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Der Automat: Literaturoper frei nach der Erzählung „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann

Sind die von Menschenhand erfundenen Welten künstlicher Intelligenz und interagierender Maschine Heil oder Fluch künftiger Generationen? In einer Zeit, in der sich die künstliche Intelligenz stürmisch entwickelt und einen Erfolg nach dem anderen feiert, künstliche Systeme immer mehr lernen und Milliarden in die Erforschung neuer Systeme gesteckt werden, stellt sich zunehmend die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine, von den Rollen, die diese in der Zukunft einnehmen werden.

Als hätte E. T. A. Hoffmann (1776–1822) diese Frage vorausgeahnt, beschreibt er in einem seiner Nachtstücke „Der Sandmann“, das 1816 erschienen ist und der Literaturepoche der Romantik zugeordnet wird, alle Ambivalenzen der Beziehung von Mensch und Automat.

Wichtige Merkmale der Romantik waren Weltflucht, die Freiheit des Individuums sowie die Vorliebe für das Dunkle, Rätselhafte und Mythische. In einer Zeit politischer Hochspannung entstand eine allgemeine Verunsicherung in der Gesellschaft. Die Abkehr von der Realität, die Vermischung von wirklicher und realer Welt und eine Hinwendung zu einer fantastischen Gegenwelt wird auch in E. T. A. Hoffmanns Erzählung thematisiert. Zudem interessiert er sich, wie viele seiner Zeitgenossen für mechanische Kunstwerke, verbunden mit der Frage nach dem Sinn und den Möglichkeiten der menschlichen Existenz, nach Freiheit oder Unfreiheit und der Unterwerfung des Menschen unter ein maschinenhaftes, geistloses Leben.

Ein junger Mann beginnt sein Studium an einer Universität. Sein Professor beschäftigt sich mit der Konstruktion von Automaten und benutzt den neuen Studenten für ein Experiment, das beweisen soll, wie interaktiv seine erschaffenen Maschinen bereits mit Menschen in Beziehung treten können. Doch in Wahrheit verläuft die Begegnung von Mensch und Maschine nur erfolgreich, weil der junge Nathanael die ungelenke Puppe in seiner Einbildung zu etwas Lebendigem stilisiert. Er flüchtet in eine Traum- und Fantasiewelt, in der Wahnsinn und Realität nicht mehr klar voneinander zu trennen sind und ist gezwungen, sein Studium abzubrechen. Zu einem späteren Zeitpunkt taucht eine Person auf, die Nathanaels Erkrankung von neuem auslöst. Die Erzählung endet mit einem Showdown, der der Szenerie eines Action-Thrillers gleichkommt.

Man darf gespannt sein, wie es Andreas Durban (Libretto und Regie) und Michael Gehrisen (Musik) gelingt, diesen Stoff, der im Rahmen des Sommerblutfestivals erstmalig aufgeführten Literaturoper „Der Automat“, umzusetzen. Wie schon in den vergangenen Jahren, ist die Literaturoper fester Bestandteil des Sommerblutfestivals, das sich in diesem Jahr den Schwerpunkt „Zukunft“ widmet. Spielort wird diesmal das Urania Theater in Köln Ehrenfeld sein.

Der Automat // Nach E.T.A Hoffmanns „Der Sandmann“
Literaturoper für neun Sängerinnen und Sänger und Instrumentalensemble
MI, 20., DO, 21., FR, 22. Mai 2020, 19.30 Uhr
URANIA Theater
Mit Studierenden der HfMT Köln
REGIE UND LIBRETTO: Andreas Durban
MUSIKALISCHE LEITUNG: Georg Leisse
KOMPOSITION: Michael Gehrisen

EINTRITT 12/erm. 8 Euro
Tickets unter www.sommerblut.de und an der Abendkasse

La Cité des Dames

Upcycling the Old Boy Network – Jazz-Pop-Netzwerke für Frauen

Die Veranstaltungsreihe „La Cité des Dames“, deren Titel auf das spätmittelalterliche Werk „Le Livre de la Cité des Dames (Die Stadt der Frauen)“ von Christine de Pizan, eines der ersten feministischen Werke in der Literaturgeschichte zurückgeht, präsentiert regelmäßig Komponistinnen, Dirigentinnen, Musikerinnen, Pädagoginnen und Wissenschaftlerinnen in Konzerten und in Diskussionsrunden zu gleichstellungsrelevanten Themen. Im April steht nun ein Konzert mit sich anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Netzwerke für Frauen im Jazz und Pop“ auf dem Programm.

Nur 20 Prozent aller in Deutschland lebenden und tätigen Jazzmusiker*innen sind Frauen, von diesen 20 Prozent sind ein Großteil Sängerinnen. Frauen und insbesondere Instrumentalistinnen sind also auch heute noch in der deutschen Jazzszene (wie auch weltweit) unterrepräsentiert. In der Szene wächst das Bewusstsein für dieses Ungleichgewicht. Aber der „Ist-Zustand“ schlägt sich natürlich in den Konzertprogrammen von Konzerthallen, Clubs und Festivals nieder, wie auch auf deutschen Hochschulen, wo nun, erst seit Kurzem, drei Frauen auf Instrumentalprofessuren besetzt worden sind (eine davon mit Shannon Barnett in Köln). Der Abend widmet sich den Fragen, was die Strukturen sind, die zu der jetzigen Situation führen? Sind es tatsächlich die „Old Boy Networks“, die dieses Ungleichgewicht auch im Jazz und Pop haben entstehen lassen? Wie können Frauen Netzwerke bilden, mit denen sie sich gegenseitig unterstützen können? Was für Role/Models haben wir auf diesem Gebiet heute schon? Der Abend gliedert sich in einen Konzertteil und eine Podiumsdiskussion mit anschließendem Publikumsgespräch.

La Cité des Dames //
23. April 2020, 19.30 Uhr, Kammermusiksaal
Upcycling the Old Boy Network
Netzwerke für Frauen im Jazz und Pop

KONZERT: Duo Filippa Gojo und Laia Genc – Gesang u. Klavier
PODIUMSDISKUSSION:
Barbara Barth (Peng! Festival)
Laia Genc (Pianistin)
Filippa Gojo (Sängerin)
Christina Schäfers (Keychange/Reeperbahn Festival Hamburg)
Mane Stelzer (Frauen Musik Büro Frankfurt)
Konnie Vossebein (Zeche Carl, Essen)
Prof. Shannon Barnett (HfMT, Posaunistin)
MODERATION: Prof. Anette von Eichel (HfMT, Sängerin)
Mit anschließenden Fragen aus dem Publikum

EINTRITT FREI
  
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