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Das Familienunternehmen Elektro Engels & Schmitz geht neue Wege für eine zukunftssichere Branche Image 1
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Im Handwerk spielt die moderne Technik eine immer größere Rolle. Bild: Florian Hacke

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„Müssen zeigen, dass Handwerk mehr kann“ Das Familienunternehmen Elektro Engels & Schmitz in Wesseling geht neue Wege für eine zukunftssichere Branche

5.05.2022

Wer die lichtdurchflutete Fertigungshalle von Elektro Engels & Schmitz in Wesseling betritt, dem fällt vor allem die ruhige Atmosphäre auf. Dort wird nicht, wie in einem Handwerksbetrieb zu vermuten wäre, gehämmert und laut gewerkelt. Vielmehr sitzen die Spezialisten an großen Tischen und vernetzen konzentriert Kabelstränge. Denn das im Jahr 1971 gegründete Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Planung, den Bau und die Installation von Schaltschränken für die Steuerung von Kälte- und Lüftungsanlagen in beeindruckenden Dimensionen. So finden sich die eigens konzipierten Steuerungen bei Lüftungen in hochsensiblen Bereichen von Krankenhäusern, im Rheinenergie-Stadion oder in Hörsälen. Ebenso messen, steuern und regeln sie die Kälteanlagen von Bobbahnen oder Eislaufflächen sowie von Zentrallagern im Lebensmittelhandel. „Damit sind wir in einer Nische tätig, in der bundesweit nur wenige Firmen arbeiten“, erzählt Martina Engels-Bremer, Kaufmännische Geschäftsführerin von Elektro Engels & Schmitz.


"90 Prozent der Belegschaft wurde im Betrieb ausgebildet"


Neue Talente

Gemeinsam mit ihrem sieben Jahr jüngeren Bruder und dem zwölf Jahre jüngeren Cousin leitet die Unternehmerin seit 2006 den Betrieb. „Ich sehe es als Vorteil, dass wir nicht aus einer Generation kommen“, sagt die 57-Jährige. „So werde ich von Jüngeren gefordert, was wichtig für das Unternehmen ist. Ich bin ein Fan von generationsübergreifendem Arbeiten.“ Als ihr persönliches „Steckenpferd“ bezeichnet die stellvertretende Obermeisterin der Elektro-Innung die Ausbildung neuer Talente als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und Bürokaufleute. Angesichts des Fachkräftemangels ist der Betrieb schon seit Jahren in den Schulen des Rhein-Erft-Kreises präsent, an denen ihre Auszubildenden authentisch von ihren Erfahrungen berichten. „Das hat sich ausgezahlt, denn 90 Prozent unserer Belegschaft haben wir selbst ausgebildet“, so die Unternehmerin, die auch Mitglied im Ausbildungsausschuss der Handwerkskammer ist. Aus diesem Wissen heraus hat sie bereits vor zehn Jahren die jährlich stattfindende Ausbildungsbörse in Wesseling gegründet. „Wir müssen zeigen, dass Handwerk mehr kann und immer noch goldenen Boden hat.“

Digitalisierung fördern

Die Vorteile einer weitreichenden Digitalisierung, auch im Handwerk, hat das Familienunternehmen schon vor Jahren erkannt. So werden bereits Dienstpläne, Montage-Einsätze und die Fahrzeuge über ein Smartboard in der Werkstatt verwaltet. „Derzeit haben wir aber immer noch verschiedene Schnittstellen. Denn die von den Zeichnern digital erstellten Pläne werden immer noch in der Werkstatt und danach für die Baustelle ausgedruckt“, erklärt Martina Engels-Bremer. „Ziel ist es, nicht nur papierlos zu werden, sondern auch Informationen in Echtzeit überall verfügbar zu machen. Dafür schaffen wir im Moment die technische Infrastruktur mit Glasfaserkabelversorgung, Tablets, neuen Apps und großen Servern, um die enormen Datenmengen verarbeiten zu können. Denn die Zukunft beginnt jetzt!“