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Sogar Karl V. gab sich die Ehre: Kerpen stand für 192 Jahre unter spanischer Herrschaft

Schloss Loersfeld wurde im 15. Jahrhundert erbaut Foto: Jansen

Ein Blick auf die Stadthistorie zeigt die zahlreichen Einflüsse, denen Kerpen ausgesetzt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 871 unter dem Namen Kerpinna. Stadtrechte erhielt es im Jahr 1941.

„Spanische Niederlande“

Da die Kolpingstadt weder zum Kurfürstentum Köln noch zum Herzogtum Jülich-Berg gehörte, bildete der Ort gemeinsam mit Lommersum in der Eifel seit der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 eine brabantische Doppelherrschaft. Später fiel Kerpen an Burgund und danach an die österreichisch-spanische Doppelmonarchie der Habsburger. Karl V., in dessen Reich „die Sonne niemals unterging“, war unmittelbarer Kerpener Landesherr. Sogar ein Besuch Karls V. auf der Kerpener Burg ist belegt. Nach der Teilung des riesigen Reiches gehörte die Stadt zu den „Spanischen Niederlanden“ und blieb fast 200 Jahre spanisch. Ältere erinnern sich vielleicht, dass Kerpen früher scherzhaft „Klein-Spanien“ genannt wurde. Mal besetzten holländische Rebellen die Burg, dann wurde sie von Oberst Mondragon und seinen spanischen Truppen zurückerobert. Übrig blieb nur der Burghügel.

42 Prozent zerstört

Die jüngere Geschichte ist geprägt von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. In der Stadtchronik heißt es: „Die schrecklichen Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges forderten zahlreiche Opfer (...) und zerstörten weite Teile der Ortschaften. Am Ende war der Stadtteil Kerpen zu 42 Prozent zerstört.“ Seit 1975 gibt es die Stadt in ihrer heutigen Ausprägung.

Die Verwaltung

Am Ende eine gemeinsame Stadt

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die neue Stadt Kerpen gegründet. Am 1. April 1946 trat nach britischem Vorbild eine Gemeindeordnung in Kraft, nach der die Kommunen eine Doppelspitze erhielten: einen ehrenamtlichen Bürgermeister als Repräsentanten und einen Hauptverwaltungsbeamten als Leiter der Verwaltung – die Amts- oder Gemeindedirektoren. Inzwischen gibt es einen hauptamtlichen Bürgermeister, der ebenso Chef der Verwaltung ist.

Für manche Stadtteile gab es Veränderungen: Buir und Manheim, 1938 nach Kerpen eingemeindet, erhielten 1954 wieder ein eigenes Amt Buir. Blatzheim, früher als Bürgermeisterei eigenständig, blieb als Gemeinde beim Amt Kerpen. Horrem und Sindorf bildeten weiterhin das Amt Horrem, Türnich blieb amtsfreie Gemeinde. Erst am 1. Januar 1975, nach Inkrafttreten des Köln-Gesetzes wurde das heutige Stadtgefüge zusammengesetzt. Die Stadt Kerpen sowie die Gemeinden Blatzheim, Buir, Horrem, Manheim, Mödrath, Sindorf und Türnich wurden zu einer gemeinsamen Stadt zusammengeschlossen.
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