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Wer Strom tankt, muss darauf achten, dass die Räder seines Autos geeignet bereift sind Bild: Istvan/stock.adobe.com

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Größer, leiser, stärker: Das müssen Reifen für E-Autos leisten Warum gibt es für Fahrzeuge mit Elektromotoren andere Pneus als für Verbrenner?

30.03.2021

Reifen für E-Autos müssen viele Bereiche abdecken. Von ihnen hängt unter anderem auch die Reichweite ab. Reifenhersteller bieten daher spezielle Pneus für Elektrofahrzeuge oder Hybrid- Autos. „Tendenziell fahren Elektroautos auf den gleichen Reifen wie Autos mit Verbrennungsmotor. Es gibt aber ein paar Unterschiede“, sagt Professor Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München (TUM).
   

GVG Rhein-Erft GmbH
Bei der Herstellung von Reifen für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden andere Gummimischungen verwendet Bild: sGR/stock.adobe.com
Bei der Herstellung von Reifen für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden andere Gummimischungen verwendet Bild: sGR/stock.adobe.com

So führe die Batteriehöhe zu einem höheren Fahrzeug. „Damit das Auto wieder eine gute Proportion erhält, wachsen auch die Reifen. So verfügt der VW ID3 schon serienmäßig über 18-Zoll-Räder.“ Denn das Verhältnis von Fahrzeughöhe und Reifengröße sei ein wichtiges Design-Kriterium. Außerdem sinkt der Rollwiderstand bei einem Prozent Reifenerhöhung um etwa ein Prozent. Zum Vergleich: VW setzt bei einem Golf mit Verbrennungsmotor in der Basis auf 16-Zoll-Räder. Ein weiterer Unterschied liegt in der Reduzierung der Geräusche. „Bei einem E-Auto maskiert kein Verbrennungsmotor die Rollgeräusche, so dass diese stärker auffallen. Spezielle Schäume in den Reifen reduzieren die Luftschwingungen und damit Geräusche“, erklärt Professor Lienkamp.
   

Autohaus Badziong GmbH&Co. KG

Leise rollen

Wegen der schweren Batterie und des höheren Fahrzeuggewichts müssten die Reifen von E-Autos mehr Gewicht tragen, dabei möglichst effizient und leise abrollen, sagt Daniel Bäuning, der als Ingenieur in der Reifenentwicklung von Continental arbeitet. Aufgrund der begrenzten Batteriekapazität seien ein geringer Rollwiderstand und damit die Energieeffizienz besonders wichtig, um die Reichweite zu verlängern. Eine andere Gummimischung sorge für mehr Abriebfestigkeit, da bei einem E-Auto ab der ersten Umdrehung das volle Drehmoment zur Verfügung stehe. Bei der Wahl der Reifen rät Professor Lienkamp generell zu Typen renommierter Marken, die vom Autohersteller extra für dieses Modell freigeben sind. (mit Material von dpa)
   

AUS DEM STAND AUF ZACK

Darum sind E-Autos so fahrdynamisch


Da dürfte so mancher Sportwagenfahrer vor Neid erblassen, wenn er mit seinem Auto an der roten Ampel von einem kleinen Elektroauto ohne Vorankündigung ganz schnell stehen gelassen wird. „Das liegt einfach daran, dass das maximal verfügbare Drehmoment eines Elektromotors beim Beschleunigen aus dem Stand nahezu komplett verfügbar ist“, sagt Andreas Richter vom Competence-Center Elektromobilität der Expertenorganisation Dekra. Und im Vergleich zum konventionellen Motor gebe es lediglich geringe Trägheitsmomente sowie weder ein Turboloch noch eine Kupplungs- und Schaltzeit. Um eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, sind allerdings viele Elektrofahrzeuge auf eine bestimmte Geschwindigkeit abgeregelt. Selbst mit einem nominell recht schwachen Motor ist mit einem Elektroauto das zügige Fahren im Stadtverkehr sehr gut möglich. Wer allerdings häufig auf der Landstraße oder der Autobahn mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sein will, sollte bei der Auswahl des elektrisch angetriebenen Flitzers genau auf die Leistungsdaten schauen, wenn das Gefährt auch in diesen Situationen noch eine gute Beschleunigung erlauben solle, gibt der Dekra-Experte zu bedenken. (mit Material von dpa)