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Bei einem Perspektivwechsel ergeben sich immer wieder neue Blickwinkel auf das berühmteste Bauwerks Kölns © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Mira Unkelbach

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Ein Monument für alle Wie der Dom dank den Kölnern und den Menschen weltweit fertiggestellt werden konnte und weiterhin erhalten bleibt

8.10.2020

In Köln geht’s ums „Jeföhl“. Und wofür schlägt das Kölner „Hätz“ neben dem Karneval am meisten? Richtig: Für den Kölner Dom! Ob Gläubiger oder Nichtgläubiger, Urkölner oder Immi – alle freuen sich und fühlen sich „zohus“, wenn sie die Turmspitzen der gotischen Kathedrale erblicken. Bürgern weit über Stadt- und Ländergrenzen hinaus ist es größtenteils zu verdanken, dass das beeindruckende Bauwerk, das als UNESCO-Welterbe zu den Touristenmagneten Deutschlands zählt, überhaupt fertiggestellt wurde. Über 300 Jahre lang sah es nicht danach aus, dass die Türme die Höhe von 157 Meter erreichen würden. Bis 1842 bestimmte der zur Hälfte fertiggestellte Dom als gewaltiger Torso das Stadtbild. Wahrzeichen von Köln war zu dieser Zeit ein hölzerner Baukran auf der gigantischen Baustelle.

Nationales Wahrzeichen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts engagierten sich schließlich zahlreiche Kölner dafür, den Dom zu vollenden. Einer davon war Sulpiz Boisserée. Der Kaufmannssohn umwarb hartnäckig viele wichtige Persönlichkeiten seiner Zeit, unter anderem den späteren König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Mit dessen Gunst konnte die Fertigstellung der Kathedrale in Angriff genommen werden. Doch finanziert wurde das Monumentalwerk nicht allein durch den König. Die Bürger waren es, die den Zentral-Dombau-Verein zu Köln (ZDV) gründeten, um die seit 1520 unterbrochenen Arbeiten zur Errichtung des 1248 begonnenen Kölner Domes wieder aufzunehmen. Das Vereinsstatut bestätigte der König am 8. Dezember 1841. Es gab nur ein Ziel: die Vollendung des Kölner Domes als nationales Wahrzeichen. Die erste Generalversammlung des neuen Vereins fand im Februar 1842 statt. Da sich schon bald etwa 140 Hilfsvereine in ganz Deutschland, aber auch im Ausland bildeten und sich dem Kölner Stammverein anschlossen, wurde dieser seit dem 10. April 1842 „Central-Dombau-Verein zu Köln“ genannt.


Bild: ZDV
Bild: ZDV

"Es gibt kein schöneres Symbol für Heimat und Kultur"

Rüdiger Fuchs, Secretär  


Wichtigster Geldgeber. Von 1842 bis 1880 konnte der Bau schließlich vollendet werden. Die Gesamtkosten betrugen mehr als 6,6 Millionen Taler, nach heutigen Maßstäben wären es rund eine Milliarde Euro. Bedeutendster Geldgeber war der ZDV. Dank der Spenden und Aktionen, zum Beispiel einer überaus erfolgreichen Lotterie, konnte genug Geld aufgetrieben werden. Bis heute finanziert der Verein über 60 Prozent der Arbeiten der Kölner Dombauhütte, die für alle notwendigen Baumaßnahmen zur Erhaltung des Domes zuständig ist. „Erst die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Vermächtnisse ermöglichen die Arbeit am Dom durch die Spezialisten der Kölner Dombauhütte“, sagt Michael Kreuzberg, seit 2018 Präsident des ZDV.


Bild: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte, Jennifer Rumbach
Bild: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte, Jennifer Rumbach

"Erst die Spenden ermöglichen die Arbeit am Dom"

Michael Kreuzberg, Präsident  


Unabhängiger Verein. Für den Erhalt eines der größten architektonischen Wunder und eines Welterbes christlichen Gestaltungswillens zu arbeiten ist Kreuzbergs Passion. Diese teilt er mit den Mitarbeitern, die mit Leidenschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt dasselbe Ziel verfolgen. Gleichberechtigt zu ihm steht der Secretär, der seit 2004 von Rüdiger Fuchs verkörpert wird. Für ihn gibt es „kein schöneres Symbol auf der Welt für Glaube, Heimat und Kultur als den Kölner Dom.“ Er schätzt die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ZDV, Domkapitel und Dombauhütte. Unter den rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind vor allem Steinmetze, aber auch Dachdecker, Gerüstbauer, Schreiner, Schmiede, Maler, Historiker, Restauratoren, Architekten, Kunsthistoriker und Archäologen. Dabei verbindet sich traditionelles Handwerk mit modernsten Techniken der Restaurierung und Steinerhaltung. Die Kabinettsorder des Königs bildet bis heute die rechtliche Grundlage des ZDV. Die Bürgervereinigung ist ein altrechtlicher Verein und daher nicht in das Vereinsregister eingetragen, die Aufsicht liegt bei der Bezirksregierung Köln. Somit ist und bleibt er ein überkonfessioneller, überparteilicher und unabhängiger Verein.

Traditionelles Handwerk verbindet sich mit modernster Technik, wenn Bauarbeiten in schwindelerregender Höhe stattfinden © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Jennifer Rumbach
Traditionelles Handwerk verbindet sich mit modernster Technik, wenn Bauarbeiten in schwindelerregender Höhe stattfinden © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Jennifer Rumbach

Menschen aller Couleur. Der heutige Mitgliederbestand liegt bei rund 17.700 weltweit. Ab einem Jahresbeitrag von 20 Euro können Interessierte Mitglied werden. Seit der Gründung gehören der Institution Vertreter aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten und gesellschaftlichen Gruppen an. Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten wie Sulpiz Boisserée, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, aber auch viele Angehörige bekannter Kölner Familien wie von Wittgenstein, Mülhens, Farina, DuMont, Stein und von Schnitzler, waren und sind bis heute dem Verein als Initiatoren, Präsidenten, Secretäre oder Vorstandsmitglieder verbunden. Den Gesamtvorstand des ZDV bilden 44 Mitglieder, darunter „geborene Mitglieder“, wie beispielsweise der jeweils amtierende Bürgermeister oder als Ehrenvorsitzender der Erzbischof zu Köln. Geeint sind Vorstand, Mitglieder und Spender durch die Liebe zum Dom und sorgen damit für seinen Erhalt. Die Mittel des Vereins stammen aus zahlreichen Quellen. Was nur wenige wissen: Der Dom gehört sich selbst, er ist eine eigenständige juristische Person.
   

Der Dom in Zahlen

Wie der Dom dank den Kölnern und den Menschen weltweit fertiggestellt werden konnte und weiterhin erhalten bleibt Image 2

Die Bedeutung des Kölner Doms lässt sich nicht in Zentimetern oder Gramm messen. Doch es gibt einige interessante Zahlen zur berühmten Kathedrale.

Mitgliedschaft, Spenden und Patenschaften

Jeder kann sich einbringen

Wer den ZDV in seinem alleinigen Vereinsziel – der Erhaltung des Kölner Domes – unterstützen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten: Interessierte können beispielsweise bereits ab einem Jahresbeitrag von 20 Euro Mitglied im ZDV werden.

www.zdv.de/mitgliedschaft-und-spenden.html

Ganz besonders dankt der ZDV den langjährigen treuen Unterstützern RheinEnergie, Kreissparkasse Köln und Sparkasse KölnBonn, die diese Öffentlichkeitsarbeit möglich gemacht haben.