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Heimat von Wolfgang Niedecken Die Kölner Severinstraße ist das Herz des Vringsveedels. Einst war sie recht unübersichtlich, nun zählt sie zu einer der meistbefahrendsten Fahrradrouten der Stadt

16.09.2021

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Severinstraße ein chaotischer Ort war. Parkende Autos machten es den Menschen in den 1980er-Jahren schwer, über die Einkaufsmeile zu flanieren. Radfahrer mussten zudem stets Fußgängern sowie parkenden und fahrenden Autos ausweichen. Am 31. Oktober 2010 war es dann soweit. Nach mehr als sechs Jahren Bauzeit wurde die völlig neu gestaltete Severinstraße von der ehrenamtlichen Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes wiedereröffnet.

Ein Haushaltswarengeschäft fehlt
  

Die Severinstorburg ist Startpunkt oder Ziel beim Rosenmontagszug Bild: zVg
Die Severinstorburg ist Startpunkt oder Ziel beim Rosenmontagszug Bild: zVg

Damit ging die „Leidenszeit“ für Bewohner und Geschäftsleute des traditionellen Kölner Vringsveedels zu Ende. „Die Severinstraße ist jetzt eine Straße für den täglichen Bedarf. Hier finden Sie Metzger, ein Fischgeschäft, einige Bäcker“, sagt auch Karl-Heinz Walter, Vorsitzender der IG Severinstraße. „Es gibt sehr schöne Cafés. Ich vermisse allerdings einen Haushaltswaren- und einen schönen Schreibwarenladen.“ Die „Vringsstroß“ ist mittlerweile eine der meistbefahrenen Fahrradrouten der Stadt.

Berühmter Bewohner

Einer der berühmtesten ehemaligen Bewohner des Vringsveedel ist mit Sicherheit Wolfgang Niedecken, der sein Kinderzimmer in einem Eckhaus in der Severinstraße 1 im zweiten Geschoss hatte. Sein Vater Josef betrieb im Erdgeschoss ein Lebensmittelgeschäft.
   

In Zahlen

995 METER FLANIERMEILE

Fast ein Kilometer

Die Severinstraße führt vom Chlodwigplatz bis zum Waidmarkt und ist 995 Meter lang. Von der strategisch wichtigen römischen Heeres-, Ausfallund Gräberstraße hat sich die Severinstraße heute zu einer beliebten Einkaufsmeile hin entwickelt. Sie beginnt an der historischen Severinstorburg aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist ein Teil der ehemaligen Stadtmauer von Köln. Von dort führt sie bis zum Waidmarkt, wo bis zum tragischen Einsturz 2009, bei dem zwei junge Männer starben, das Archiv der Stadt Köln zu finden war.

800.000 BESUCHER

Großes Festival

Seit 1980 findet auf der Severinstraße im September das Straßenfest: „Dä längste Desch vun Kölle“ statt. Mit rund 800.000 Besuchern ist es eines der besucherstärksten Straßenfeste in Deutschland. Aufgrund der Coronapandemie musste es 2020 und 2021 ausfallen. Die Veranstalter hoffen, nächstes Jahr wieder an die 40-jährige Geschichte anknüpfen zu können.