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Außenansicht des Kölner E-Werks: Viele Orte und Gebäude erstrahlten am 22. Juni in leuchtend roter Farbe Bild: Alexander Roll

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Rotes Licht für Veranstalter Die Branche leidet, doch die Hoffnung bleibt bislang bestehen

15.07.2021

Am 22. Juni erhellte ein kurzes Feuerwerk über der Lanxess-Arena gleich drei Mal den dunklen Himmel. Zudem erstrahlten zahlreiche Gebäude der Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbranche wieder in Rot. Laut der Veranstalter waren es 1646 Gebäude deutschlandweit. In Köln leuchteten beispielsweise das Kölner E-Werk, die Flora sowie der Hauptbahnhof. Unter den Mottos #Alarmstuferot und #AlleLichtMachen fand an diesem Tag schon die zweite „Night of Light“ statt. Das ist eine Protestaktion, die vom gleichnamigen Bündnis („Alarmstufe rot“) ins Leben gerufen wurde. Sie vereint einige Initiativen und Verbände der deutschen Veranstaltungswirtschaft.

Wer ist betroffen?

Die Veranstaltungswirtschaft ermöglicht unterschiedlichste Formate der Kultur- und Sportbranche sowie im Privatsektor. Sie beeinhaltet ein Netzwerk von Dienstleistungsunternehmen aus den verschiedenen Sparten – beispielsweise aus technischen, handwerklichen, künstlerischen und personalwirtschaftlichen Berufszweigen. Wie viele andere Branchen hat das Coronavirus dort Verluste generiert. Beispielsweise die Gastronomie und Hotellerie, die ebenso lange geschlossen bleiben mussten. Ebenso konnten die körpernahen Dienstleister ihren Tätigkeiten lange nicht in gewohnter Weise nachgehen und auch viele Freiberufler sehnten sich nach Aufträgen. Seit zahlreichen Monaten sind viele von ihnen arbeitslos oder in Kurzarbeit, da die Umsätze ausbleiben.

Aufmerksamkeit generieren

Die Branche ist unter normalen Umständen der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands mit 130 Milliarden Euro Umsatz und über einer Million Beschäftigten. Die Beteiligten möchten mit der Aktion auf sich und die großen Einschränkungen, die seit Beginn der Coronapandemie für die Branche gelten, aufmerksam machen. Während manche Institutionen und Spielstätten wieder aufmachen dürfen (in Köln etwa das Schauspiel und Gloria), müssen beispielsweise die Lanxess-Arena nach wie vor geschlossen bleiben, trotz Konzepten und Lösungsvorschlägen. Auch Outdoor-Veranstaltungen sind nur begrenzt wieder möglich. Mit der Aktion möchten sie ihre Notlage ausdrücken und Hilfe einfordern.

Blick in die Zukuft

Mit den sinkenden Zahlen steigt nun aber die Hoffnung, das bald für alle etwas Normalität einkehrt. Mit den ersten Öffnungen ist ein Anfang gemacht. Für das Ende dieses Sommers und zum Jahresende sind wieder einige Veranstaltungen geplant. Auf der Weidenpescher Rennbahn gallopieren bereits wieder die ersten Pferde unter den gespannten Augen der Zuschauer. Zudem wurden die letztes Jahr ins Leben gerufenen Picknickkonzerte wieder aufgenommen.