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Ein neues Marketingkonzept für die City: Noch vor der Corona-Krise hatte für die Immobilien- und Standortgemeinschaft ein spannendes Jahr mit vielen Projekten begonnen

Mit modernen Social-Media- und Marketingstrategien sollen mehr Leute in die Innenstadt gelockt werden Bild: Bergisch Gladbach

Natürlich: Im Moment ruht die City weitgehend. Es gibt durch den Corona-Erlass der Bundesregierung zahlreiche Auflagen für Gastronomie und Einzelhandel – mindestens bis zum 19. April. Das schwächt auch den Standort der Bergisch Gladbacher Innenstadt. Ob langfristig oder vorübergehend ist noch überhaupt nicht abzusehen. Dabei war die City äußerst motiviert in ein neues Jahr gestartet. Vor allem die Immobilien- und Standortgemeinschaft Stadtmitte (ISG) hatte einiges in die Hand genommen, was der Innenstadt zu mehr Attraktivität, einem höheren Bekanntheitsgrad als Einkaufsstandort und mehr Leben verhelfen sollte. Denn schon lange vor der Corona-Krise war das Bewusstsein für neue Konzepte und Strategien bei den Eigentümern der City-Immobilien vorhanden. Nicht zuletzt wegen des stetig steigenden Anteils des Online-Handels stehen die Immobilienbesitzer, deren Mieter oft der Einzelhandel ist, unter Druck.
  
Große Veränderungen

Dazu kommt, dass sich die Stadt gerade rasant verändert, die City von Bergisch Gladbach steht vor wirklich großen Entwicklungen. Viele ehemals industriell und gewerblich genutzte kleinere Areale liegen brach. Mit dem von der Stadt gekauften Zanders-Gelände ist jetzt ein richtig dicker Brocken dazu gekommen. Direkt hat die Immobilien- und Standortgemeinschaft Stadtmitte mit diesen Flächen nichts zu tun. Aber die ISG vertritt die Interessen der Immobilienund Grundeigentümer in der Stadtmitte und ist natürlich an einer belebten und attraktiven City interessiert. Im Oktober 2019 wählte die Gemeinschaft der Immobilien- und Grundstücksbesitzer, die in der ISG Stadtmitte organisiert sind, Dr. Josef Cramer zu ihrem neuen Vorsitzenden. Der 46-Jährige, der sich in Studium und Promotion ausgiebig mit Stadtentwicklung und -planung beschäftigte, sieht in den momentanen Veränderungen eine Möglichkeit für seine Heimatstadt. „Eine große Chance, die man offensiv angehen muss. Die Stadt steckt im Strukturwandel und es ist wichtig, dass die Leute, auch in der Politik, sich dessen bewusst sind. Und, wie die Stadt es jetzt richtigerweise bei Zanders macht, neue Konzepte entwickelt, damit mehr Menschen in die Gladbacher Innenstadt ziehen. Die Stadt braucht mehr Wohnbevölkerung.“ Richtungsweisende Aussagen dazu, wie die Innenstadt belebt werden kann, erwartet Cramer auch von den Bürgermeisterkandidaten. Im September ist Wahl.

GL-Büggel für mehr Nachhaltigkeit

Damit der Aufenthalt und das Einkaufen für die Menschen in der Stadtmitte attraktiver werden, hat die ISG nun ein ganzes Bündel an Maßnahmen in die Umsetzung gebracht. Ein vollkommen neues Social-Media- und Marketingkonzept für die Gladbacher City als Einkaufsstandort stammt vom Gladbacher Gerd Schrade. Das wird mit den Slogans „Liebe deine Stadt“ und „Shopping ohne Kopping“ auf Bussen zu sehen sein. Dazu gibt es neu gestaltete Einkaufsbeutel – die sogenannten GL-Büggel. Außerdem wird das schon länger geplante Beleuchtungskonzept – erst einmal in einem Pilotprojekt – umgesetzt.

"Der Strukturwandel in der Stadt ist eine große Chance, die man jetzt offensiv angehen muss."

Dr. Josef Cramer
Vorsitzender Immobilien- und Standortgemeinschaft Innenstadt

Beleuchtung für Gründerzeit-Fassaden

Eine ganz andere Form des Standortmarketings will die Standortgemeinschaft zusammen mit den Hauseigentümern umsetzen. Die Fassaden in der Fußgängerzone sollen illuminiert werden, die ISG übernimmt dabei den Großteil der Finanzierung. Im Fokus stehen vor allem einige schöne Häuser aus der Gründerzeit. Die Fassaden der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gebauten Gebäude sind mit Ornamenten und Skulpturen verziert. Am Trotzenburgplatz strahlt eine goldene Sonne vom Haus herunter. Jetzt sollen diese architektonischen Schmuckstücke besser zur Geltung kommen. Und zwar durch kunstvolle Illuminationen. Die Immobilienund Standortgemeinschaft Stadtmitte zahlt den Eigentümern 70 Prozent der Installationskosten, damit die Frontseiten ihrer Häuser im Dunkeln zu strahlen beginnen. In einem Pilotprojekt werden die dazu notwendigen Leuchtelemente an zwei Häusern in der Fußgängerzone eingebaut. So sollen die anderen Eigentümer von dem Beleuchtungskonzept überzeugt werden und nachziehen.
  
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