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Vermächtnis statt Erbschaft: Darauf sollten Erblasser achten, wenn sie ihren letzten Willen regeln

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte das Testament deutlich formuliert werden Bild: Butch/stock.adobe.com

In seinem Testament kann der Erblasser einer oder mehreren Personen, die nicht Erben werden sollen, Gegenstände oder Geldbeträge zuwenden. Ein solches Vermächtnis erscheint dann sinnvoll, wenn eine Person mit einem Einzelstück aus dem Nachlass bedacht werden soll, ohne dass sie weitergehende Rechte oder Pflichten erhalten soll. So wird häufig ein Schmuckstück oder ein Kunstgegenstand weitergegeben. Vermächtnisse können jedoch ebenso Bargeld, eine Immobilie oder deren lebenslange Nutzung durch ein Wohn- oder Nießbrauchsrecht sein.

Keine Verbindlichkeiten. Der Vermächtnisnehmer gehört nicht zur Erbengemeinschaft und teilt daher auch nicht deren Pflichten. Er muss weder Nachlassverbindlichkeiten begleichen noch an der Aufteilung des Erbes mitwirken. Allerdings unterliegt das Vermächtnis – genau wie die Erbschaft – der Erbschaftssteuer.

Ohne Erbschein. Als Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers werden die Erben mit diesem Vermächtnis beschwert. Sie sind also dazu verpflichtet, den Gegenstand oder Barbetrag an den Vermächtnisnehmer herauszugeben und so das Vermächtnis entsprechend des Erblasserwillens zu erfüllen. Der Bedachte benötigt dafür keinen Erbschein. In der Regel wird dem Vermächtnisnehmer das Testament durch das Nachlassgericht zugestellt. Er muss sich dann unmittelbar an die Erben wenden, um sein Vermächtnis geltend zu machen.

Anspruch durchsetzen. Eine Verpflichtung der Erben, zur Erfüllung des Vermächtnisses aktiv zu werden, besteht meist nicht. Problematisch kann es sein, wenn die Erben die Erfüllung des Vermächtnisses mit der Begründung verweigern, der Gegenstand sei im Nachlass nicht mehr aufzufinden. Die gerichtliche Durchsetzung des Anspruchs gestaltet sich dann schwierig. Will der Erblasser sicherstellen, dass die angeordneten Vermächtnisse entsprechend seines letzten Willens erfüllt werden, sollte er einen Testamentsvollstrecker bestimmen. Er ist dazu verpflichtet, die Vermächtnisse zu erfüllen.

Auf Pflichtteil anrechnen. Bedenkt der Erblasser ein pflichtteilsberechtigtes Kind mit einem Vermächtnis, ist der Wert auf den Pflichtteil anzurechnen. Der Pflichtteilsberechtigte hat dann die Wahl: Er kann das Vermächtnis ausschlagen und sich den Pflichtteil auszahlen lassen oder er nimmt das Vermächtnis an und erhält den reduzierten, oder je nach Höhe des Vermächtniswertes, überhaupt keinen Pflichtteilsbetrag. Soll ein Erbe mehr erhalten als die übrigen Erben, kann der Erblasser diesen mit einem Vorausvermächtnis bedenken. Dieser Gegenstand ist dann vor Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft herauszugeben und steht dem mit dem Vermächtnis bedachten Erben zusätzlich zu seinem Erbteil zu.

Klare Formulierung. In der Regel werden die Vermächtnisse mit dem Tod des Erblassers fällig. Die Ansprüche verjähren innerhalb von drei Jahren. Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Vermächtnisnehmer von seinem Anspruch erfahren hat. Um Missverständnisse und Streitigkeiten zu vermeiden, ist eine klare Formulierung im Testament unbedingt notwendig. Bei der Ausgestaltung des letzten Willens hilft ein Fachanwalt für Erbrecht.

RALF ALEXANDER MUHS
FACHANWALT FÜR ERBRECHT
JURAPARTNER RECHTSANWÄLTE FACHANWÄLTE

Mehr Infos zum Thema und weiterführende Links unter:

www.ksta.de/rechtsanwaelte
www.rundschau-online.de/rechtsanwaelte
www.express.de/rechtsanwaelte

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