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Bild: Jennifer-Rumbach

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Grusswort Liebe Leserinnen und Leser,

8.10.2020

seine beiden Turmspitzen stechen markant aus der Kölner Skyline hervor, prägen lokale Biersorten, Firmenauftritte und das Logo des 1. FC. Der Dom ist in Köln allgegenwärtig. Wohl keine andere Stadt auf der Welt definiert sich gleichermaßen über ein Gotteshaus. „Home is where the Dom is“ heißt es in einer der unzähligen Liedzeilen, die über die Kölner Kathedrale erdichtet worden sind. Selbst wer weder katholisch noch christlich sozialisiert ist, schwärmt vom Gänsehaut-Gefühl, das sich nach einer längeren Abwesenheit aus der Domstadt beim Anblick der Zwillingstürme einstellt.

Und doch: Der Dom ist eine Kirche. Was banal klingt, mag sich nicht jedem der vielen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt erschließen, die ihn täglich besuchen. Sie kommen aus aller Welt an den Rhein, um die Superlative des Wahrzeichens und Weltkulturerbes zu bestaunen: die größte Kirchenfassade der Welt, das größte Chorgestühl Deutschlands, die größte Goldschmiedearbeit des Mittelalters. Dabei dienen Architektur und Ausstattung des Doms nicht dem Selbstzweck. Vielmehr verweisen sie auf Höheres – und holen sozusagen den Himmel auf die Erde.

In diesem Jahr feiern wir, dass der Dom vor 140 Jahren vollendet worden ist – mit seinen rund 157 Metern als damals größtes Gebäude der Welt. Doch „vollendet“ ist relativ. 1906 löste sich der Flügel eines Engels aus einem der vielen Ziergiebel über den Portalen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber der Absturz machte deutlich: Der Dom braucht ständige Instandsetzungsarbeiten. Bis heute künden Gerüste davon, dass an der Kölner Kathedrale konstant Kriegs- und Verwitterungsschäden ausgebessert werden. Der Großteil der knapp 100 festen Mitarbeiter der Kölner Dombauhütte arbeitet täglich am Erhalt des Gotteshauses mit, unter ihnen Steinmetze und Bildhauer, Dachdecker- und Gerüstbaukolonnen, Glasrestauratoren und Schreiner. Wie ein Gerüst stützt der Zentral-Dombau-Verein den Dom dafür finanziell – und sorgt dafür, „dass der Dom uns bleibt“. Unsere Kathedrale: Ein Generationenprojekt. Ende offen.

Aller Gerüste zum Trotz ist der Dom bis heute ein Ort, an dem christlicher Glaube gelebt und gefeiert wird. Jährlich lädt unsere Kathedrale zu rund 3.500 Gottesdiensten, rund zwei Millionen Kerzen pro Jahr künden von den besonderen Anliegen der Besucher. Dass für diese der Eintritt in die Kathedrale frei bleibt – egal, ob sie als Touristen, Gottesdienstbesucher oder Konzertpublikum in den Dom kommen – ist ein großes Anliegen des Domkapitels.

Der Kölner Dom: Er steht für vieles. Für Köln und die kölsche Identität, für Tradition und Touristenströme, für Baukunst und vollendete Gotik. Vor allem aber ist er ein Ort für alle, die Inspiration, Halt und Orientierung suchen. Um das im Dom zu finden, braucht man kein Theologie- und kein Architekturstudium. Man braucht noch nicht mal Gottvertrauen. Wer sich wirklich auf den Dom einlässt, verlässt ihn und hat Gottvertrauen im Gepäck.

Herzlich willkommen im Kölner Dom,
Ihr Msgr. Guido Assmann, Dompropst 
  

Liebe Leserinnen und Leser, Image 2