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In der dreigliedrigen Abstellhalle finden insgesamt 64 Stadtbahnwagen Platz. Eingeklinktes Bild: Morgens fahren sie über die Zulaufstrecke in 32 Doppeltraktionen ins Liniennetz

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Eine neues Zuhause für 64 Stadtbahnen Die KVB nimmt in Weidenpesch ihre Abstellanlage für Stadtbahnen in Betrieb – Rund 67,5 Millionen Euro wurden in die Anlage investiert

22.04.2021

Insgesamt 64 Stadtbahnwagen, die in 32 Doppeltraktionen im Liniennetz unterwegs sind, finden in der neuen Anlage in Weidenpesch ihre „Heimat“. Auf dem Areal befinden sich die dreigliedrige Abstellhalle, in der sich auch eine Waschanlage und eine Besandungsanlage befinden, ein Fahrdienstgebäude und ein Lager. Seit dem 12. April wird ein Drittel der Halle genutzt. Im Sommer folgt das zweite und bis Jahresende ist die gesamte Anlage in Betrieb. So können sich Abläufe Stück für Stück einspielen.

Architektonische Gestaltung. Die Fassaden sind mit warmem Backstein und mit Metallblenden gestaltet, damit sich die Gebäude eher sanft anstatt klotzig in die Umgebung einfügen. Im Blickfeld aus einiger Entfernung – etwa vom neuen Bahnübergang an der Simonskaul aus – fällt die Einrichtung kaum auf. Über eine Zulaufstrecke gelangen die Bahnen im großen Bogen auf das und von dem Gelände. An der Neusser Straße entstand ein großer Knotenpunkt mit mehreren Weichen.

Notwendige Erweiterung. Die weiteren Abstellanlagen der KVB wiesen keine Kapazitäten mehr auf, sodass eine zusätzliche gebaut werden musste. Insgesamt verfügt die KVB derzeit über 384 Stadtbahnwagen. Im Unterschied zu anderen Flächen auf den Betriebshöfen in Braunsfeld, Merheim, Wesseling sowie den Anlagen in Zündorf und am Stadion ist die neue Anlage in Weidenpesch komplett umschlossen: Dach und Wände verhindern die Ausbreitung von Schall, um die Nachbarschaft zu schützen.

Engpässe vermeiden. Neben der Kapazitätserweiterung der Abstellflächen ermöglicht die moderne Anlage außerdem, Engpässe in anderen Bereichen zu umgehen. So existieren zwar auf den bestehenden Betriebshöfen der KVB zum Beispiel weitere Waschanlagen, aber die Fahrzeugdisposition hat es einfacher, wenn abgestellte Fahrzeuge ortsnah durch die Waschanlage gebracht werden können. Überdies können defekte Stadtbahnen nachts erst einmal im großen Bogen in die neue Abstellanlage gebracht und dann am nächsten Tag in die benachbarte Hauptwerkstatt umgesetzt werden. Bisher mussten solche Fahrzeuge nachts durch die enge Simonskaul bis zur Hauptwerkstatt gefahren werden, was für die Anwohnerschaft belastend gewesen sein dürfte.

Verbesserung der Abläufe. Die Einhausung ist aber für den KVB-Betrieb ebenso von Bedeutung. Die angenehmen Innentemperaturen sind für die Fahrerinnen und Fahrer, aber ebenso für die weiteren Beschäftigten von Vorteil. Sie brauchen in der kalten Jahreszeit nicht in vereiste Bahnen zu steigen. Zudem müssen die Bahnen in der nächtlichen Betriebspause nicht warm gehalten werden. Genauso wenig können Schnee und Frost in harten Wintern die Stadtbahnen beeinträchtigen oder eine morgendliche Ausfahrt erschweren. Ähnlich ist es im Hochsommer. Sehr warme Bahnen können, wenn sie zwischen den Verkehrsspitzen in der Halle „Pause machen“, etwas runterkühlen, sodass hitzeempfindliche Bauteile nicht so schnell ausfallen. Unter dem Strich stärkt das die Qualität des ÖPNV-Betriebs.