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Dorothea Tanning mit ihrem 1982 entstandenen Werk „Primitive Seating“ (Primitive Sitzgelegenheit), New York, 1989, Fotografi e, Max Ernst Museum Brühl des LVR Bild: Wolfgang Wesener

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Surreale Tierwesen im Rampenlicht Der Landschaftsverband Rheinland stellt im Max Ernst Museum Fantasiegeschöpfe aus den Bilderwelten internationaler Künstlerinnenen und Künstler aus

30.10.2021

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR widmet sich bis zum 6. Februar 2022 der Welt der Tiere sowie der erdachten Geschöpfe und lädt unter dem Titel „Surreale Tierwesen“ zur Ausstellung mit rund 140 Werken von 74 internationalen Künstlerinnen und Künstlern ein. Das Bestiarium, das die Bildwelten des Surrealismus beherrscht, hat bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren, obwohl sich viele Künstler entsprechende Privatphantome, teilweise als Alter Ego, erschaffen haben: sei es der Vogel bei Max Ernst, der Hund bei Dorothea Tanning oder die Sphinx bei Léonor Fini. Sie bevölkern neben Mischwesen wie dem Minotaurus bei Pablo Picasso oder der Meerjungfrau bei René Magritte die ausufernde Fauna der surrealen Fantasie.

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Beiträge aus aller Welt

Die Werke darunter Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier illustrierte Bücher und Zeitschriften sowie Filme, werden mit literarischen Texten präsentiert. Damit wird der Bogen von den Anfängen der surrealistischen Bewegung in der Literatur und bildenden Kunst der frühen 1920er-Jahre bis zur Jahrtausendwende gespannt. Beiträge aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mexiko, Schweden, Tschechien oder den USA verdeutlichen die weltweite Ausweitung und Vernetzung der Bewegung.

Radikal neu

Der Surrealismus bildete sich nach dem Ersten Weltkrieg Mitte der 1920er-Jahre in Paris heraus und veränderte die Inhalte und Formen künstlerischer und literarischer Verfahrensweisen grundlegend. Auf radikal neue Weise sollte Kunst Ausdruck einer antibürgerlichen Lebenshaltung sein und die Gesellschaft umgestalten. Unter Einbeziehung des Unbewussten und des Traums entwickelten die Surrealisten eigenständige Ausdrucksformen wie das automatische Zeichnen oder Schreiben.

Anspielungsreich und humorvoll

Die Ausstellung „Surreale Tierwesen“ versammelt Werke von André Breton, Luis Buñuel, Leonora Carrington, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Meret Oppenheim, Man Ray und Pablo Picasso sowie weniger bekannte oder wiederzuentdeckende Arbeiten von Jean Benoît, Greta Knutson, Edith Rimmington, Friedrich Schröder-Sonnenstern oder Remedios Varo. In der Schausammlung des Museums sind zudem zahlreiche Tierdarstellungen von Max Ernst zu sehen: Anspielungsreich und humorvoll bevölkern Affen, Fische, Löwen, Tauben oder ein „Hundspavian“ seine fantasievollen Bildwelten.

Ungewöhnlicher „Zoobesuch“

Kuratiert wird die Schau von Dr. Jürgen Pech, dem wissenschaftlichen Leiter des Museums, der 2020 mit dem Justus-Bier-Preis für Kuratoren ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung lädt bis zum 6. Februar kommenden Jahres zu einem ungewöhnlichen Zoobesuch im Brühler Max Ernst Museum des LVR ein. Der Katalog zur Ausstellung, mit 280 Seiten und über 150 Abbildungen, enthält Beiträge von Vera Bornkessel, Jürgen Pech, Achim Sommer, Friederike Voßkamp und Jürgen Wilhelm und ist als gebundene Museumsausgabe im Museumsshop für 45 Euro oder als Buchhandelsausgabe im Wienand Verlag für 47 Euro erhältlich.

Spannendes Begleitprogramm

An der Mitmach-Station „surreal sticky animals“ im Zwischengeschoss können aus verschiedenen Stickern ungewöhnliche Tiere auf Postkarten zusammengesetzt, zeichnerisch ergänzt, aufgeklebt, versendet und in den Social Media-Kanälen geteilt werden. Samstags präsentiert das Team unter dem Hashtag #StickySaturday eine Instagramstory dazu. Begleitend zur Ausstellung „Surreale Tierwesen“ veranstaltet das Max Ernst Museum am Samstag, 6. November, 19.30 Uhr, einen ungewöhnlichen Abend mit surrealen Texten und tierischen Sounds, gelesen von Anna Schudt und Moritz Führmann. Tickets gibt es im Onlineshop und an der Museumskasse.