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Köln hat den Stresstest bestanden Corona hat die Welt seit mehr als einem Jahr fest im Griff – Die Domstadt ist recht gut durch die Pandemie gekommen

2.07.2021

Mehr als ein Jahr beeinflusst das Coronavirus nun das öffentliche Leben. Noch immer ist nicht alles so, wie es einmal war und wirkt sich somit auf den Gewerbeimmobilienmarkt in Köln und der Region aus. Denn noch immer arbeiten viele Mitarbeitende im Homeoffice. Gastronomie und Einzelhandel sind zwar mittlerweile wieder geöffnet, müssen sich aber weiterhin an die durch die Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgegebenen Einschränkungen halten.

Langfristige Effekte
  

Innovative Flächenkonzepte schaffen Anreize, bald wieder im Büro zu arbeiten Bild: rh2010/stock.adobe.com
Innovative Flächenkonzepte schaffen Anreize, bald wieder im Büro zu arbeiten Bild: rh2010/stock.adobe.com

Nicht verwunderlich also, dass die Pandemie zentrales Thema beim Runden Tisch Gewerbeprojekte Köln des Medienhauses DuMont Rheinland war. „Ein Jahr Corona bedeutet ein Jahr Forschung für uns als Immobilien-Projektentwickler. „Forschen nach dem, was der Nutzer in Zukunft überhaupt möchte und was sein Denken und Handeln bestimmen wird“, sagte Arne Hilbert, Geschäftsführer der Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG. Wie geht es also weiter? Wird die Corona-Krise den Markt auch langfristig beeinflussen?

Attraktives Pflaster

Grundsätzlich waren sich die Teilnehmer einig, dass zwar zu Beginn der Pandemie eine gewisse Unsicherheit und Zurückhaltung – vor allem aufseiten der Unternehmen – zu spüren war, sich die Situation heute aber nicht so schlecht darstelle, wie zunächst befürchtet. „Köln hat den Stresstest nach einem Jahr Pandemie mit Bravur bestanden“, sagte Markus Larbig, Geschäftsführer Larbig & Mortag Immobilien. Die Stadt zeige nach 2008 wieder einmal, wie stabil und gesund der Markt ist. „Deswegen ist Köln nach wie vor ein attraktives Pflaster für alle Investoren“, so Larbig. Verdeutlicht werden könne dies laut Jens Hoppe, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH, beispielsweise durch die „extrem niedrige Leerstandsquote von etwas über drei Prozent im Bürobereich“, die sich trotz Pandemie abzeichne.

Zentrale Fragen

Daran, dass Unternehmen ihre Büroflächen aufgeben und ihre Mitarbeitenden künftig ausschließlich im Homeoffice arbeiten lassen könnten, glaubte keiner der Experten. „Je länger uns diese Pandemie begleitet, desto mehr schreiten die Analysen innerhalb der Unternehmen voran“, sagte Lars Faßbender, Director National Office Advisory bei der BNP Paribas Real Estate GmbH. Dem stimmte auch Uwe Mortag, Geschäftsführer Larbig & Mortag Immobilien, zu: „Die Unternehmen haben sich in den vergangenen Monaten viel mit sich selber beschäftigt, was erst einmal gar nicht so schlecht ist.“ Herauskristallisiert hätten sich dabei folgende zentrale Fragen: Welche Arbeitsweisen machen Sinn, und was ist in Zukunft dringend notwendig, um eine effektive Arbeitsatmosphäre zu schaffen?

Kreative Gestaltung

Bereits jetzt sei klar, dass das Thema „Standort“ weiterhin als sehr wichtig eingeordnet werde. „Wir bekommen von vielen Geschäftsführern und Vorständen mit, dass bei zu vielen Homeoffice-Tagen die Angst groß ist, dass sich die Mitarbeiter zu wenig mit den Unternehmen identifizieren und deswegen die Gefahr, dass Mitarbeiter von der Konkurrenz abgeworben werden, möglicherweise steigt“, so Lars Faßbender. Statt Büroflächen einzusparen, müssten Unternehmen nun vielmehr überlegen, wie diese vor Ort kreativ und attraktiv gestaltet werden können. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Mitarbeiter Lust haben, aus dem Homeoffice wieder zurück in die Büros zu kehren“, sagte auch Uwe Mortag. Denn mittlerweile hätten sich viele an die bequeme Situation gewöhnt, die das Arbeiten von zu Hause aus mit sich bringe. Daher müssten künftig umso mehr die Flächenkonzepte punkten, um einen Anreiz dafür zu schaffen, den Weg zur Arbeitsstätte wieder auf sich zu nehmen.

Altes Niveau wiederherstellen

Dennoch werde es laut der Experten weiterhin Bewegung auf dem Markt geben – und Herausforderungen. „Ich glaube, dass wir in Köln in diesem Jahr ein Leerstandsniveau von fast fünf Prozent erreichen werden“, sagte Uwe Mortag. Andreas Reul, Leiter der Büroimmobilien bei der GREIF & CONTZEN Immobilien Makler Gesellschaft mbH, blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft: „Wenn wir auf das erste Quartal blicken, haben wir einen Flächenumsatz von rund 85.000 Quadratmetern realisiert. Daher gehe ich davon aus, dass wir uns in den nächsten Monaten auch wieder an das Niveau herantasten, das wir vor der Krise hatten.“