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Metallstelen informieren über die verschiedenen Gewächse Bild: Peter Johann Kierzkowski

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Ein neuer Baumpfad für den Rochuspark Ein von der Bezirksvertretung Ehrenfeld beschlossenes und finanziertes Projekt vermittelt Informationen zu unterschiedlichsten Baumarten aus Deutschland und aller Welt

8.10.2020

Die Konturen seines Blattes zieren die Nationalflagge von Kanada und geben ihr damit den Namen „Maple Leaf Flag“. So erlangte das Ahornblatt als Symbol für die kanadische Natur und Umwelt eine große Bedeutung. Hierzulande ist der Ahornbaum ebenfalls heimisch und mit ihm noch zahlreiche weitere Holzgewächse. Wer durch die verschiedenen Parks in den Veedeln geht, kann dort oft eher unbekannte Blatt- und Nadelbäume entdecken. Besonders vielfältig und artenreich ist der Bestand im Bickendorfer Rochuspark.

Denn dieser geht zurück auf die Anlage des Zuckerbarons Valentin Pfeifer, der dort nahe der ehemaligen Fabrik seine Villa baute. Nach dem die bekannte Familie Pfeifer weggezogen war, verfiel das Gebäude immer mehr, bis es in den 1970er-Jahren schließlich abgerissen wurde. Heute befindet sich dort einer der großzügigsten Spielplätze im Veedel. Einige der uralten Riesen, die vor 150 Jahren gepflanzt wurden, sind noch erhalten. Sie wurden zwischenzeitlich unter Naturdenkmalschutz gestellt, da ihr Bestand gefährdet ist. Darauf weisen kleine dreieckige Schilder hin.

Lebendes Fossil

Damit der reiche „Naturschatz“ den interessierten Besuchern des Rochusparks nahegebracht werden kann, haben sich die Parteien im Ehrenfelder Bezirksrathaus vor einiger Zeit mehrheitlich entschlossen, finanzielle Mittel für einen Lehrpfad bereitzustellen. Nun stehen vor 23 verschiedenen Bäumen solide Metallstelen, die den deutschen und botanischen Namen des jeweiligen Baumes verraten. So können Spaziergänger nun rechts und links des Weges die verschiedenen Baumarten unterscheiden lernen und sich auf Sitzbänken niederlassen. Sogar für stille Örtchen wurde gesorgt. Wer sich mit den heimischen Gehölzen beschäftigt, stellt schnell fest, dass zahlreiche Bäume ihre „Wurzeln“ im Ausland haben und irgendwann einmal ihren Weg hierher fanden. So wurde zum Beispiel der Ginkgo um das Jahr 1730 von China nach Europa gebracht. Er gilt als älteste noch lebende Art der Erde, ein „lebendes Fossil“, das es bereits vor 200 Millionen Jahren gab.