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Dr. Albrecht Möllmann ist Sprecher des Vorstands von „HyCologne". Bild: HyCologne e. V.

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Ein Fürsprecher für den Wasserstoff „HyCologne“ hat dem alternativen Energieträger einen Schub gegeben

24.03.2022

Dr. Albrecht Möllmann (70) hatte lange Jahre leitende Positionen im Chemiebereich bei RWE und Infraserv Knapsack inne. Er ist seit 2008 Sprecher des Vorstandes von „HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland“ und seit 2012 selbstständiger Senior Consultant seiner Beratungsfirma amc consulting.

Herr Dr. Möllmann, welcher Gedanke lag der Gründung von „HyCologne e. V.“ zugrunde?

Dr. Möllmann: Wir haben uns damals grundlegende Gedanken gemacht, welche Alternativen es zu den üblichen Energieträgern gibt. Da im Chemiepark Knapsack bei der Produktion von Chlor und Natronlauge auch Wasserstoff anfiel, haben wir uns darauf fokussiert und geforscht, welche neuen Anwendungen es dafür geben könnte. Wie können wir ein überschaubares Projekt starten und Aufmerksamkeit erregen, war die Frage.

GVG Rhein-Erft GmbH

Was sehen Sie als die bislang größten Erfolge von „HyCologne e. V.“?

Dr. Möllmann: Da gibt es viele. Die Initiierung einer Wasserstofftankstelle und Beschaffung von Null-Emissionsbussen vor über zehn Jahren war der Anfang einer Entwicklung, die nunmehr zu Europas größter Brennstoffzellenbus-Flotte mit 52 Fahrzeugen der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) führte. Auch die Mitarbeit an der digitalen Plattform H2Pro3, einer Datenbank für die Vernetzung. Zudem das Pipeline-Projekt HyPipCo zur H2 Leitungsinfrastruktur, für das mit Finanzierung durch Partner ein Grobkonzept erstellt wurde. Und die Arbeit am Konzept H2R Wasserstoff Rheinland, bei dem die Umsetzung der Roadmap Investitionen von bis zu 200 Millionen Euro auslösen könnte.

Welche Auswirkungen hat die Energiewende auf Ihre Arbeit?

Dr. Möllmann: Es ist ein sehr starkes Interesse an Wasserstoff entfacht, es gibt neue EU-Projekte mit erheblichen Fördergeldern. Die jüngsten Entwicklungen zwingen uns, neu zu denken – Wasserstoff ist sehr stark in den Fokus gerückt, aber es wurden auch viele Erwartungen geweckt.


"Neue EU-Projekte mit erheblichen Fördergeldern"


Welche Projekte planen Sie für die Zukunft?

Dr.Möllmann: Klares Ziel ist, mit allen zusammen das Beste aus dem Thema Wasserstoff „herauszuholen“. Aktuell wollen wir mit den Städten Kerpen und Bedburg sowie der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft für die vom Braunkohlenausstieg Betroffenen möglichst viele neue Verbindungen und Ersatz für Arbeitsplätze zu schaffen. Weiterhin wollen wir alle Interessenten an diesem Thema zusammenbringen, die Kommunikation ist dabei ein ganz wesentlicher Part. Seit der Pandemie haben wir circa alle zwei Monate eine Webkonferenz mit unseren Mitgliedern abgehalten. Interaktiv soll es auch weitergehen.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für „HyCologne e. V.“?

Dr. Möllmann: Wasserstoff in der Gesellschaft bewusst zu machen, ist eine Herkulesaufgabe. Noch gibt es sehr viel Aufklärungsbedarf, die Diskussion darüber muss daher intensiv geführt werden. Dafür wünsche ich mir die Beteiligung weiterer Mitglieder und Mitstreiter, die sich auch aktiv als Ideengeber einbringen. Unsere Netzwerkfunktion muss vorangetrieben werden.