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Urlaubsfreude ade: Wenn die Pauschalreise zum Alptraum wird – Diese Entschädigungen erhalten Betroffene

Falls der Flug nicht startet wie geplant, steht Reisenden je nach Entfernung ein bestimmter Betrag zu Bild: anyaberkut - stock.adobe.com

„Nur noch diese Woche, dann haben wir endlich Urlaub.“ Viele kennen den Gedanken. Aber was tun, wenn die Ferien nicht ansatzweise so schön sind wie vorgestellt? Fliegen wird immer günstiger. In den Prospekten der Reisebüros und Webseiten sehen die Hotels, egal welcher Kategorie, umwerfend aus – Luxus und Entspannung pur. Doch die Realität holt den einen oder anderen dann doch ein. Wer hat es nicht schon einmal erlebt, dass der Flug Verspätung hatte, ein Koffer nicht ankam oder das Hotelzimmer nicht einmal ansatzweise so aussah wie auf den Fotos?

Flug zu spät

Bei Flugverspätungen erhalten Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung – je nach Entfernung des Urlaubsorts in Höhe von 250, 400 oder 600 Euro. Dieser Anspruch besteht nach der Europäischen Verordnung für Fluggastrechte.

Koffer verloren

Kommt ein Koffer verspätet oder überhaupt nicht an, kann Schadensersatz verlangt werden. Ist das Gepäck nicht mehr auffindbar, wird der Wert des Inhaltes von der Fluggesellschaft ersetzt. Reisende sollten sich daher bereits beim Packen gut merken, was sie mitnehmen, was es gekostet hat und wie lange sie es schon haben. In der Praxis verlangen die Fluggesellschaften eine Liste. Zu beachten ist jedoch, dass es eine Höchstgrenze von 1.131 sogenannten Sonderziehungsrechten gibt. Das ergibt umgerechnet knapp 1.400 Euro. Darüber hinaus kann bei einer Pauschalreise zusätzlich Schadensersatz vom Veranstalter wegen entgangener Urlaubsfreude verlangt werden. Dieser Anspruch besteht auch, wenn der Koffer verspätet ankommt.

Mängel vor Ort

Lief beim Transfer alles reibungslos, sind die Reisenden leider noch nicht am Ziel der Träume. Der Pool ist nicht benutzbar, das Zimmer verdreckt, Ungeziefer auf dem Boden? Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte zunächst die Reiseleitung vor Ort kontaktieren und die Mängel anzeigen. Dabei sollten Betroffene sich den Namen der Leitung und eine Bestätigung der konkreten Mängelanzeige geben lassen. Wurde das Hotel einzeln gebucht, bleibt der Gang zur Rezeption mit der Bitte auf ein schöneres und sauberes Zimmer. Die Missstände müssen später nachgewiesen werden können. Daher sollten sich Betroffene möglichst neutrale Zeugen suchen und Fotos machen, auf denen alles eindeutig zu erkennen ist. Je nach Mangel kann der Preis der Pauschalreise unterschiedlich gemindert werden. Was angemessen ist, wird im Einzelfall bewertet. Das Landgericht Köln entschied sich etwa bei mangelhafter Qualität von Essen und Service für eine Minderung um 15 Prozent. Bei erheblichem und länger anhaltendem Baulärm können sogar 50 Prozent gerechtfertigt sein. Selbst wenn das Zimmer kleiner ist als gebucht, ist eine Minderung um 20 Prozent möglich. Es lohnt sich fast immer, sich nicht einfach mit den angebotenen Leistungen zufrieden zu geben, sondern seine Rechte von einem Rechtsanwalt verfolgen zu lassen. Seit Juli 2018 haben Reisende in der Regel zwei Jahre Zeit, ihre Ansprüche zu prüfen und geltend zu machen. Die frühere kurze Frist von nur einem Monat ab Rückkehr gibt es nicht mehr.

Rechtsanwalt Daniel Werfel
Kanzlei Brinkmann Rechtsanwälte
Hürchrather Straße 35
50670 Köln

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