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Er hat dem Wucher ein Ende gesetzt: Friedrich Wilhelm Raiffeisen war der Gründer der genossenschaftlichen Idee

Friedrich Wilhelm Raiffeisen war der Gründer der genossenschaftlichen Idee

Das Geburtshaus von Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Hamm im Landkreis Altenkirchen ist heute ein Museum Bild: Deutscher Raiffeisenverband

Die Geburtsstunde von Friedrich Wilhelm Raiffeisen liegt 200 Jahre zurück. Sein Todestag jährte sich im Frühjahr zum 120. Mal. Seine Ideen jedoch sind aktueller denn je. Doch wer war der Visionär aus dem Westerwald, dem Vater der genossenschaftlichen Bewegung in Deutschland und Namensgeber der Raiffeisen-Organisation?

Sein Werdegang. Friedrich Wilhelm Raiffeisen kam am 30. März 1818 als siebtes von neun Kindern in Hamm/Sieg zur Welt. Als 17-Jähriger verpflichtete sich Raiffeisen beim Militär. Aufgrund eines Augenleidens musste er fünf Jahre später aus dem militärischen Dienst ausscheiden. Nach kurzer Tätigkeit im Oberpräsidium Koblenz wurde er in die Kreisverwaltung Mayen versetzt. Seine Vorgesetzten erkannten die Begabung Raiffeisens und schickten ihn bereits 1845 als Bürgermeister nach Weyerbusch im Westerwald. Dort wurde er im Alter von 27 Jahren kurz nach seinem Amtsantritt vor große Herausforderungen gestellt: Eine Hungersnot drohte. Viele Bauern waren verarmt. In dieser Situation erhielt Raiffeisen eine Kornlieferung von der Regierung, die er an die Armen verkaufen sollte. Doch wie sollten die Bauern das Korn bezahlen? Raiffeisen, der überzeugte Christ, traf eine mutige Entscheidung und gab das Getreide gegen Schuldscheine an die Bauern aus, obwohl er dadurch sein Amt riskierte.

"Geboren im schönen Westerwald"

Wirtschaftliches Wirken. In der Folge gründete Raiffeisen erfolgreich den sogenannten „Brodverein“. Er überzeugte wohlhabende Bürger, dem Brodverein finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Damit konnte der Bürgermeister zunächst das Korn bezahlen. Und mehr noch: Er kaufte für das Geld Kartoffeln und Saatgut und baute ein Backhaus, in dem Brot günstig gebacken werden konnte. Als im nächsten Jahr die Ernte wieder besser ausfiel, konnten die Bauern ihre Schulden bezahlen. 1848 wurde Raiffeisen auf eigenen Wunsch ins benachbarte Flammersfeld versetzt, wo er sich intensiv mit den Geldverleihern, die Wucherzinsen verlangten, auseinandersetzte. Um diesen das Handwerk zu legen und die Menschen vor ihnen zu schützen, gründete er den „Hülfsverein für die unbemittelten Landwirthe“. Es gelang ihm, 60 Familien dafür zu gewinnen, Mittel in diesen Hilfsverein einzuzahlen, um den vom Wucher und Hunger bedrohten Familien zu helfen. Noch waren nur die Geldgeber Mitglied im Hilfsverein. Erst im Darlehnskassen-Verein von Anhausen und Heddesdorf – dort wurde Raiffeisen 1852 Bürgermeister – mussten die Kreditnehmer Mitglied des Vereins werden. Die Grundlagen für die Raiffeisen‘schen Genossenschaften waren gelegt. Als Zeichen der Anerkennung verlieh ihm Kaiser Wilhelm 1884 den Roten Adlerorden. 79-jährig verstarb er 1888 an den Spätfolgen einer Lungenentzündung.

Wie funktioniert eine Genossenschaft?

Eine eingetragene Genossenschaft (eG) ist eine juristische Person, die von mindestens drei natürlich oder juristischen Personen gegründet werden kann. Ihre Rechte und Pflichten werden durch das Genossenschaftsgesetz bestimmt.
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