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20 Mitarbeitende aus den Bereichen Service, Sicherheit und Fahrausweisprüfung versehen ihren Dienst im Rahmen des einjährigen Pilotprojektes jetzt mit Bodycams

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Einsatz mit Bodycams Pilotprojekt: KVB-Mitarbeitende im Außendienst erproben Körperkameras

24.03.2022

Mitarbeitende aus den Bereichen Service, Sicherheit und Fahrausweisprüfung erleben mitunter unerfreuliche oder sogar bedrohliche Situationen bei ihren Einsätzen. „Die meisten Fahrgäste sind freundlich, aber Ausnahmen bestätigen die Regel“, sagt Sascha Lautwein. Zusammen mit 19 Kolleginnen und Kollegen hat sich der „Leiter Sicherheit in der Bahn“ zur Teilnahme an dem einjährigen Pilotprojekt „Bodycams“ gemeldet. Die Aufgabe des Teams ist es, in Bahnen, an und in den Haltestellen nach dem Rechten zu sehen und Fahrscheinkontrollen durchzuführen. Kein leichter Job: „Es gibt immer wieder renitente Personen, die auf Widerstand aus sind, Hausregeln missachten oder schwarzfahren. Immer häufiger kommt es zu Übergriffen. Vielfach sind das verbale Attacken, aber auch körperliche Auseinandersetzungen, die Arbeitsausfälle nach sich ziehen.“

Deeskalierende Wirkung. 2019 verzeichnete die KVB aufgrund tätlicher Übergriff e auf Mitarbeitende rund 230 Ausfalltage, 2020 waren es bereits 580. Die Bodycams sollen dazu beitragen, diese Entwicklung aufzuhalten. Sie sollen deeskalierend wirken und sowohl die Sicherheit derjenigen erhöhen, die die Körperkameras tragen, als auch die weiterer beteiligter Personen. Lautwein ist überzeugt, dass die Bodycams etwas bringen: „Wenn ich die Kamera einschalte, sieht sich mein Gegenüber direkt im Display. Die Person realisiert, dass sie gefilmt wird. Das wirkt oft schon.“

Aggressives Verhalten. Zunächst wird ein sogenanntes Pre-Recording aktiviert. Dabei werden zwei Minuten lang Aufnahmen gemacht, die jedoch laufend überschrieben werden. Bei Bedarf kann in einen kontinuierlichen Aufnahmemodus geschaltet werden. Da Tonaufnahmen im öffentlichen Raum weiterreichenden rechtlichen Regelungen unterliegen, verzichtet die KVB zunächst darauf. Der Einsatz der Körperkameras ist möglich, wenn jemand aggressives Verhalten zeigt. Die Nutzung ist beschränkt auf Stadtbahnen, Busse und Haltestellen. Die Zielperson wird vor dem Einschalten der Kamera auf die Aufnahme hingewiesen, zudem tragen die Mitarbeitenden Warnwesten, auf denen das Wort „Video“ steht.

Die Auswertung. Der Einsatz wird regelmäßig ausgewertet. Nach einem Jahr soll über einen weiterführenden Einsatz entschieden werden. Einen Film zum Thema gibt es hier:

www.youtube.com/kvbag
 

Rechtlicher Rahmen

Die Aufnahmen werden verschlüsselt aufbewahrt. Die Bodycam-Träger selbst haben keine Zugriffsberechtigung. Eine Auswertung oder ein Zugriff auf die Daten erfolgt nur zu festgelegten Zwecken – etwa um die Aufnahmen an die zuständige Ermittlungsbehörde zu übergeben. Die Bilder tragen dazu bei, Ergebnisse bei der Strafverfolgung, der Identifikation von Tätern und bei der Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche zu verbessern. Nicht benötigte Daten werden unverzüglich und irreversibel gelöscht.