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Eine Rotbuche im Schlosspark Liblar soll an die Coronatoten aus Erftstadt erinnern, weitere Gedenkorte könnten entstehen Bild: Roofless Production

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Gedenkbäume als Trauerzeichen An die Coronatoten von Erftstadt wird auf besondere Weise erinnert

22.04.2021

Über ein Jahr beschäftigt die Menschen weltweit die Coronapandemie schon. Zahlreiche Familien in Deutschland wurden deshalb in tiefe Trauer gestürzt, da hierzulande bereits mehr als 80.000 Menschen an den Folgen einer Infektion des Virus starben. Deshalb möchten viele Leute im gesamten Bundesgebiet ein Zeichen setzen. Sie wollen zeigen, dass sie an die Trauernden denken und für die Hinterbliebenen so gut wie möglich da sein möchten.

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Zentrale Gedenkfeier

Auch aus diesem Grund rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gesellschaft am vergangenen Sonntag bei der zentralen Gedenkfeier zum Zusammenhalt auf. „Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt“, sagte er im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. „Wir wollen heute als Gesellschaft derer gedenken, die in dieser dunklen Zeit einen einsamen und oft qualvollen Tod gestorben sind.“ Zudem wolle man Trauernden sagen: „Ihr seid nicht allein mit eurem Leid, nicht allein in eurer Trauer. Viele Menschen quälten sich, weil sie sterbenden Angehörigen auf dem letzten Weg nicht beistehen konnten“, sagte Bundespräsident Steinmeier. „Sterben in der Pandemie, das war und das ist oft ein Sterben ohne Beistand und Abschied.“


"Viele Menschen wollen für Hinterbliebene etwas Gutes tun"


Symbolische Übergabe

Eine Situation eben, die für viele Angehörige nur schwer zu ertragen ist. Umso mehr sind diese Hinterbliebenen dankbar, wenn an sie gedacht wird. Familie von Ley aus Erftstadt will deshalb für die Betroffenen aus der Region ein Zeichen setzen. Und zwar durch Gedenkbäume, welche symbolisch an Angehörige übergeben werden sollen, die eine nahestehende Person aufgrund der Pandemie verloren haben. „Wir können ihnen den Schmerz nicht nehmen, aber vielleicht eine kleine Freude bereiten, indem wir ihnen symbolisch einen individuellen Gedenkbaum in ihrem Ortsteil schenken“, sagt Claudia von Ley, die von der Stadt die Erlaubnis für diese Trauergeste der besonderen Art bekommen hat. „In Erftstadt sind bisher 33 Menschen an den Folgen des Coronavirus verstorben. Deshalb haben wir am Sonntag im Schlosspark Liblar symbolisch 33 Karten vor eine gepflanzte Blutbuche gelegt und diese mit Muscheln beschwert“, ergänzt Florian von Ley. „Zögern Sie nicht Kontakt mit uns aufzunehmen, auf Wunsch kann der Name des Verstorbenen in eine wetterfeste Plakette eingraviert werden.“ So könnten in Erftstadt künftig einige persönliche Gedenkorte der besonderen Art entstehen.
  

Kontakt

Hinterbliebene von Coronatoten aus Erftstadt können sich bei Familie von Ley per E-Mail melden, um Details der Übergabe entsprechend zu vereinbaren.

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