.“ Wenn beispielsweise Salmonellen in der Nahrung sind, merken Verbraucher dies erst, wenn es zu spät ist: Die Lebensmittel riechen und schmecken normal. Dennoch reagiert der Körper später mit Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen und manchmal auch mit Fieber, um die Bakterien loszuwerden.
  

Es gilt das Mindesthaltbarkeits- vom Verbrauchsdatum zu unterscheiden Bild: shootingankauf/stock.adobe.com
Es gilt das Mindesthaltbarkeits- vom Verbrauchsdatum zu unterscheiden Bild: shootingankauf/stock.adobe.com

Trinken hilft

Fachleute unterscheiden zwischen einer Lebensmittelinfektion mit Bakterien oder Viren und einer Lebensmittelvergiftung, bei der Bakterien Giftstoffe bilden. „In beiden Fällen hilft es, viel zu trinken und sich auszuruhen“, sagt Gastroenterologe Professor Heiner Wedemeyer. So könne der Körper am besten dabei unterstützt werden, die Schadstoffe aus dem Verdauungstrakt zu transportieren. Auch Hausmittel helfen. „Cola wirkt leicht verstopfend, kann bestimmte Giftstoffe binden und mit aus dem Körper nehmen“, erläutert Wedemeyer. „So kann der Körper ein wenig entlastet werden.“ Salzstangen seien bekömmlich und versorgten den Körper mit Salz. Bessern sich die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden, wobei mehr Eile bei Kindern, Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen geboten ist.

Besondere Sorgfalt

Doch das kann verhindert werden. „Es gibt ein paar Lebensmittel, bei denen ich besonders aufpassen muss“, sagt Gomm. Dazu gehören Fleisch, Fisch, Milchprodukte und rohe Eier. „Ich wäre also zum Beispiel vorsichtig bei Speiseeis, Sahnebackwaren, Feinkostsalaten, Marinaden und Soßen.“ Speisen, die roh serviert werden, sollten nur mit frischen Zutaten hergestellt werden. „Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, saubere Arbeitsflächen, das Einhalten der Kühlketten“, erklärt Gomm. Wenn die Lebensmittel nicht roh weiterverarbeitet werden, sollten sie vollständig erhitzt werden. Zudem rät die Expertin, heikle Lebensmittel separat zu lagern und zuzubereiten. Wer also Fleisch im Kühlschrank auftaut, sollte darauf achten, dass das Tauwasser nicht in Berührung mit anderen Lebensmitteln kommt.

Unterschiede kennen

Wer sich beim Aussortieren von Lebensmitteln an Daten orientiert, sollte zwischen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum unterscheiden können. Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt an, wie lange Lebensmittel ungeöffnet bei richtiger Lagerung mindestens haltbar sind. Das Verbrauchsdatum dagegen gibt Auskunft darüber, wann ein Lebensmittel spätestens verzehrt werden sollte. Während der Stichtag also beim Verbrauchsdatum ernst genommen werden sollte, ist er beim Mindesthaltbarkeitsdatum eher als Hinweis zu verstehen. (mit Material von dpa)